Nürnberger Spezialitäten Lebkuchen und Rostbratwurst

Nürnberg, die fränkische Metropole mit ihrem mittelalterlichem Charme, glänzt nicht nur mit der Kaiserburg als Touristenattraktion, sondern hat auch noch viel anderes zu bieten. Kulinarisch gesehen sind die Rostbratwürstchen im Weck ebenso beliebt wie zur Weihnachtszeit die schmackhaften Lebkuchen samt Christstollen auf dem Christkindlesmarkt.

Die Kaiserburg in Nürnberg. (Foto: Clipdealer)
Die Kaiserburg in Nürnberg. (Foto: Clipdealer)

Einige bekannte Spielzeug-Manufakturen peppen das Image der Stadt auf, das wegen der Vergangenheit mit den „Rassegesetzen” und diversen Nazi-Massenaufmärschen auf dem  „Reichsparteitagsgelände” lange Zeit schwer angeschlagen war. Mit einem Dokumentationszentrum und informativen Führungen wird dieser Teil einer unrühmlichen Stadtgeschichte intensiv aufgearbeitet. Weiterlesen

Marie Curies Leben in der atomaren Strahlenwelt

An der naheliegenden Überlegung, wie die Welt ohne Marie Curies Entdeckungen heute aussehen könnte, ob es überhaupt Atomkraftwerke und Kernwaffen gäbe, will ich mich erst gar nicht beteiligen. Es ist eine fruchtlose Diskussion, denn hätte Marie Curie zusammen mit ihren Mann Pierre die chemischen Elemente Radium und Polium nicht entdeckt, so ist es doch wahrscheinlich, dass ein anderer Forscher bald nach ihnen fündig geworden wäre, schreitet die Wissenschaft doch ständig voran. Die Zeit war reif…

Die zweimalige Nobelpreisträgerin Marie Curie (Foto: ©Smithsonian Institution)
Die zweimalige Nobelpreisträgerin Marie Curie (Foto: © Smithsonian Institution)

2017 wird diese Marie Curie – am 7. November 1867 als Marie Skłodowska im polnischen Weichselland geboren – mehr als in anderen Jahren in den Blickpunkt rücken, denn anläßlich ihres 150. Geburtstages wird es entsprechende Würdigungen in Vielzahl geben, was man unschwer auch schon an diesem kleinen Beitrag erkennen kann.

Die berühmte Forscherin, die den überwiegenden Teil ihres beruflichen Lebens in Frankreich verbrachte, musste schon früh ihr Heimatland verlassen, weil die von ihr angestrebte naturwissenschaftliche Ausbildung in ihrer Heimat – damals unter Kontrolle des Russischen Zarenreiches –, für Frauen untersagt war.

Unter diesen Umständen blieb ihr nichts anderes übrig, als nach Paris zu gehen, wo sie mit – mit Intelligenz und Beharrlichkeit ausgestattet – ab 1891 ihr Studium absolvierte, um sich danach ganz der Forschung in Chemie und Physik zu widmen. 1895 machten die „Röntgenstrahlen” weltweit Schlagzeilen, während eine eher zufällige, aber wichtige Entdeckung von Henri Becquerel fast unbeachtet blieb: Becquerel, Lehrer von Marie Curie, hatte herausgefunden, dass Urankaliumsulfat eine Fotoplatte zu schwärzen vermochte.

Marie Curie, die auf der Suche nach einem Thema für ihre Doktorarbeit war, beschloss, sich intensiv diesen„Becquerel-Strahlen“ zu widmen. Mit Feuereifer stürzte sie sich nach Berichten von Zeitgenossen in ihre Arbeit, was auch aus späteren Worten von ihr zu entnehmen ist:

„Leicht ist das Leben für keinen von uns. Doch was nützt das, man muss Ausdauer haben und vor allem Zutrauen zu sich selbst. Man muss daran glauben, für eine bestimmte Sache begabt zu sein, und diese Sache muss man erreichen, koste es, was es wolle.”

