Die andere „Philadelphia Story“

Ein kurzer Aufenthalt in der us-amerikanischen Stadt Philadelphia, in der vor über 200 Jahren die Verfassung und die Unabhängigkeitserklärung der USA verkündet wurden, ist auch heutzutage höchst interessant – und danach lassen sich viele Besucher in Kutschen um das berühmte Gebäude fahren.

Kutscher laden zur Rundfahrt um die Unabhängigkeitshalle. (Foto: Clipdealer)

Vom Filmklassiker The Philadelpia Story,  der in Deutschland einst als Die Nacht vor der Hochzeit  in die Kinos kam, und mit Katharine Hepburn, Cary Grant und James Stewart brillant besetzt war, rede ich hier nicht, sondern von jenem politischen Ereignis, das Philadelphia in die Geschichte eingehen ließ.  Denn die historische Entscheidung, sich von Großbritanninen loszusagen, fiel vor langer Zeit in der heute fünftgrößten US-Stadt an der Ostküste des Landes und machte die USA in der Folge zur Weltmacht Nr. 1.

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Fotografen belagern Tower Bridge

Es gibt Millionen von Brücken auf der Erde. Sie alle verbinden getrennte Stadtteile, überqueren Straßen, Gewässer und Eisenbahnlinien, verbinden Inseln mit dem Festland. Für die Mobilität sind sie unverzichtbar. Und viele von ihnen haben eine interessante Geschichte  – so wie etwa die Londoner „Tower-Bridge“.

Die berühmte „Tower Bridge“ in London ist ein Objekt der Begierde für viele Lichtbildner. (Foto: Oliver Stör)

Alleine im Wohnort des Autors mit etwa 15 000 Einwohnern gibt es zwei Brücken über die Autobahn, drei über oder unter der nahen Eisenbahnlinie und fünf über einen kleinen Bach. Obwohl sie immer den reibungslosen Verkehrsablauf gerantieren, sind sie doch eher unbedeutend – ganz anders als bei den berühmten Brücken dieser Welt.

Eine davon ist die Tower-Bridge in London. Sie gehört zu den am meisten fotografierten Bauwerken überhaupt – kein Wunder, zeugt sie doch von außerordentlicher Kühnheit ihrer Erbauer. Es waren die Architekten Jones, Wolfe-Barry und Stevenson sowie Hunderte von Bauleuten. Heutzutage stehen jeden Tag Hunderte von Touristen in der Nähe der Brücke, zücken ihre Fotoapparate, visieren die von 1886 bis 1894 im neugotischen Stil errichtete Hänge- und Klappbrücke an und machen sie damit zu einem der am meistfotografierten Objekte der Welt.

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Ein Sputnik am Sternenhimmel

Sputnik, ein sowjetischer Satellit, erblickte im Oktober 1957 das Licht der Welt. Die in Baikonur gestartete kleine Kugel bildete den Anfang für die internationale Raumfahrt. Doch wenn heute Astro- oder Kosmonauten gleich welcher Nationalität auch immer  zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen oder von dort zur Erde zurückkehren, nimmt außer einigen Experten und Enthusiasten, kaum noch jemand Notiz von den Ereignissen.

Eine kleine Kugel namens Sputnik flog im Oktober 1957 um die Erde. (Symbolfoto: Clipdealer)

Raumfahrt ist zur Routine geworden, Starts vom Kosmodrom Baikonur zum „Außenposten der Menschheit” sind, ebenso wie Landungen nicht mehr erwähnenswert. Nur kleine oder größere Pannen – wie etwa der mißlungene Start eines Versorgungsschiffes – finden noch Eingang in die Medien. Doch das Zeitalter der Raumfahrt ist noch gar nicht so alt. Die ersten Raketenstarts waren vor gerade einmal 60 Jahren eine Sensation.

