Chaplin und das blinde Mädchen

In der Stadt Vevey, direkt am Genfer See, steht eine Statue des großen Filmkünstlers Charlie Chaplin. Der Schöpfer so großartiger Filme wie „The Kid”, „Goldrausch”, „Moderne Zeiten” „Monsieur Verdoux”, „Der große Diktator” und „Rampenlicht”, der in seinen letzten Lebensjahren in der Schweiz verbracht hatte, erfuhr neben vielen anderen Lobpreisungen auf diese Weise eine weitere Würdigung. 

Bronzestatue von Charlie Chaplin in Vevey am Genfer See. (Foto: Clipdealer)

Ein besonderer Film Chaplins war „Lichter der Großstadt” und auf dieses Meisterwerk bin ich vor einiger Zeit aufmerksam geworden, als ich auf einem Flohmarkt das Buch „Paradies Amerika” (Aufbau-Verlag, 1953) von Egon Erwin Kisch entdeckte., der als Meister der literarischen Reportage in die Geschichte der Publizistik eingegangen ist. Der legendäre Prager Journalist berichtet darin unter anderem über einen Besuch bei Charlie Chaplin in Hollywood, als dieser gerade seinen Film „City lights” (Lichter der Großstadt) dreht… 

Aber was heisst hier dreht!? Nein, Chaplin dreht nicht einfach, er tüftelt, arbeitet, verwirft, hat neue Ideen, probiert, lässt Szenen unzählige Male wiederholen, fragt Kisch Löcher in den Bauch, ist entsetzt und deprimiert, als der Reporter einige Gags nicht versteht. Verzweifelt versinkt er in seinem Stuhl, vergräbt die Hände im Gesicht und murmelt: „Wir müssen alles neu drehen!”. Weiterlesen

Bummel über die „La Rambla“

Eine der berühmtesten Stadtstraßen der Welt ist die La Rambla in Barcelona.  Sie führt vom Hafen, wo das Columbus-Denkmal steht, zum Plaça de Catalunya im Zentrum oder auch umgekehrt. Der ganz besondere Charakter dieses Boulevards  besteht in seiner Vielfältigkeit. In die Medien-Schlagzeilen gekommen ist die Straße im Spätsommer 2017 durch einen verheerenden Anschlag. Das darf und kann natürlich nicht davon abhalten, ihren Reiz und ihre Schönheit zu beschreiben.

Beginn der La Rambla am Columbus-Denkmal direkt am Hafen von Barcelona. (Foto: Clipdealer)

Bei einem beruflichen Informationsbesuch steht auch Tour durch Barcelona auf dem Programm, wobei uns unser Begleiter und Dolmetscher Ramon „sein” Barcelona näher bringen will. Erst blicken wir vom Mont Juic, dem Hausberg der Stadt; wir schlendern später durch das Gotische Viertel im alten Zentrum; besuchen den Hafen und das Tortre Agbar, ein modernes, 142 Meter hohes Bürogebäude an der Avinguda Diagonal.

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Gartenzwerge Laurel & Hardy

Unvergessen ist das Komikerpaar Stan Laurel und Oliver Hardy, das auch im deutschsprachigen Raum als „Dick und Doof“ Millionen von Menschen begeisterte. Ihr Ruhm ist immerhin noch so bedeutend, dass sie neuerdings sogar als „Gartenzwerge” vermarktet werden. Doch haben die Komiker das verdient? Im Grunde genommen nicht, denn Laurel und Hardy waren keine billigen Witzfiguren, sondern Künstler hohen Ranges, auch wenn der von ihnen offerierte Klamauk das nicht immer sichtbar werden ließ.

Die Filmkomiker Laurel und Hardy sind auch als Schmuckfiguren für Gärten beliebt. (Foto: Clipdealer)

Bei aller vordergründigen Effekthascherei machte das gelegentliche nachdenkliche Innehalten und der oftmals eher hintergründige Humor den Erfolg des Duos aus, das immerhin 106 gemeinsame Produktionen (79 Kurzfilme, 27 Spielfilme) zwischen den Jahren 1926 und 1951 auf die Beine stellte.

