Der Händler ist entschlossen: „30 Euro, das ist das äusserste!”.  Der potentielle Käufer zögert noch, der Standbetreiber legt nach: „Das Teil kostet normal immerhin 50 Euro.” Das „Teil” ist eine weiße, ärmellose Jacke, tatsächlich ganz ordentlich anzusehen. Trödelmarkt wieder einmal, ähnliche Gespräche gibt es auf vielen Märkten in Deutschland (und Europa), an jedem Stand, hier und dort, und früher oder später.

Ein Tisch voller Flohmarkt-Spezialitäten (Foto: Clipdealer)

Der tüchtige Händler hat ein Schild an seinem Stand angebracht. „Abraham” steht darauf – heisst er also wie einst der „Trödler Abraham” im Schlager von Wolfgang Hofer 1971? „Ist nur ein Scherz”, schmunzelt der Flohmarktmensch und verstaut das Schild wieder in seinem Auto, während er so ganz nebenbei eine Porzellanvase verscherbelt.

Es gibt nichts, was es hier auf dem Platz nicht gibt. Die Palette an Gegenständen aller Art ist vielfältig. Hier liegt ein Stahlhelm auf dem Tisch, dort gebrauchte Klamotten, Bücher, Nippes aller Art, ein Globus leuchtet in der strahlenden Sonne, ein altes Telefon mit Wählscheibe wird feilgeboten, eine vorsintflutliche Agfa-Box sucht einen neuen Besitzer, Gemälde stehen herum, Kopfkissen, Münzen, Tassen; alles was das Herz begehrt.

Die Tapetentische oder Bierzelt-Garnituren der Händler sind bis an den Rand belegt. Gesprächsfetzen hier und dort, es geht natürlich immer um die Preise. „50 Cent”, höre ich an einem Stand, „Zehn Euro” bei seinem Nachbarn. „Zu teuer”, erklingt eine Stimme aus dem Nichts…

„Ich geh’ mal schnell ne Bratwurst essen”, sagt die Frau von nebenan, während sich jemand intensiv alte Ansichtskarten durch die Finger gleiten lässt. „Zehn Stück für 50 Cent”, offeriert der dünne Mann dem Interessenten.

Aus der Ferne höre ich eine Stimme: „Schönes Wetter heute”. Ja, das stimmt. Der Festplatz von Walldorf liegt in der Sonne – ist nicht immer so, wenn Flohmärkte sind, ansonsten nichts Außergewöhnliches…