Gemeinsam mit Becquerel und ihrem Ehemann Pierre Curie, den sie am 26. Juli 1895 geheiratet hatte, entdeckte sie dann die Elemente Polonium und Radium, die seitdem auf Grund ihrer Eigenschaften als „radioaktiv“ bezeichnet werden.

Die Entdeckung war eine Sensation. Gemeinsam wurden die drei Forscher deshalb 1903 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Marie Curie war dann auch die erste Frau, die an der Pariser Sorbonne Vorlesungen hielt. Das ergab sich, weil ihr Mann 1906 nach einem Verkehrsunfall mit einer Droschke im Alter von nur 46 Jahren verstorben war. Die Sorbonne gestattete ihr, seine Lehrtätigkeit zu übernehmen. 1908 wurde sie als Professorin für Physik berufen. 1911 erhielt sie den zweiten Nobelpreis, diesmal für ihre chemischen Entdeckungen. Weiterlesen

Rosa Luxemburg redet wider Militarismus und Krieg

Das Haus Basaltstraße 23 in Frankfurt-Bockenheim beherbergte einst eine Eisfabrik, eine Liederhalle, war Gewerkschaftshaus und danach Lichtspieltheater. Eine vielfältige Geschichte. Der politische Aspekt spielte dabei eine wichtige Rolle. Ich erinnerte mich daran, als ich dieser Tage an dem Haus vorbeiging. Hier hielt die Sozialistin Rosa Luxemburg am 26. September 1913 ihre flammende Rede gegen Militarismus und Krieg, worauf sie von den kaiserlichen Behörden umgehend „wegen Aufruhrs” verhaftet wurde.

Rosa Luxemburg musste zwar zunächst wieder freigelassen werden, wurde aber im Februar 1914 wegen der „Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und Anordnungen der Obrigkeit“ zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Rosa-Luxemburg-Gedenktafel am Haus Basaltstraße 23 in Frankfurt-Bockenheim. (Erich Stör)
Die Rosa-Luxemburg-Gedenktafel am Haus Basaltstraße 23 in Frankfurt. (Foto: Erich Stör)

An dem Haus, an dem die Sozialistin ihre Rede hielt, hat die „Hessische Rosa-Luxemburg-Stiftung” eine Erinnerungstafel anbringen lassen, auf der die Geschehnisse von damals in Kurzfassung festgehalten sind.

Auf der Tafel stehen die folgenden Sätze, die ich hier der besseren Lesbarkeit wegen noch einmal wiederhole:

Hier im Hof befand sich die Gastwirtschaft „Zur Liederhalle“. Am 26. September 1913 sprach Rosa Luxemburg. Sie setzte sich für die Erhaltung des Friedens ein. „Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffen gegen unsere französischen und anderen Brüder zu erheben, dann rufen wir: Das tun wir nicht.“ Sie wurde deshalb 1914 in Frankfurt wegen „Aufwiegelung zum ungehorsam gegen die Obrigkeit“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Rosa Luxemburg wurde am 15. Januar 1919 in Berlin ermordet.

Doch auch ohne den Auftritt von Rosa Luxemburg hat das Titania eine interessante Vergangenheit. Um 1900 hatte hier schon eine Eisfabrik gestanden, die den damals direkt daneben liegenden Schlachthof belieferte, dann wurde daraus die Lieder- und Versammlungshalle der Gewerkschaften mit umfangreicher Bibliothek („Zur Liederhalle”). Weiterlesen

Landessender Beromünster auf Mittelwelle 531

Eine Ausstellung betagter Radios in Kelsterbach bei Frankfurt am Main – verbunden mit einer großen Sammlerbörse – weckte in diesen Tagen bei mir Erinnerungen an die Frühzeit des Rundfunks, als man das Gefühl hatte, mit den „Dampfradios” ferne und fremde Welten erkunden zu können. Die leuchtenden Skalen mit berühmten Städten wie Tokio, Rom, Moskau, Paris oder New York waren damals schon aufregend genug, aber auch Namen wie Sottens, Kalundborg, Bari, Hörby, Hilversum, Sundsvall, Daventry, Monte Ceneri und Beromünster faszinierten.