Obwohl sie nicht mehr zu den klassischen Komikern der Stummfilmzeit gehörten, übernahmen sie viele Elemente in ihre Tonfilme. Vielleicht gerade deshalb rangierten Laurel und Hardy in der Beliebtheit deutlich vor Abbott und Costello (USA) oder Pat und Patachon (Dänemark).

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Marie Curie im Strahlenfeuer

Marie Curie, die zweimalige Nobelpreisträgerin (in Physik und Chemie) wurde vor über 150 Jahren geboren. Ein Blick auf das Leben der Forscherin, deren Porträt Banknoten und Briefmarken zierten, und deren Geburtshaus in Warschau inzwischen zu einem Museum geworden ist, fördert interessante Aspekte zutage. Zum Beispiel die Tatsache, dass Marie Curie zeitlebens den gefährlichen und tödlichen radioaktiven Strahlen ausgesetzt war.

Das Geburtshaus von Marie Curie in Warschau ist heute ein Museum. (Foto: Clipdealer)

An der naheliegenden Überlegung, wie die Welt ohne Curies Entdeckungen heute aussehen könnte, ob es überhaupt Atomkraftwerke und Kernwaffen gäbe, will ich mich gleichwohl erst gar nicht beteiligen. Es ist eine fruchtlose Diskussion, denn hätte Marie Curie zusammen mit ihren Mann Pierre die chemischen Elemente Radium und Polium nicht entdeckt, so ist es doch höchst wahrscheinlich, dass ein anderer Forscher bald nach ihnen fündig geworden wäre, schreitet die Wissenschaft doch ständig voran. Die Zeit war reif…

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Wasserturm wird „Kulturpalast“

Wer mit Automobil oder Fahrrad über die B 44 von Frankfurt am Main in Richtung Groß-Gerau fährt und sich Mörfelden nähert – einem der beiden Ortsteile der Doppelstadt Mörfelden-Walldorf, sieht sogleich diesen Wasserturm. Das 35 Meter hohe Bauwerk wurde 1929 erbaut und diente bis in die 60er Jahre der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser. 

Wasserturm am Ortseingang von Mörfelden. (Foto: Erich Stör)

Als der Turm dann stillgelegt wurde, wurde das Erdgeschoss zunächst einige Zeit als Zentrum der Jugendförderung genutzt. Naturfreunde sowie andere Vereine fanden zeitweise Unterschlupf. Später erlebte das Gebäude Führungen interessierter Bürger. Das 2016 gegründete „Projekt Wasserturm” – überwiegend aus Frauen bestehend –, möchte das Gebäude neuerdings wieder verstärkt künstlerisch und kulturell nutzen lassen. Erste Veranstaltungen gingen bereits im Oktober 2016 und im Jahr 2017 über die Bühne. Das Gebäude erwacht also zu neuem Leben.

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Trödelmärkte für Schatzsucher

Ob in Großstädten wie Frankfurt, Offenbach oder im Südtiroler Meran, wohin ich auch komme: – Floh- oder Trödelmärkte gibt es in meist in jeder Stadt oder Gemeinde. Vieles, was das Herz begehrt, ist an Wochenenden auf den  Tischen zu finden. Auch in Mörfelden-Walldorf läßt sich auf dem Festplatz jeden Monat einiges an interessanten Gegenständen entdecken.

Flohmarkt-Tische bestückt mit reichlich Krempel und Krimskram. (Foto: Clipdealer)

Der Händler ist entschlossen: „30 Euro, das ist das äusserste!”.  Der potentielle Käufer zögert noch, der Standbetreiber legt nach: „Das Teil kostet normal immerhin 50 Euro.” Das „Teil” ist eine weiße, ärmellose Jacke, tatsächlich ganz ordentlich anzusehen. Trödelmarkt wieder einmal, ähnliche Gespräche gibt es auf vielen Märkten in Deutschland (und Europa), an jedem Stand, hier und dort, und früher oder später.

