Liebe Leser,
Nachdem ich innerhalb von weniger als einem Jahr dreimal anwaltliche Schreiben mit Abmahnungen, Schadenersatzforderungen und dergleichen bekommen habe, sehe ich mich gezwungen, die Weblogs Stör-Signale, Sport-Signale und Apfel-Signale mit sofortiger Wirkung einzustellen. Christians Bücherkiste und meine Seite stoer.de werden weiterlaufen. Dort werden ausschließlich eigene Beiträge ohne Links, Zitate oder sonstigem veröffentlicht.
Natürlich ist das Internet kein “rechtsfreier Raum”; gleichwohl ist es – trotz dieses Wissens und größtmöglicher Sorgfalt – für einen Privatmann wie mich unmöglich, festzustellen mit welcher Veröffentlichung, mit welchem Zitat und mit welchem Link ich gegen Urheber-, Persönlichkeits- oder sonstige Rechte von wem auch immer verstossen habe.
Ich verfüge nicht über die Zeit, die Mittel und die Ausdauer ständig mit Rechtsanwälten zu korrespondieren, die absurde Forderungen für geringste Verstöße erheben.
Solange die Rechtslage in Deutschland einen Privatmann in Existenzgefahr bringt, sobald er eine anwaltliche Abmahnung mit einer nicht ganz perfekten Formulierung beantwortet, sehe ich keine Möglichkeit diese Seiten weiter im Netz zu belassen.
Es war eine schöne Zeit. Vielen Dank an alle Leser und Kommentatoren.
Oliver Stör
Ergänzung (05.08.): Die Schließung meiner drei Blogs hat einiges Interesse ausgelöst. Es schrieben die taz (“Heinz Erhardt gehört allen”), kLawtext (“Traurig, Blogger gibt wegen Abmahnungen auf”), der Schockwellenreiter (“Keine Störsignale mehr”) und Archivalia (“Blogger gibt wegen Abmahnungen auf”) .
Ergänzung (07.10.): Seit meiner letzten Ergänzung ist wieder einiges passiert. Eine der offenen Abmahnungen hat sich erledigt – nach einem Schreiben meines Anwalts hat sich die Gegenseite zurückgezogen. Basic Thinking hat ein Interview mit mir geführt und unter dem Titel “Abmahnwahn und Existenzgefahr” veröffentlicht. Interessant sind immer die Kommentare, die solche Berichte hervorbringen – von Unterstützung bis zu Beleidigungen ist alles dabei. Da geben anscheinend einige ihren Senf dazu, die vom realen Leben wenig verstehen.
Offen ist immer noch die Sache mit Heinz Erhardt und dem Lappan-Verlag. Nachdem mich Anfang September die konkrete Forderung des Lappan-Verlags erreicht hat, habe ich einen Brief an Klaus Kämpfe-Burghardt, seines Zeichens Geschäftsführer des Ueberreuter-Verlags (der Mutter-Gesellschaft von Lappan), geschrieben. Der war in der taz und im Börsenblatt mit der Aussage zitiert worden: ”Dabei nehmen wir die 6.000 Fälle in Blogs und Foren jedoch aus.” und weiter ”Wir wollen nicht die bitterbösen Buben sein.”. Meinen Hinweis beantwortete Herr Kämpfe-Burghardt mit der lapidaren Mitteilung, er sei falsch zitiert worden. Da ich bei den jeweiligen Gesprächen nicht dabei war, kann ich das nicht beurteilen. Mal sehen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.
Ich danke nochmal allen Lesern und Kommentatoren – auch über das Ende dieser Blogs hinaus.