Und dieses Beromünster ist eine Legende! Den Schweizer Landessender hörte ich selbst erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg, und da war mir noch nicht bewußt, welche Rolle er in den Jahren zuvor gespielt hatte. Das erfuhr ich erst später, als ich mich etwas genauer über die Geschichte der Station informierte.

Der unter Denkmalschutz stehende alte Sendemast auf dem Blosenberg bei Beromünster (Foto: © Joujou/Pixelio)
Der Sendemast auf dem Blosenberg bei Beromünster (Foto: © Joujou/Pixelio)

Im Kanton Luzern war 1931 der Betrieb aufgenommen worden. Der Sender galt in der deutschsprachigen Schweiz schnell als Synonym für Radio schlechthin. Zuverlässige Nachrichten und interessante Kultur- und Unterhaltungsangebote waren das Kernstück. Das redaktionelle Bemühen um Qualität war stets spürbar. Bald wurde dem Sender jedoch ungewollt eine außergewöhnliche Rolle zuteil. Weiterlesen

Speck zum frischen Rotwein

Ein paar Tage Urlaub in der Nähe von Meran. Heute ein Wandertag. Wir fahren mit dem Sessellift von Algund nach Vellau, 900 Meter Höhe. Anstiege, Abstiege, ausgiebige Spaziergänge, am Nachmittag über den Saxner-Weg talwärts. Der Magen knurrt, am Wegesrand ein großer Bergbauernhof mit dem einladenden Schild: „Heute Törggelen!”.

Rotwein und Esskastanien beim „Törggelen" (Foto: Clipdealer)
Rotwein und Esskastanien beim „Törggelen“ (Foto: Clipdealer)

Auf der engen Terrasse knarrende Dielen und rustikale Holzbänke. Wir bestellen und genießen – von strahlender Sonne beschienen – einladend aussehende Köstlichkeiten. Ein leichter, frischer Rotwein, ein herzhaft schmeckendes Stück Speck, geröstete Esskastanien. „Guten Appetit!” sagt der Mann, der uns bedient hat. Danke. Es mundet eine halbe Stunde lang.

Das also ist Törggelen. Weinverkostung mit kräftigen Zutaten. Beim Bezahlen erklärt uns der Mann, wohl der Bauer selbst, was er zum Törggelen alles anbietet:

„Süßen oder jungen Wein, dazu Schlutzkrapfen, Kaminwurzen oder Speck. Manchmal gibt es auch eine Schlachtplatte mit Knödel und Sauerkraut. Geröstete Kastanien gehören auf jeden Fall dazu. Als Nachtisch bieten wir meist und je nach Wunsch Bauernkrapfen mit Marillen-, Mohn- oder Kastanienfüllung an.”

Im realen Gespräch bezeichnet der Mann den Süßen natürlich als Siaßen, den neuen Wein als Nuier, die Kastanien als Ketschn. Wieder was gelernt. Später im Hotel will ich mehr über das Törggelen erfahren, das vor allem im Etschtal, Vinschgau, an der Südlichen Weinstrasse und im Eisacktal gepflegt wird. Weiterlesen

Feuerkopf Friedrich Stoltze

Den Schriftsteller, Journalisten, Humoristen und Heimatdichter Friedrich Stoltze (1816-1891) umfassend zu würdigen, wäre fürwahr eine Herkulesaufgabe – keinesfalls kann das hier in einen kurzen Beitrag erledigt werden. Nur einige Sätze können an dieser Stelle an den Frankfurter erinnern, der Zeit seines Lebens sich mit Worten einmischte, wann immer es ihm notwendig erschien, und der sich immer wieder mit den herrschenden Politikern anlegte. Stoltze war immer und stets ein unbeirrbarrer Feuerkopf.

Denkmal von Friedrich Stoltze in Frankfurt (Foto: Erich Stör)
Denkmal von Friedrich Stoltze in Frankfurt (Foto: Erich Stör)

Manchen gilt Stoltze in erster Linie „nur” als Heimatdichter, weil er den größten Teil seines Werke in Frankfurter Mundart geschrieben hat. Mit dem „Frankforderisch” hatte er auch die größten Erfolge, er litt aber darunter, dass seine in Hochdeutsch verfassten Gedichte und Prosastücke nicht gleichermaßen gewürdigt wurden, obwohl sie nach Einschätzung von Literaturkennern von hoher Qualität waren.