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Andreas Hofer in St. Leonhard

Die Marktgemeinde St. Leonhard in Südtirol ist ein Paradies für Fun-Sportler. Besonders Rafting, das wilde Fahren mit dem Schlauchboot, hat es vielen Besuchern angetan. In St. Leonhard steppt also der Bär, aber zu jeder Jahreszeit ist auch immer noch ein gewisser Andreas Hofer präsent. Der aufmüpfige Sandwirt ist allgegenwärtig und der Rebell  von einst lebt irgendwie noch immer… Auch im nordtirolerischen Innsbruck wird er mit Denkmälern und Museen gefeiert.

Überall präsent: In Innsbruck steht dieses Denkmal von Andreas Hofer. (Foto: Thomas Zagler/Fotolia)

Wer St. Leonhard im Blick hat (oder auch nur durchfährt), wird also – ob er will oder nicht – um Hofer nicht herumkommen. Aus diesem Bergdorf stammt jener Mann, der von vielen Österreichern, speziell aber den Tirolern und Südtirolern noch heute – über 200 Jahre nach seinem Tod – als großer Volksheld verehrt wird. Der Wirt und Viehhändler wurde am 22. November 1767 auf dem Sandhof geboren und agierte 1809 als Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung gegen bayerische und französische Besetzung. Weiterlesen

Klima verwöhnt Meraner Land

Südtirol ist immer eine Reise wert. Im Herbst, wenn die Obsternten anstehen, wird der Landstrich von Touristen und Erholungsuchenden  bevölkert. Eine besondere Attraktion für die vielen Gäste sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff.  Und egal über welche Straße man auch anreist, ob über Reschenpass, Brenner-Autobahn oder Jaufenpass – im Meraner Land samt Etschtal  fühlt sich der Besucher gut aufgehoben.

Ein Kleinod in Meran sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. (Foto: Oliver Stör)

Als ich das erste Mal über den Brenner und von dort über Sterzing (Vipiteno)  und den Jaufenpass in die mittelalterliche Stadt Meran komme, empfängt mich ein herrlichen Sonnentag im „Goldenen Oktober” 1985. Die Kurstadt begrüsst mich freundlich und aufgeschlossen. Ein erster, schmackhafter Cappucino auf der Terrasse des Hotels Aurora an der Kurpromenade mit Blick auf die rauschende Passer weckt sogleich Sympathie. Die Jahre gehen dahin und die Zeit verrinnt. Nach 1985 bin ich immer wieder nach Meran gefahren, manchmal über die Autobahn, Ausfahrt Bozen Süd, gelegentlich auch über Reschenpass und das lange Tal des Vinschgaus. Weiterlesen

Farbenfrohe Ferien auf Eis

Kreativität, Musikalität und gute eisläuferische Fähigkeiten waren von jeher ausschlaggebend für den dauerhaften Erfolg von Eisrevuen. Um das Publikum zu fesseln, sind außerdem prunkvolle Ausstattungen, schillernde Kostüme und humoristische Einlagen unerlässlich. Als die amerikanische Eisrevue Holiday on Ice im Dezember 1951 erstmals in Deutschland gastierte, hatte sie alle diese wichtigen Elemente bereits überaus perfekt einstudiert.

Show-Elemente sind immer Erfolgsrezepte einer Eisrevue. (Foto: Clipdealer)

„Fox tönende Wochenschau” hatte im Kino-Vorprogramm des Roxy-Filmtheaters in Frankfurt einen Kurzbericht über den Erfolg der Eisrevue Holiday on Ice in Nordamerika gezeigt. Obwohl in Schwarz-Weiß und kaum länger als 30 Sekunden, waren die Bilder doch so beeindruckend, dass ich als junger Zuschauer hoffte, die temporeiche Show irgendwann in naher Zukunft auch in Frankfurt am Main live erleben zu können.

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Schmeling gegen Fallobst Vollmer

Im alten Frankfurter Waldstadion, das zu dieser Zeit noch von den amerikanischen Besatzungstruppen beschlagnahmt war, boxte Ex-Weltmeister Max Schmeling im Herbst 1947 gegen den  unbekannten Magdeburger „Aufbaugegner“ Werner Vollmer und siegte deshalb nicht gänzlich unerwartet in der 7. Runde nach einem krachenden Aufwärtshaken durch Knockout.

