Naturparadies Mönchbruch

Ganz in der Nähe von Mörfelden-Walldorf liegt das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Es erstreckt sich vom nördlichen Ende Walldorfs bis hin zur Bundesstraße 486 zwischen Mörfelden und Rüsselsheim. Ein Spaziergang im Frühjahr oder Sommer lohnt sich immer… 

Blick in die Mönchbruch-Landschaft (Foto: Oliver Stör)

Wer in der morgendlichen Dämmerung unterwegs ist, kann auf den Wiesen bei guten Licht  oft Rehe beobachten; auch Dam- und Schwarzwild tummelt sich hier. Tagsüber sind viele Besucher mit Fotoapparaten oder auch mit Feldstechern ausgerüstet, um die verschiedenen Vögel im Bild festzuhalten oder auch nur zu beobachten.

Für Foto-Liebhaber bietet der Mönchbruch unglaublich interessante Motive, denn Schwarzmilane, Eisvögel, Waldohreulen, Reiher und Störche bewegen sich in dem weitläufigen Gelände, sogar Kanadagänse mit Küken sind hier zu Hause. Erlen, Wassergräben, alte Eichen und Sumpfwald prägen das Bild der Landschaft. Als ich an diesem schönen Tag im Frühling den Weg entlang wandere, erlebe ich als nur stiller Beobachter immer wieder diese einzigartige Vielfalt.

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Zehn Spronser Wasserpfützen

Im Grunde genommen sind es ja nur Pfützen, aber zusammen doch eine beeindruckende Gruppe von zehn Gewässern: Das sind die Spronser Seen nordwestlich von Meran in Südtirol gelegen, und zugleich die bedeutendste und größte hochalpinen Seeplatte Europas. In einer Höhe zwischen 2100 und 2500 Metern befindet sie sich im Herzen der Texelgruppe, dem südlichen Teil Ötztaler Alpen.

Der Langsee ist die größte „Pfütze“ der Seenplatte (Foto: © MGM/Alex Filz)

In dieser Höhe gibt es reichlich Schnee im Winter und manchmal finden sich selbst im Hochsommer noch Reste der weißen Pracht an den Ufern, was ein wahrer Glücksfall für das im Tal liegende Meran ist, werden doch die Kurstadt und einige der umliegenden Gemeinden von hier aus mit Trinkwasser versorgt.

Interessante Wandertouren gehen an den Seen vorbei und sind ein abenteuerliches Erlebnis, wobei Schwindelfreiheit und Trittsicherheit Voraussetzung sind, geht es gelegentlich doch auch über haarige Pfade und Kanten, die mit Stahlseilen gesichert sind. Diese Bergtour erfordert auf jeden Fall Ausdauer und Durchhaltevermögen, ist sie doch mit rund neun Stunden Auf- und Abstieg (einschließlich Rast) kein Pappenstiel. Weniger Geübte sollten das berücksichtigen.

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Mit der Linie 5 zum Prater

Nein, ich rede hier nicht – wie ja vielleicht zu erwarten wäre – von den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt; die lasse ich heute eher links liegen, habe ich sie doch im Wiener Zentrum zum größten Teil auf Schusters Rappen erkundet. Die Alte Hofburg ebenso wie das Rathaus, natürlich das weltberühmte Burgtheater, die Spanische Hofreitschule, die Staatsoper, das Parlamentsgebäude ebenso wie den Stephansdom. Das legendäre Hotel Sacher habe ich auch nur von außen besichtigt, eine Übernachtung verbietet sich (für mich) aus einleuchtenden, pekuniären Gründen.

