Donna Leon entdeckt Brunetti hinter dem Opernhaus

Alle Jahre erscheint im Sommer ein Kriminalroman der in Venedig lebenden Schriftstellerin Donna Leon. Hauptfigur ist der venezianische Commissario Guido Brunetti, der sich als redliche Haut täglich mit Kriminalität und Korruption in der von Kanälen und Lagunen durchzogenen morbiden Stadt beschäftigen muss.

Am Canale Grande in Venedig ist Commissario Brunetti zu Hause. (Foto: Swift Publisher)

Venedig bildet mit seinen engen Gassen, den farbenprächtigen Palästen, den Kanälen und den Gondolieres einen funkelnden Hintergrund für die Fälle des sympathischen, aber gleichwohl unbequemen Brunetti. Der Commissario schätzt guten Wein und mediterranes Essen; er ist anständig und humorvoll, verzweifelt indessen immer wieder an seiner korrupten Umwelt.

Innerhalb der Familie kann Brunetti auf seine intelligente Ehefrau Paola – sie ist Dozentin für englische Sprache – sowie auf seine Tochter Chiara und Sohn Raffi zählen. Beruflich gibt Brunetti immer sein Bestes, um Verbrecher jeder Art zu überführen. Die Palette reicht von einfachen Mord und Totschlag bis hinein in die feinsten Verästelungen von Wirtschaftskriminalität und Korruption.

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Luxusreise ins Spaghetti-Land

Italien gilt vielen Deutschen als Traum- oder auch Sehnsuchtsland. Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges stieg anfangs der Fünfziger Jahre die Reiselust in den „Stiefel” sprunghaft an. Dementsprechend wurden schon bald die ersten interessanten Urlaubsreisen angeboten. Am 3. Juni 1950 offerierte zum Beispiel das „Bayerische Reise – und Verkehrsbüro” in einer Annonce den Lesern der “Frankfurter Rundschau” unter dem Titel „Die große Reise-Sensation” eine „Großfahrt im Super-Luxus-Autobus” nach Tirol und Großglockner sowie anschließend auch nach Venedig und an den Gardasee.

Hübsch angerichtetes Essen verkörpert das Klischee vom Spaghetti-Land. (Foto: Swift Publisher)

Kostenpunkt für die zwölftägige Tour: 286.50 Deutsche Mark. Was aus heutiger Sicht preisgünstig erscheint, war für die damalige Zeit ganz schön happig, denn noch Ende der Vierziger Jahre bildeten Reisen für die 1949 zu Bundesbürgern gewordenen Westdeutschen eher die Ausnahme.

Das durch die Währungsreform 1948 knapp gewordene Geld konnte zunächst nur selten in einen Urlaub gesteckt werden, waren doch die durch den Zweiten Weltkrieg geschlagenen Wunden immer noch deutlich spürbar. Erst im Sommer 1950 konnten sich viele Menschen wieder eine kleine Auszeit gönnen. Oberbayern, Allgäu, die Bodensee-Region und der Schwarzwald sowie Badeorte an Nord- und Ostsee waren die bevorzugten Ziele. Als ab dem 1. Juli das Reisen erleichtert wurde, weil für die Grenzpassagen nur noch ein Pass benötigt wurde, – zuvor war eine Ausreisegenehmigung erforderlich gewesen – eröffnete sich am Horizont auch für die Reisebranche ein neuer Markt: das Ausland!

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