Nudeltopf lockt Señor Alonso

Als im April 2017 bekannt wurde, dass der spanische Formel 1-Exweltmeister Fernando Alonso auf den WM-Lauf in Monaco (Monte Carlo) verzichtet, und statt dessen beim berühmten 500 Meilen-Rennen von Indianpolis startet – eine Nachricht, deren Bedeutung nicht jedermann auf Anhieb begriff –, rief ich mir in Erinnerung, welche Rolle dieses „Indy 500” in der Geschichte des Motorsports gespielt hat und immer noch spielt.

Fernando Alonso startet beim Indy 500 (Foto: Clipdealer)

Jedes Jahr im Mai geht in Indianapolis dieses spektakulärste Autorennen der Welt über die Bühne, bei dem sich 400 000 Zuschauer auf den Tribünen tummeln. Und nachdem das Publikum der mit viel Pathos und Inbrunst vorgetragenen, inoffiziellen Hymne des US-Bundesstaates Indiana („Indiana Back Home Again”) gelauscht hat, steigen Tausende von Luftballons in den Himmel und es ertönt die knappe Aufforderung: „Gentlemen start your engines!”, was nichts anderes heißt, als „Meine Herren, starten Sie ihre Maschinen!“ Und mit infernalischem Gebrüll starten danach die Boliden und im „Nudeltopf” – so genannt wegen der ovalen Form der Piste – beginnt die Hetzjagd über 500 Meilen (804,672 Kilometer).

Die vier Kurven, die genau genommen gar keine sind, sondern das lang gezogene „Rechteck” nur abrunden, sind höchst gefährlich. Wenn hier mit einem Tempo von über 350 km/h vorbeigerast wird, verengen sich für die Piloten die Bogen bei neun Grad Überhöhung geradezu dramatisch und erfordern an den Lenkrädern höchste Präzision. Unachtsamkeiten verzeiht der Kurs, der entgegen dem Uhrzeigersinn befahren wird, in keiner Sekunde.

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Geburt der Eisenmenschen

In Frankfurt am Main und Umgebung geht alljährlich Anfang Juli ein international beachteter Wettkampf über die Bühne, der aus 3,8 Kilometer Schwimmen im Langener Waldsee, 180 km Radfahren in der Wetterau und einem abschließenden Marathonlauf an den beiden Uferseiten des Mains in der Stadt besteht: Es handelt sich um einen so genannten „Ironman”, ein brutal hartes Duell der „Eisenmänner” und „Eisenfrauen”.

Mit dem Schwimmen beginnt der Ironman. (Foto: Clipdealer)

Die moderne Quälerei soll aus einer Bier- und Schnapslaune heraus entstanden sein und wird – obwohl es schon in den Zwanziger Jahren kleinere Vorgänger in Frankreich gab – einigen alkoholseligen Offizieren zugeschrieben. Ein gewisser John Collins geriet der Legende nach 1977 mit einigen Kollegen darüber in Streit, welcher der auf dem US-Staat Hawaii ausgetragene Wettbewerbe wohl der anstrengendste sei: das 3,8 km lange Waikiki-Schwimmen, das Radrennen in Oahu über 180 km oder der Honolulu-Marathon über die klassische 42,195-km-Distanz.

Nach einigen zungenlösenden Getränkerunden verständigten sich die Streithähne schließlich darauf, alle drei Disziplinen innerhalb von 24 Stunden und ohne Pause nacheinander absolvieren zu lassen. Im Februar 1978 standen dann tatsächlich 15 Männer am Start, immerhin zwölf von ihnen erreichten das Ziel. Sieger wurde der Amerikaner Gordon Haller, der sich fortan „Eisenmann” nennen durfte. 12 Stunden, 20 Minuten und 27 Sekunden lang war er unterwegs, heutzutage würde er mit dieser Zeit weit abgeschlagen ankommen, denn sie sportlichen Ergebnisse sind immer besser geworden.

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Glenn Miller und sein Sound

Der Tod des Posaunisten und Bandleaders Glenn Miller, der wahrscheinlich beim Kriegseinsatz über dem Ärmelkanal abstürzte, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Musikfreunde bewegt. Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang seines Orchesters unvergessen. Im Fernsehsender habe ich vor einiger Zeit wieder einmal den Streifen über den legendären Komponisten, Arrangeur und Bandleader Glenn Miller gesehen, der 1904 geboren wurde. Viele Jahre sind seit dem Tod des Musikers vergangen, Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Films, aber noch immer ist der „Miller Sound” unvergleichlich.

Den Stil, den Glenn Miller, prägte, ist immer noch in den Ohren. (Foto: Swift Publisher)

Das Erfolgsgeheimnis beruhte darauf, dass in seinem Orchester die Klarinette vier Saxophone führte, was dem Swing einen außergewöhnlich einfühlsamen, jazzartigen  Klang verlieh. So wurden „In the Mood“, „Moonlight Serenade”, „Pennsylvania 6-5000” und der „Chattannoogo Choo Choo”, der Udo Lindenberg Jahrzehnte später zu seinem „Sonderzug nach Pankow” inspirierte, zu Evergreens. Für den „Chattannoogo Choo Choo“ erhielt Miller 1942 die erste goldene Schallplatte der Musikgeschichte. Die mitreißende Melodie wurde von seinem Orchester auch in dem Spielfilm „Adoptiertes Glück” (mit Sonja Henie) gespielt.

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