Gekochtes Essen dient nicht nur der notwendigen Nahrungsaufnahme des Menschen, sondern die Zubereitung selbst ist zu einem Spaßfaktor geworden, dem das Fernsehen einen beträchtlichen Teil seiner Sendezeit widmet. Ob es nun „Die Küchenschlacht” ist, ob „Restaurant-Tester” oder „Der Vorkoster” – schlicht alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat, findet den Weg auf die Bildschirme.

Warme Speisen brachten einen Evolutionsschub…. (Zeichnung. Swift Publisher)

Nicht nur Profis kochen in diversen Restaurantküchen was das Zeug hält, auch Millionen von Hausfrauen müssen sich am heimischen Herd mit dem Kochen beschäftigen, dazu werkeln unzählige männliche Hobby-Köche mit Topf und Pfanne. Das „Erwärmen von Speisen” ist zu einem wahren Volkssport geworden. Dieses Warmmachen und das daraus entstandene Kochen sollen dem Menschen sogar den entscheidenden Evolutionsschub gegeben haben.

Erst als der Frühmensch die Fähigkeit entwickelt habe, Rohkost jeder Art zu erwärmen und damit gleichzeitig verdaulicher zu machen, ist die Entwicklung des menschlichen Gehirns entscheidend vorangekommen – so jedenfalls Richard Wrangham – Forscher der renommierten Harvard-Universität in Cambridge (Massachusetts). Vor einiger Zeit wurde diese These auch im Hamburger Magazin „P. M.” erläutert. Wrangham zufolge hat sich vor knapp zwei Millionen Jahren die Anatomie und das Denkvermögen des Menschen nur deshalb entscheidend weiter entwickelt, weil der Homo sapiens es lernte, seine bis dahin fast ungenießbar kalten Mahlzeiten zu erwärmen.

Zu jeder These gibt es Antithesen. So auch in diesem Fall. Unter Experten gilt es zwar als unstrittig, dass vor langer Zeit eine anatomische Veränderung beim Menschen stattgefunden hat, doch manche glauben, der Weg sei gerade umgekehrt verlaufen: Nicht das Kochen stehe am Anfang der Evolution, sondern das bereits hoch entwickelte Hirn. Nur so sei der Mensch überhaupt erst auf die Idee gekommen, rohe Nahrung zu erhitzen.

Die Diskussion erinnert an die Sache mit dem Huhn und dem Ei und der oft gestellten Frage, wer wohl zuerst da gewesen ist… In diesem Sinne: Guten Appetit!