Die Wiener Straßenbahnlinie 5 (Foto: Clipdealer)

Wien, Wien, nur du allein… Alles Wichtige ist abgehakt, wie es sich für einen Stadtfremden gehört, und nebenbei den Fiakern bei ihren Rundfahrten mit den Touristen zugeschaut. Auch jener östlichen Teil der Mariahilfer Straße, die vom Westbahnhof in die belebte Innenstadt führt, ist gründlich „erforscht”. Laut Wiener Tourismusbranche ist dieser „Boulevard der Superlative”, in dem sich Geschäft an Geschäft reiht, die Einkaufsstraße Nr. 1 der österreichischen Metropole. Na, ja! Klappern gehört für die Werbeleute auch hier zum Handwerk…

Im Café Westend, einem jener typischen alten Wiener Cafés, habe ich eine Melange bestellt, aber beim Trinken dieses cappuccino-ähnlichen Milchkaffees wohl nicht jene Gelassenheit gezeigt, die ein Kaffeehausbesucher in Wien an den Tag zu legen hat. „Nur nicht so hektisch, der Herr…!” Die Eile hat indessen ihren Grund, möchte ich doch noch in den Prater, denn dort „blühn wieder die Bäume”, wie schon vor Ewigkeiten Robert Stolz komponierte. Der Tag ist schön, wie komme ich also am schnellsten hin?

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Nürnberger Spezialitäten

Nürnberg, die fränkische Metropole mit ihrem mittelalterlichem Charme, glänzt nicht nur mit der Kaiserburg als Touristenattraktion, sondern hat auch noch viel anderes zu bieten. Kulinarisch gesehen sind die Rostbratwürstchen im Weck ebenso beliebt wie zur Weihnachtszeit die schmackhaften Lebkuchen samt Christstollen auf dem Christkindlesmarkt.

Die Kaiserburg in Nürnberg ist eine touristische Attraktion. (Foto: Clipdealer)

Einige bekannte Spielzeug-Manufakturen peppen das Image der Stadt auf, das wegen der Vergangenheit mit den „Rassegesetzen” und diversen Nazi-Massenaufmärschen auf dem  „Reichsparteitagsgelände” lange Zeit schwer angeschlagen war. Mit einem Dokumentationszentrum und informativen Führungen wird dieser Teil einer unrühmlichen Stadtgeschichte intensiv aufgearbeitet.

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Törggelen beim Bergbauern

Urlaub in der Nähe von Meran. Heute ein Wandertag. Wir fahren mit dem Sessellift von Algund nach Vellau, 900 Meter Höhe. Anstiege, Abstiege, ausgiebige Spaziergänge, am Nachmittag über den Saxner-Weg talwärts. Der Magen knurrt, am Wegesrand ein großer Bergbauernhof mit dem einladenden Schild: „Heute Törggelen!”.

Kastanien, Speck und Rotwein… (Foto: Clipdealer)

Auf der engen Terrasse knarrende Dielen und rustikale Holzbänke. Wir bestellen und genießen – von strahlender Sonne beschienen – einladend aussehende Köstlichkeiten. Ein leichter, frischer Rotwein, ein herzhaft schmeckendes Stück Speck, geröstete Esskastanien. „Guten Appetit!” sagt der Mann, der uns bedient hat. Danke. Es mundet eine halbe Stunde lang.

Das also ist Törggelen. Weinverkostung mit kräftigen Zutaten. Beim Bezahlen erklärt uns der Mann, wohl der Bauer selbst, was er zum Törggelen alles anbietet:

„Süßen oder jungen Wein, dazu Schlutzkrapfen, Kaminwurzen oder Speck. Manchmal gibt es auch eine Schlachtplatte mit Knödel und Sauerkraut. Geröstete Kastanien gehören auf jeden Fall dazu. Als Nachtisch bieten wir meist und je nach Wunsch Bauernkrapfen mit Marillen-, Mohn- oder Kastanienfüllung an.”

Im realen Gespräch bezeichnet der Mann den Süßen natürlich als Siaßen, den neuen Wein als Nuier, die Kastanien als Ketschn. Wieder was gelernt. Später im Hotel will ich mehr über das Törggelen erfahren, das vor allem im Etschtal, Vinschgau, an der Südlichen Weinstrasse und im Eisacktal gepflegt wird.

