Samantha Cristoforetti als „Boss“ auf der Raumstation

Samantha Cristoforetti studierte in München, Toulouse und Moskau, war Pilotin der Luftwaffe und hielt sich schon 199 Tage in der ISS auf. Ende Mai 2021 wurde sie für einen zweiten Raumflug und als ISS-Kommandantin nominiert.

Samantha Cristoforetti, die 2022 zusammen mit den NASA-Astronauten Lindgren und Hines in einem SpaceX-Raumschiffs zur ISS starten soll, geniesst als Astronautin hohes Ansehen sowohl bei der ESA als auch bei den internationalen Partnern. Vorbehaltlich der Einhaltung aller operativen Planungen und der vorgesehenen Starts ist es deshalb keine wirklich große Überraschung, dass die 44-jährige Italienerin während ihres geplanten Aufenthaltes auf der Station 2022 die Aufgabe der ISS-Kommandantin übernehmen soll.

Wer wird (und warum) Kommandant oder Kommandantin der Raumstation? Darüber berichtet die Europäische Weltraumagentur (ESA) in einem Statement. Zuständig für die Auswahl ist demnach das so genannte „Multilateral Crew Operations Panel (MCOP)”. In diesem Gremium sitzen Vertreter aller fünf internationalen ISS-Partner: NASA (USA), Roskosmos (Russland), JAXA (Japan), ESA (Europa) und CSA (Kanada).

Der ESA-Astronaut Frank de Winne, erster europäischer Kommandant der ISS, und jetzt Leiter des Astronautenzentrums in Köln, der die Interessen der ESA im MCOP vertritt, sagt: „Die Gesamtsteuerung der Station obliegt zwar der Flugleitung am Boden, trotzdem spielt der Kommandant eine wichtige Rolle: Sie oder er muss dafür sorgen, dass die Crew zusammenhält und dass die Kolleginnen und Kollegen auf der Erde und im All gut zusammenarbeiten, so dass alle ihre Aufgaben bestmöglich erledigen können.”

Samantha Cristoforetti war 2014 zum ersten Mal in der Internationalen Raumstation tätig. Sie war mit dem russischen Sojus-Raumschiff TMA 15 von Baikonur aus gestartet und nach 199 Tagen im Weltraum in der Steppe von Kasachstan gelandet.

 „Als Vertreterin Europas erneut zur Internationalen Raumstation fliegen zu dürfen, ist an sich schon eine große Ehre. Zusätzlich zur Kommandantin ernannt zu werden, erfüllt mich mit Demut. Ich freue mich darauf, meine im All und auf der Erde gesammelten Erfahrungen einzubringen und das äußerst fachkundige Team im Orbit zu leiten.“

Quellen: Europäische Weltraumagentur ESA, Roskosmos, Website Spacefacts, Archiv: Signale)