Lionel Messi (und andere) beim Zählen des Geldes

Fußballstar Lionel Messi müsste jahrelang im Sekundentakt je einen Euro zählen, um sein Jahresgehalt von geschätzten 30 bis 35 Millionen zu erreichen. Einige Rechenbeispiele…

Eine gigantische Zahl schwebt durch die Fußballwelt. Der bisher beim FC Barcelona spielenden Argentinier Lionel Messi soll bei seinem neuen Klub Paris St. Germain ein Jahresgehalt von geschätzten 30 bis 35 Millionen Euro beziehen. Eine kaum vorstellbare Summe für einen Fußballspieler, doch im Prinzip nichts Neues. Dem Wahnsinn im Fußball sind schon seit langem Türen und Tore geöffnet, was auch immer wieder bei den Ablösesummen zum Ausdruck kommt. International agierende Klubs machen da mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die Spieler. Die Balltreter werden dabei  – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut. Juventus Turin kassierte  2016 für den Transfer des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen. Ronaldo ging 2018 für den Betrag von 117 Millionen Euro von Real Madrid zu Juventus Turin.

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Summen könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Zahlen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag, wobei alle genannten Beträge nur von externen Experten errechnet werden, denn offiziell werden keine Zahlen genannt. Manche Gehälter treiben indessen auch vermeintliche große Klubs (wie den FC Barcelona im Fall des ablösefreien Messi) an den Rande des Ruins.

Auch wenn der Fußballfreund sich inzwischen an solche Gehälter oder Ablösesummen gewöhnt hat, ist wohl nur Rechenkünstlern bewusst, um welche Beträge es wirklich geht – was vor allem an unserer erlernten, verkürzten Schreibweise von Zahlen liegt. Wenn wir nämlich von der Zahl 1000 auf 1 000 000 wechseln, werden entweder nur drei Nullen angehängt oder sogar ganz knapp nur von „1 Mio.” gesprochen. Eine Sekundensache mit fataler Wirkung, müsste doch im Grunde genommen die Zahl 1000 immerhin eintausend Mal hingeschrieben werden, um auf eine Million zu kommen.

Der Wissenschaftsautor Hoimar von Ditfurth hat in seinem Buch „Kinder des Weltalls” ein Beispiel genannt, um die Dimensionen solcher Zahlen zu verdeutlichen. Von Ditfurth schreibt:

„Bis tausend kann man, wenn man in jeder Sekunde eine Zahl ausspricht, in rund einer Viertelstunde zählen. Bis zu einer Million braucht man – einen achtstündigen Arbeitstag für das Zählen gerechnet – schon einen ganzen Monat.”

Für die 120 Millionen Ablöse von Pogba wären 120 Monate tägliches Zählen erforderlich, also zehn Jahre. Beim Neymar-Handel ist  bei  222 Millionen immerhin von 222 Monaten die Rede, also von achtzehneinhalb Jahren. Blickt man unter diesem Aspekt auf die Transfersummen, wird erst klar, um welche Beträge es sich in Wirklichkeit handelt. Beim Gehalt von Messi bei Paris St. Germain (unterstellen wir nur die „geringe“ Summe von 30 Millionen) handelt es sich indessen nur um die „kurze Zeit“ von zweieinhalb Jahren für ein Jahressalär. Trotzdem eine ziemlich mühselige Angelegenheit…

Die Kommerzmaschine Fußball läuft  weltweit und besonders in Europa (und neuerdings in China) auf Hochtouren. Es wäre freilich nicht verwunderlich, wenn dieses Gebäude bei völlig überhitzter Konjunktur irgendwann mit einem großen Krach in sich zusammenfiele.

 ”Der Gott des Geldes wird immer größer, und irgendwann verschlingt er alles.“

Das sagte Christian Streich, der Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, der seit langem schon (und immer wieder) die horrenden Ablösesummen und Gehälter im Profi-Fußball kritisiert. Dem ist nichts hinzuzufügen…