Als Max Schmeling in Frankfurt gegen Werner Vollmer boxte… (Symbolbild: Clipdealer)

Es ist Sonntag, der 28. September 1947.  In den südlichen Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen und Niederrad sind wieder einmal viele Menschen unterwegs. Das ist immer so, wenn im alten „Reichssportfeld”, das von den Amerikanern seit Ende des Zweiten Weltkrieges „Victory Park” oder „Victory Stadium” genannt wird, eine Großveranstaltung über die Bühne geht.

An diesem Tag also boxt nun dieserr Max Schmeling gegen Werner Vollmer aus Magdeburg, wobei es offensichtlich in erster Linie um die Einnahmen geht, die angeblich eine Million Mark betragen sollen – wie die Börse aufgeteilt wird, bleibt ein Geheimnis der Beteiligten.

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Karl von Drais baut ein Laufrad

Zweihundert Jahre Fahrrad im Jahr 2017!  Das lädt dazu ein, einige Aspekte dieses Fortbewegungsmittels zu beleuchten, das zu einer ganz großen Erfolgsgeschichte geworden ist, besonders für Fahrten zur Arbeit oder Familienausflüge. Es war ein gewisser Freiherr Karl von Drais, der 1817 das so genannte Laufrad erfand – ein Monstrum, bestehend aus einem massiven Holzkonstrukt mit zwei Rädern, dessen Antrieb aus nichts anderes bestand als den eigenen Beinen.

Das Fahrrad gehört heutzutage zum allgemeinen Familiengut. (Foto: Clipdealer)

Mit seinen Füßen musste sich der Fahrer immer wieder vom Boden abstoßen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Pedale hatte das mit eigener Kraft zu bewegende „Fahrrad” (noch) nicht. Immerhin schaffte es der damals 32 Jahre alte Freiherr, am 12. Juni 1817 vierzehn holprige Kilometer zwischen Mannheim und Schwetzingen in einer Stunde zurückzulegen.

Nach ihrem Erfinder wurde das Laufrad fortan „Draisine” genannt, doch so recht konnte sich die eigentlich revolutionäre Erfindung nicht durchsetzen. Das seltsam anmutende Gefährt blieb lange ein Spielzeug für gut Betuchte, die Bedeutung für die Mobilität der Menschen wurde nicht erkannt. Und auch Freiherr Drais erlebte den späteren Siegeszug seiner Erfindung nicht mehr, vielmehr verstarb er 1851 in völliger Armut.

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Chruschtschow als „Ingenieur“

Nikita S. Chruschtschow, sowjetischer Staats- und Parteichef, „überredete“ einst den von Legenden umwobenen Raumfahrt-Chefkonstrukteur Sergej Pawlowitsch Koroljow, in der ursprünglich nur für einen Kosmonauten gebauten Wostok-Kapsel drei Männer fliegen zu lassen. Die geradezu abenteuerliche Idee wurde trotz vieler anfänglichen Bedenken in die Tat umgesetzt, doch pikanterweise wurde Chruschtschow just zu dem Zeitpunkt aller Ämter enthoben, als das von ihm initiierte Raumschiff vom Kosmodrom Baikonur aus in den Himmel startete.

Modell des Wostok-Raumschoffes. (Foto: Clipdealer)

Frühjahr 1964 in Moskau.  Sergej P.  Koroljow, dem Chefkonstrukteur der sowjetischen Sputniks und Wostok-Raumschiffe, verschlägt es schier die Sprache, als in seinem Büro das Telefon klingelt und sich auf der so genannten „Kreml-Leitung” Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow meldet. Das ist zwar an sich nichts Außergewöhnliches, denn zwischen dem Staatslenker einerseits und dem damals wichtigsten Leiter des UdSSR-Raumprogramms besteht im Zusammenhang mit der Entwicklung militärischer und ziviler Raketen stets Redebedarf. Was Koroljow jedoch geradezu entsetzt, ist die Forderung von Chruschtschow, in der Wostok-Kapsel, die für nur einen Kosmonauten konzipiert worden war, drei Mann fliegen zu lassen.

Ein Ding der Unmöglichkeit, widerspricht Koroljow zunächst, doch der Staatschef, der die Wirkung der sowjetischen Raumfahrterfolge jener Jahre zu schätzen weiß wie kaum ein anderer, beharrt auf seinem Wunsch. Und Koroljow beugt sich, so wie es im System damals üblich ist.