Der bescheidene Stoltze war ein engagierter politischer Schreiber. Er unterstützte begeistert die Märzrevolution von 1848 und brachte nach dem Scheitern der „Reichsverfassung” ein Jahr später trotz seiner Enttäuschung viele der revolutionären Ideen in seinen Texten unter, die in den von ihm herausgegebenen „Krebbelzeitungen” und vor allem später in der berühmten „Frankfurter Latern” standen. Weiterlesen

Weiße Flecken, rote Bullen

Der Aufstieg des Retorten-Klubs RB Leipzig in die Bundesliga war nicht unbedingt nach dem Geschmack traditioneller Fußballfans, weil dem Verein das Idiom des von einem österreichischen Getränke-Konzern alimentierten Marketing-Klubs samt seiner roten Werbebullen anhängt; doch die Mitwirkung der Leipziger in der obersten Klasse hat trotz diverser Fan-Proteste einen durchaus nützlichen Aspekt – jedenfalls geographisch-politisch gesehen…

„Rote Bullen" im Aufwind. ((Symbolfoto: Swift Publisher)
„Rote Bullen“ im Aufwind. (Symbolfoto: Swift Publisher)

Denn fünfundzwanzig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist Fußball-Deutschland genau genommen immer noch geteilt: Jedenfalls, was die erste und zweite Bundesliga angeht. Nachdem sich schon vor vielen Jahren erst Dynamo Dresden, danach Hansa Rostock und schließlich Energie Cottbus nach Auf- und Abstiegen aus dem Oberhaus verabschiedet haben, war der Osten seit 2009 ein weißer Fleck auf der Bundesliga-Landkarte. Hertha BSC ist als Westberliner Klub nicht dem einstigen DDR-Fußball zuzurechnen, kann also in diesen Überlegungen keine Rolle spielen.

In der Zweiten Liga spielen aktuell Union Berlin, Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue. Das ist auch nicht gerade beeindruckend; lediglich in der Dritten Liga sieht es mit FC Magdeburg, Chemnitzer FC, Hallescher FC, Rot-Weiß Erfurt, FSV Zwickau und Hansa Rostock etwas versöhnlicher aus. Gleichwohl stellen diese sechs Klubs (von 20) ebenfalls eine Minderheit dar. Von den insgesamt 56 Klubs des deutschen Profifußballs kommen nur zehn aus den neuen Bundesländern… Weiterlesen

Remarque gegen den Krieg

Ein Roman erregt 1928 großes Aufsehen. Die in der „Vossischen Zeitung“ abgedruckte Fortsetzungsgeschichte stammt aus der Feder des jungen Schriftstellers Erich Maria Remarque und beschreibt in nüchternen Worten die Schrecken des Ersten Weltkrieges.

Über einhundert Jahre sind vergangen, seit dieser Krieg angezettelt wurde. In Publikationen wird immer wieder die Formulierung vom „Ausbruch” des Weltkrieges verwendet, doch das ist nur eine Verschleierung. Kriege brechen nicht einfach aus wie ein Vulkan oder eine Grippe – gewissermaßen als ein unabwendbares „Naturereignis”, gegen das die Menschen machtlos wären. Kriege sind vielmehr schon immer von Menschen gemacht worden, äussere Anlässe – wie etwas das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 – werden nur benutzt, um die Kriegsmaschinerie in Gang zu setzen.

