Rechtsanwalt Borchert ohne Lizenz in Zürich hausend…

Thomas Borchert ist erfolgreicher Wirtschaftsanwalt. Er wickelt für einen Frankfurter Konzern internationale Geschäfte in Südamerika ab. Ein Bestechungsskandal kostet ihn seinen Job, denn seine Arbeit- und Auftraggeber retten auf seine Kosten ihre eigene Haut, und bürden ihm die Schuld auf. Borchert ist das „Bauernopfer“, verliert seine Lizenz,  kehrt in seine Heimatstadt Zürich zurück und arbeitet in der Kanzlei der Anwältin Dominique Kuster als Berater, zieht gleichwohl mit seiner Erfahrung im Hintergrund an manchen Strippen. Borchert haust in einem altertümlichen Wohnwagen, der auch schon mal Ziel der bösen Buben ist, wenn sie sich vom Anwalt ertappt fühlen.

Das ist die Grundidee der Fernsehserie „Zürich-Krimi“. Es liegt auf der Hand, dass die Fälle des ungewöhnliches Teams in der Schweizer Geldhauptstadt spielen, liegen doch nach Ansicht der Filmemacher die Themen Korruption, Bestechung, Menschenhandel, Bauskandale, Pharma-Panschereien und Geldwäsche offensichtlich auf Zürcher Straßen. Genug Stoff für eine Serie, die sich seit 2016 großer Beliebtheit beim Fernseh-Publikum erfreut, haben sich doch sowohl Figuren als auch Inhalte seit dem ersten Film gut entwickelt. Die komplexe und oft mit überraschenden Wendungen ausgestattete Borchert-Reihe ist auch aus meiner Sicht einer der besseren aus der deutschen Fernseh-Landschaft und durchaus genießbar. 

Kohlunds wuchtiger Auftritt

Wer sind die Protagonisten dieser Serie, von der bisher 16 Folgen ausgestrahlt wurden? Im Kern Thomas Borchert (Christian Kohlund), dessen Namen in jedem Titel verwendet wird, und dessen wuchtige, sonore Stimme die Szenerie dominiert sowie Kollegin Dominique Kuster (Ina Paule Klink), die sich schon in der Wilsberg-Serie des ZDF als Anwältin erste Sporen verdiente. Polizeihauptmann Marco Furrer (Pierre Kiwitt) ist mit Dominique verbandelt, und gerät deshalb in manchen Interessenkonflikt. Anwalt Dr. Reto Zanger (Robert Hunger-Bühler) ist Freund von Borchert und zugleich Vater von Dominique. Seine oft zwielichtigen Mandanten reizen zu Wortgefechten und zur spürbaren Entfremdung von Tochter Dominique. Beide bemühen sich um Normalität,  doch die Spannungen bleiben. Nicht unwichtig die Anwaltssekretärin Regula Gabrielli (Susi Banzhaf) und Borcherts „persönlicher Taxifahrer“ Beat Bürki (Andrea Zogg), die den Filmen zusätzliche Würze geben. 

Manche Rollen wurden im Laufe der Jahre aus verschiedenen Gründen umbesetzt. Das trifft auf die Rolle der Dominique Kuster zu, die im ersten Film von Katrin Bauernfeind gespielt wurde, das trifft auch auf Hauptmann Furrer zu, der in den Folgen 1-6 von Felix Kramer verkörpert wurde; Regula Gabriellis Rolle war in den Folgen 1-4 von Anita Valescica gespielt worden.

Christian Kohlund, Regisseurin Connie Walther (r.) und Kamerafrau Birgit Gudjonsdottir bei Dreharbeiten zu „Borchert und der Mord ohne Sühne“. (Foto: © ARD-Degeto/Tomas Obermaier)

In unregelmäßigen Abständen wurden die bisherigen 16 Filme von der ARD ausgestrahlt, in zwölfen davon führte Roland Suso Richter Regie, was den von verschiedenen Autoren verfassten Drehbüchern (zehn von Wolf Jacoby) den Stempel aufdrückt. Kontinuität ist also gegeben. 2022 wurden zwei weitere Filme gedreht, die sich in der Postproduktion befinden, und deren Sendetermine noch nicht feststehen. Bei ihnen war Connie Walther Regisseurin. 

Alle Borchert-Filme im Überblick

Borcherts Fall, Borcherts Abrechnung, Borchert und die letzte Hoffnung, Borchert und die Macht der Gewohnheit, Borchert und die mörderische Gier, Borchert und der Sündenfall, Borchert und die tödliche Falle, Borchert und der fatale Irrtum, Borchert und der Tote im See, Borchert und der eisige Tod, Borchert und der Mord im Taxi, Borchert und die Zeit zu sterben, Borchert und der verlorene Sohn, Borchert und die bittere Medizin, Borchert und das Geheimnis des Mandanten, Borchert und die dunklen Schatten, Borchert und die alten Freunde (noch nicht ausgestrahlt), Borchert und der Mord ohne Sühne (abgedreht), Borchert und die Spur der Steine (abgedreht).

INFO: „Der Zürich-Krimi" ist eine Produktion der Graf-Film in Koproduktion mit Mia-Film, gefördert durch den Tschechischen Staatsfonds der Kinematografie, in Auftrag gegeben von der ARD (Degeto). Die Aufnahmen erfolgen in der Regel in Zürich und Prag.