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Fledermaus im Trümmerhaufen

Walzerkönig von Wien war Johann Strauss (Sohn). Er hat auch Die Fledermaus geschrieben – und das feurige „Musical” wurde auch vom Film schon oft (1923, 1931, 1933 und 1937) in verschiedenen Ländern adapiert.  Mit dem folgenden Beitrag hat Strauss, dessen in Wien stehendes Denkmal hier abgebildet ist, freilich nichts zu tun, gleichwohl ist es eine spannende Geschichte um seine Operette…

Denkmal des Walzerkönigs Johann Strauss (Sohn) im Wiener Stadtpark. (Foto: Clipdealer)

1944 verfilmte die Terra-Produktion das gute Stück wieder einmal,  diesmal mit Johannes Heesters und Marte Harell in den Hauptrollen. Doch der Farbfilm kam nicht mehr in die Lichtspielhäuser, das Kriegsende ließ auch diesen Film, wie so vieles andere, und im wahrsten Sinne des Wortes, in Schutt und Asche versinken.

Als die Operette im Februar 1950 in der Bundesrepublik gestartet wurde, erzählte Hauptdarsteller Johannes Heesters im Frankfurter Gloria-Palast – das Kino war zu dieser Zeit noch von der US-Armee beschlagnahmt, wurde jedoch gelegentlich für Sondervorführungen freigegeben – den neugierigen Journalisten im Rahmen einer Pressevorführung eine interessante Geschichte über die Rettung des Films.

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Fußballmillionäre zählen Geld

Dem Wahnsinn sind Türen und Tore  geöffnet. Die internationalen Fußball-Klubs machen mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die vermeintlich besten Spieler der Welt. Die Fußballtreter werden dabei mehr und mehr – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut. 

Fußball-Millionäre beim mühseligen Zählen des Geldes. (Foto: Clipdealer)

Juventus Turin kassierte  2016 für den Wechsel des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der 25jährige Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Transfersummem könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Summen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag.

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Sputnik läutet Weltraumfahrt ein

Sputnik, ein kleiner sowjetischer Satellit, erblickte im Oktober 1957 das Licht der Welt. Die in Baikonur gestartete kleine Kugel bildete den Anfang für die internationale Raumfahrt. Doch wenn heute Astro- oder Kosmonauten gleich welcher Nationalität zur ISS (Internationale Raumstation) aufbrechen oder von dort zur Erde zurückkehren, nimmt außer einigen Experten und Enthusiasten, kaum noch jemand Notiz von den Ereignissen.

Sputnik 1 erscheint am Himmel. (Fotomontage: Clipdealer)

Raumfahrt ist zur Routine geworden, Starts vom Kosmodrom Baikonur zum „Außenposten der Menschheit” sind, ebenso wie Landungen nicht mehr erwähnenswert. Nur kleine oder größere Pannen – wie etwa der mißlungene Start eines Versorgungsschiffes – finden noch Eingang in die Medien. Doch das Zeitalter der Raumfahrt ist noch gar nicht so alt. Die ersten Raketenstarts waren vor gerade einmal 60 Jahren eine Sensation.

So nahm auch eines der bedeutendesten Ereignisse des 20. Jahrhunderts in der unwirtlichen Steppe Kasachstans seinen Anfang. Am 4. Oktober 1957 um 22:28:34 Uhr Moskauer Zeit – am Startplatz in Tjuratam war bereits der 5. Oktober angebrochen (Ortszeit 00:28:34 Uhr) – startete mit Donnergetöse und 20 Millionen PS Schubkraft eine zweistufige Interkontinentalrakete vom Typ R 7 in den nächtlichen Himmel, um erstmals in der Geschichte der Menschheit einen kleinen, silbergrauen Satelliten von 83,6 Kilogramm Gewicht in eine Erdumlaufbahn zu befördern. Geschwindigkeit: 28. 000 km/h, Zeit für eine Erdumkreisung etwas über 95 Minuten. 92 Tage verrichtete der erste Erdbegleiter seine Arbeit, ehe er am 4. Januar 1958 verglühte.

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