Die Unmenschlichkeit des Krieges beschrieben (© Swift Publisher)
Die Unmenschlichkeit des Krieges beschrieben (© Swift Publisher)

Es geht immer um Macht, Aufteilung von Interessensphären und finanziellen Gewinn. Profiteure und Kriegsgewinnler gibt es viele, wie die Vergangenheit bewiesen hat. Auf der Strecke bleiben immer und in erster Linie die einfachen Menschen, die als Soldaten in die Schlachten geschickt werden, um für andere die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Weiterlesen

Geschichten aus „Aldenberg“

Der heitere Roman „Es bleibt natürlich unter uns” spielt im Milieu der Zeitungsmacher in einer eher beschaulichen und fiktiven oberbayerischen Kleinstadt namens Aldenberg. Das schmale, schon ein wenig vergilbt-verschlissene Taschenbuch ist mir beim Durchstöbern eines Bücherschrankes in die Hände gefallen. Geschrieben von Horst Biernath wird das „Sittenbild” einer Kleinstadt lebendig. Ich beginne zu blättern, und bin bald vertieft in das Gedruckte…

Kleinstadt-Idylle mit Klatsch und Tratsch (Foto: Swift Publisher)
Kleinstadt-Idylle mit Klatsch und Tratsch (Foto: Swift Publisher)

Die Figuren werden lebendig, und fesseln von der ersten bis zur letzten Seite. Skurrile Geschehnisse reihen sich aneinander, die Menschen scheinen Gestalt anzunehmen und lösen entweder nachdenkliches Schmunzeln oder gar herzhaftes Lachen aus. Der schlitzohrige Metzger und Lamm-Gastwirt Xaver Pflanz ist dabei ebenso liebenswert wie der knorrige Zeitungsherausgeber Alois Lobmüller. Ganz zu schweigen von dem etwas tollpatschigem und auf Brautschau befindliche Straßenkehrer Martin Schmölz oder Dr. Benjamin Wagenseil, seines Zeichens Direktor des Gymnasiums und Geflügelzüchter – alle werden mit ihren Schwächen und Stärken gezeichnet. Weiterlesen

Notizen vom Trödelmarkt

Der Händler ist entschlossen: „30 Euro, das ist das äusserste!”.  Der potentielle Käufer zögert noch, der Standbetreiber legt nach: „Das Teil kostet normal immerhin 50 Euro.” Das „Teil” ist eine weiße, ärmellose Jacke, tatsächlich ganz ordentlich anzusehen. Trödelmarkt wieder einmal, ähnliche Gespräche gibt es auf vielen Märkten in Deutschland (und Europa), an jedem Stand, hier und dort, und früher oder später.

Ein vollgepackter Tisch mit Flohmarkt-Krempel. (Foto: Clipdealer)
Ein vollgepackter Tisch mit Flohmarkt-Krempel. (Foto: Clipdealer)

Der tüchtige Händler hat ein Schild an seinem Stand angebracht. „Abraham” steht darauf – heisst er also wie einst der „Trödler Abraham” im Schlager von Wolfgang Hofer 1971? „Ist nur ein Scherz”, schmunzelt der Flohmarktmensch und verstaut das Schild wieder in seinem Auto, während er so ganz nebenbei eine Porzellanvase verscherbelt.

Es gibt nichts, was es hier auf dem Platz nicht gibt. Die Palette an Gegenständen aller Art ist vielfältig. Hier liegt ein Stahlhelm auf dem Tisch, dort gebrauchte Klamotten, Bücher, Nippes aller Art, ein Globus leuchtet in der strahlenden Sonne, ein altes Telefon mit Wählscheibe wird feilgeboten, eine vorsintflutliche Agfa-Box sucht einen neuen Besitzer, Gemälde stehen herum, Kopfkissen, Münzen, Tassen; alles was das Herz begehrt.

Die Tapetentische oder Bierzelt-Garnituren der Händler sind bis an den Rand belegt. Gesprächsfetzen hier und dort, es geht natürlich immer um die Preise. „50 Cent”, höre ich an einem Stand, „Zehn Euro” bei seinem Nachbarn. „Zu teuer”, erklingt eine Stimme aus dem Nichts…

„Ich geh’ mal schnell ne Bratwurst essen”, sagt die Frau von nebenan, während sich jemand intensiv alte Ansichtskarten durch die Finger gleiten lässt. „Zehn Stück für 50 Cent”, offeriert der dünne Mann dem Interessenten.

Aus der Ferne höre ich eine Stimme: „Schönes Wetter heute”. Ja, das stimmt. Der Festplatz liegt in der Sonne – ist nicht immer so, wenn Flohmärkte sind, ansonsten nichts Außergewöhnliches… (E. S.)