Stadt der Skulpturen am Rande des Flughafens

Die Doppelstadt Mörfelden-Walldorf am Rande des Frankfurter Flughafens hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als „Stadt der Skulpturen“ erworben. In jedem August gibt es im Bürgerpark eine Freiluft-Ausstellung. Von den dort präsentierten Kunstwerken sind in beiden Ortsteilen über 30 verschiedene Werke namhafter Künstler als Leihgaben aufgestellt worden – auch mehrere Verkehrskreisel wurden mit Skulpturen bestückt, andere wurden von der Gemeinde nach-Ausstellungsende günstig erworben oder geleast.

International erfolgreiche Bildhauer haben in der Vergangenheit bei der Ausstellung „Skulpturen im Park“ ihre Werke präsentiert, darunter Hans Steinbrenner, E. R. Nele, Vera Röhm oder Ottmar Hörl (Nürnberg). Andere Künstler kommen aus entfernten Orten wie Berlin, Hamburg, München oder sogar aus den USA.

Die Freiluft-Ausstellung, 1998 von Otto Schaffner und einigen engagierten Mitstreitern ins Leben gerufen, bildet die Grundlage für die außergewöhnliche Rolle Mörfelden-Walldorfs als Skulpturenstadt. In der Doppelstadt stehen inzwischen die zweitmeisten modernen Kunstwerke an öffentlichen Wegen, in Parkanlagen und geeigneten Plätzen in ganz Deutschland: umgerechnet auf je 1000 Einwohner.

Stahlskulptur in einem Verkehrskreisel in Mörfelden. (Foto: ES)

Wie wichtig der Skulpturenpark von Mörfelden-Walldorf ist, zeigt ein Eintrag in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia:

„Der Skulpturenpark zeigt zumeist eine bunte Mischung aus figurativer Kunst, abstrakter Kunst, Objekten und Installationen. Klassische Bildhauerei in Stahl und Bronze ist in der Regel ebenso vertreten wie Werke aus Holz, Keramik und Stein. Materialien wie Bambus, Beton oder Nylonstrumpfhosen verweisen auf Ausdrucksformen der Skulptur der Gegenwart.“

Zu den Künstlerinnen, die dort einst ihre Werke präsentierten, gehört auch Pia Grambart aus Frankfurt. Sie zeigte den entzückten Besuchern verschiedene Tiere und Fabelwesen, darunter waren der kesse Hund Clive, das Monster Fred und das Schwein Petunia. Am besten gefiel dem begeisterten Publikum die Kuh Marsha, die frech grinsend und mit einem Bein die Hüfte stützend in den Bürgerpark blickte. Für diese Darstellung erhielt Pia Grambart den Publikumspreis.

Der künstlerische Werdegang dieser Künstlerin ist international geprägt. Nach der Schulzeit belegte Pia Grambart in Toronto Kurse in dem „Ontario College of Art“. Sie lebte und arbeitete in Toronto und Frankfurt, zwischenzeitlich aber auch in Paris und Tokio. In Frankfurt studierte sie Kunst und Kommunikationsdesign in der »Academy of Visual Arts« und später Aktzeichnen in der „Städel-Abendschule“.

Pia Grambart erklärte In Mörfelden nach der Ausstellung, warum sie am liebsten mit Tierfiguren arbeitet:

„Ich kann durch die Tiere Emotionen und Gefühle gut transportieren, weil Tierformen neutraler sind als Menschen.“

Die  Figuren wirken humorvoll, fröhlich und skurril zugleich. Die Grundhaltung der Künstlerin zeugt von Optimismus. Kräftige Farben unterstreichen das noch und verleiten immer wieder zum Schmunzeln. Der jährliche Skulpturenpark in der Doppelstadt Mörfelden-Walldorf war  wie geschaffen für Grambarts Figuren.