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Dorf der Heidschnucken

Von Hermann Löns (1866-1914) will ich nicht reden, ist mir der Journalist und Schriftsteller wegen seiner übertrieben national angehauchten Heimatdichterei rund um die Lüneburger Heide und seiner politischen Vereinnahmung durch die Nazis doch eher suspekt. Doch abgesehen von Löns ist ein Besuch bei den Heidschnucken gleichwohl lohnenswert. Dazu braucht es nicht die schmalzig-triefenden Filmschnulzen aus den Fünfziger Jahren wie etwa „Rot ist die Liebe” (1956, mit Dieter Borsche, Barbara Rütting, Cornell Borchers) oder „Grün ist die Heide” (1951, mit Sonja Ziemann, Rudolf Prack).

Ein typische, norddeutsche Heidelandschaft. (Foto: Clipdealer)

Bei einer Reise nach Ratzeburg ergab sich vor einiger Zeit die Möglichkeit, die Heidelandschaften zu erkunden, die Heidschnucken bei „ihrer Arbeit” zu beobachten, und einige Orte kennenzulernen, die sich aus pekuniären Grunden ganz und gar dem Tourismus zugewandt haben.

Wir verlassen die Autobahn Nr. 7 nach Hamburg an der Anschlusstelle Egestorf und erreichen nach nur zwei Kilometern die gleichnamige Gemeinde, wo wir in der Lüttringhausener Straße auf den „Egestorfer Hof” stoßen, in dem wir für zwei Tage Quartier beziehen.

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Sensationsfahrt zum Gardasee

Italien gilt vielen Deutschen als Traum- oder Sehnsuchtsland. Besonders nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges stieg anfangs der Fünfziger Jahre die Reiselust in den „Stiefel” sprunhaft an. Clevere Veranstalter nutzen die Situation und boten entsprechende Urlaubsreisen an. Am 3. Juni 1950 offerierte das „Bayerische Reise – und Verkehrsbüro” in einer Annonce den Lesern der “Frankfurter Rundschau” unter dem Titel „Die große Reise-Sensation” eine „Großfahrt im Super-Luxus-Autobus” nach Tirol und Großglockner sowie anschließend nach Venedig und an den Gardasee. Kostenpunkt für die zwölftägige Tour: 286.50 Deutsche Mark. Was aus heutiger Sicht preisgünstig erscheint, war für die damalige Zeit ganz schön happig, denn noch Ende der Vierziger Jahre bildeten Reisen für die 1949 zu Bundesbürgern gewordenen Westdeutschen eher die Ausnahme.

Das Klischee vom Spaghetti-Land… (Foto: Swift Publisher)

Das durch die Währungsreform 1948 knapp gewordene Geld konnte zunächst nur selten in einen Urlaub gesteckt werden, waren doch die durch den Zweiten Weltkrieg geschlagenen Wunden immer noch deutlich spürbar. Erst im Sommer 1950 konnten sich viele Menschen wieder eine kleine Auszeit gönnen. Oberbayern, Allgäu, die Bodensee-Region und der Schwarzwald sowie Badeorte an Nord- und Ostsee waren die bevorzugten Ziele. Als ab dem 1. Juli das Reisen erleichtert wurde, weil für die Grenzpassagen nur noch ein Pass benötigt wurde, – zuvor war eine Ausreisegenehmigung erforderlich gewesen – eröffnete sich am Horizont auch für die Reisebranche ein neuer Markt: das Ausland!

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An der Südtiroler Weinstraße

Schmackhafte Köstlichen aus der Küche sind immer inbegriffen, wenn die „Südtiroler Weinstraße“ bei Bozen erkundet wird. Die eindrucksvolle Natur lässt mit zahlreichen höchst interessanten Wandermöglichkeiten geradezu leuchten – besonders im September und natürlich im „Goldenen Oktober”, wenn unter strahlend blauem Himmel die Äpfel und Trauben geerntet werden.

Der Landstrich zieht sich von Nals bis nach Salurn durch Überetsch und Unterland. Wir kommen von Meran, passieren die Gemeinden Andrian und Eppan, erreichen schließlich Kaltern. Wer am Kalterer See wandert – nebenbei der wärmste See der Alpen –, oder mit dem Auto die schmalen Straßen befährt, wird an den Hängen und unter Lauben neben Apfelsorten vor allem immer wieder viele dunkelblaue Weintrauben an den Pergeln reifen sehen – nicht nur dort übrigens, sondern an vielen anderen Orten auch. 