So nahm auch eines der bedeutendesten Ereignisse des 20. Jahrhunderts in der unwirtlichen Steppe Kasachstans seinen Anfang. Am 4. Oktober 1957 um 22:28:34 Uhr Moskauer Zeit – am Startplatz in Tjuratam war bereits der 5. Oktober angebrochen (Ortszeit 00:28:34 Uhr) – startete mit Donnergetöse und 20 Millionen PS Schubkraft eine zweistufige Interkontinentalrakete vom Typ R 7 in den nächtlichen Himmel, um erstmals in der Geschichte der Menschheit einen kleinen, silbergrauen Satelliten von 83,6 Kilogramm Gewicht in eine Erdumlaufbahn zu befördern. Geschwindigkeit: 28. 000 km/h, Zeit für eine Erdumkreisung etwas über 95 Minuten. 92 Tage verrichtete der erste Erdbegleiter seine Arbeit, ehe er am 4. Januar 1958 verglühte.

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Bogart & Bacall in Hollywood

Die Liebes- und Ehegeschichte von Lauren Bacall und Humphrey Bogart in der profitorientierten Gnadenlosigkeit der Hollywood-Maschinerie, die ihnen indessen immerhin den Traumfabrik-Regeln entsprechend Sterne auf der „Straße des Ruhms“ in Los Angeles schenkte. Es ist nicht nur eine Ehestory, die zu erzählen ist,  sondern auch die Würdigung zweier charismatischer Filmkünstler.

Auf der „Straße des Ruhms“ haben auch Lauren Bacall und Humphrey Bogart ihren Stern (Foto: Clipdealer)

In einer der vielen Quizsendungen, die derzeit im deutschen Fernsehen zu sehen sind, wurde ein Kandidat sinngemäß gefragt, unter welchen Künstlernamen eine gewisse Betty Joan Perske im alten Hollywood berühmt geworden sei. Die richtige Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Lauren Bacall!” Zweifellos war der Befragte ein guter Kenner der Filmhistorie.

Diese Lauren Bacall war 1944 von Regisseur Howard Hawks entdeckt worden, als er ihr als blutige Anfängerin und im zarten Alter von 20 Jahren die Hauptrolle in dem Film „Haben und Nichthaben” nach Motiven eines Romans von Ernest Hemingway anvertraute. Ihr Partner in diesem Abenteuerstreifen war kein Geringerer als der 25 Jahre ältere Humphrey Bogart, den sie bald darauf heiratete. Während Bogart 1957 im Alter von nur 57 Jahren einer Krebserkrankung erlag, starb Lauren Bacall 2014 im Alter von 89 Jahren. Die Liebes- und Ehegeschichte der beiden Hollywood-Filmstars aber hat viele Filmfreunde bis auf den heutigen Tag bewegt.

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Eismensch Ötzi badete nie im See von Vernagt

Im Schnalstal in Südtirol lädt der Vernagter Stausee  zu einer interessanten Rundwanderung ein. Es ist eine traumhafte Gegend, in der einst der berühmt gewordene Eismensch Ötzi lebte. Von der Staatsstraße 38 im Südtiroler Vinschgau führt der Weg von Naturns aus vorbei an Schloß Juval, in dem Bersteiger-Legende Reinhold Messner lebt und ein Museum eingerichtet hat. Nach kühnen Straßenkehren und hinter den Fraktionen „Karthaus” und „Unsere Frau in Schnals” liegt das Dorf Vernagt am gleichnamigen Stausee, der in den Fünfziger Jahren erbaut wurde, und in dem nach der Inbetriebnahme damals acht uralte Bergbauernhöfe im Wasser versanken.

Sommerlicher Blick auf den Vernagter Stausee im Südtiroler Schnalstal. (Foto: Oliver Stör)

Wenn der Pegelstand besonders niedrig ist, ragt – ähnlich wie am Reschensee – die Turmspitze einer versunkenen Kapelle aus dem Wasser, die 65 Meter hohe Staumauer steht wie ein mächtiger Wächter vor dem rund 1,26 Quadratkilometer großen, künstlich angelegten Gewässer, das von den Etschwerken Bozen und Meran betrieben wird. Strom fließt für den Vinschgau, das Etschtal, Meran und Bozen…

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