Im Südtiroler Etschtal reift vorzüglicher Wein… (Foto: Erich Stör)

Nach der Ernte wird aus der Frucht der süffige „Vernatsch“ gepresst und gegoren, der nebenbei bemerkt auch als Variante namens Trollinger in Württemberg beliebt ist. Zugegeben, Weinkenner sind wir nicht, aber natürlich wissen wir einen guten Tropfen zur Essenszeit zu schätzen. Auch einen Vernatsch darf gerne darunter sein. Informieren wir uns also im Kalterer Weinmuseum. Wir erfahren einiges über die verschiedenen Sorten, über den „Kalterersee“, den „St. Magdalener”, den „Bozner Leiten” und den „Meraner Hügel”.

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Goldener Oktober in Südtirol

Egal über welche Straße man auch anreist, ob über Reschenpass, Brenner-Autobahn oder Jaufenpass – im Meraner Land samt Etschtal  ist der Urlauber immer gut aufgehoben. Als ich das erste Mal über den Brenner und von dort über Sterzing (Vipiteno)  und den Jaufenpass in die mittelalterliche Stadt Meran komme, empfängt mich ein herrlichen Sonnentag im „Goldenen Oktober” 1985. Die Kurstadt begrüsst mich freundlich und aufgeschlossen.

Herbst in Südtirol: die Apfelernte steht vor der Tür. (Foto: Erich Stör)

Ein erster, schmackhafter Cappucino auf der Terrasse des Hotels Aurora an der Kurpromenade mit Blick auf die rauschende Passer weckt sogleich Sympathie. Die Jahre gehen dahin und die Zeit verrinnt. Nach 1985 bin ich immer wieder nach Meran gefahren, manchmal über die Autobahn, Ausfahrt Bozen Süd, gelegentlich auch über Reschenpass und das lange Tal des Vinschgaus.

Die Stadt erlebe ich in diesen Jahren sowohl im milden Frühling als auch im heißen Sommer, meistens aber im golden schimmernden, sonnigen Herbst. Es sind erholsame Tage zwischen all den Bergen, auch wenn es wetterbedingt natürlich auch trübe Stunden im Etschtal gibt. Im April fasziniert die Obstblüte, im Oktober die Apfel- und Traubenernte – dazu das Meraner Traubenfest natürlich. Gerne ein Glas Rotwein.  Und das milde Klima ist ohnehin eine lockende Versuchung.

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Bummel über die La Rambla

Eine der bekanntesten Stadtstraßen der Welt ist die La Rambla in der katalanischen Metropole Barcelona. Sie führt vom Hafen zum Plaça de Catalunya oder umgekehrt. Der besondere Charakter dieses Boulevards besteht in seiner einmaligen Vielfältigkeit. Bei einem beruflichen Informationsbesuch in Barcelona steht eine gedrängte Besichtigungstour auf dem Programm, wobei uns unser Dolmetscher Ramon „sein” Barcelona näher bringt.

Die „La Rambla“, nahe des Columbus-Denkmals am Hafen. (Foto: Clipdealer)

Erst blicken wir vom Mont Juic, dem Hausberg Barcelonas, auf die Dächer der Stadt; wir schlendern später durch das Gotische Viertel im alten Zentrum; besuchen den Hafen und das Tortre Agbar, ein modernes, 142 Meter hohes Bürogebäude an der Avinguda Diagonal. Im Fußballstadion des FC Barcelona lassen wir – obwohl an diesem Tag kein Fußballspiel im Camp Nou über die Bühne geht –, die Künste von Lionel Messi und Co. bei einer grandiosen Multimedia-Show vor unseren Augen Revue passieren. Und man muss nicht dem christlichen Glauben huldigen, um die berühmte römisch-katholische „Sühnekirche der Heiligen Familie” (Sagrada) als Augenweide zu empfinden.

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