Holiday-Eisrevue aus Toledo

Kreativität, Musikalität und gute eisläuferische Fähigkeiten waren von jeher ausschlaggebend für den dauerhaften Erfolg von Eisrevuen. Um das Publikum zu fesseln, sind außerdem prunkvolle Ausstattungen, farbenfrohe Kostüme und humoristische Einlagen unerlässlich. Als dann die us-amerikanische Eisrevue Holiday on Ice im Dezember 1951 erstmals in der Bundesrepublik Deutschland gastierte, hatte sie alle diese wichtigen Elemente bereits überaus perfekt einstudiert.

Show-Elemente sind immer Erfolgsrezepte einer Eisrevue (Symbolfoto: Clipdealer)

„Fox tönende Wochenschau” hatte im Kino-Vorprogramm des Roxy-Filmtheaters in Frankfurt einen Kurzbericht über den Erfolg der Eisrevue Holiday on Ice in Nordamerika gezeigt. Obwohl in Schwarz-Weiß und kaum länger als 30 Sekunden, waren die Bilder doch so beeindruckend, dass ich als junger Zuschauer hoffte, die temporeiche Show irgendwann in naher Zukunft auch in Frankfurt am Main live erleben zu können.

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Bewunderung für Paul Kemp

Hinter diesem Foto eines Clowns verbirgt sich keineswegs der Schauspieler Paul Kemp, aber das Bildnis des Mannes mit dem melancholischen Gesichtsausdruck verdeutlicht, was einige seiner Kollegen von ihm hielten: – sie sahen ihn angesiedelt zwischen dem großen Komiker Charlie Chaplin und dem Clown Grock. Der früh verstorbene Kemp war einer der Großen auf der Bühne und im deutschen Film. Charakterkomiker  ist die wohl zutreffendste Einordnung dieses kleinen Mannes, der meist mit leisen Tönen agierte, gleichwohl (oder gerade deswegen) ein breites Publikum für sich einnahm. 

Kritiker siedelten Paul Kemp zwischen Charlie Chaplin und Grock an. (Symbolfoto: Swift Publisher)

Als ich vor einiger Zeit für den Bericht über die „Jazzlegenden im Althoff-Bau” in alten Zeitungen recherchierte, stieß ich auf den Namen dieses Schauspielers, der in der Vor- und Nachkriegszeit in vielen deutschen Filmen mitwirkte, ohne aber je zum ganz großen Star zu avancieren. In einer Annonce warb Franz Althoff für eine Weihnachtsaufführung des Stückes „Der keusche Lebemann” mit Kemp in der Hauptrolle. Weiterlesen

Unterhaltung pur im Althoff-Bau

Der „Franz Althoff-Bau” im Zoo spielte in der Nachkriegsgeschichte Frankfurts eine überaus bedeutende und oft unterschätzte Rolle im kulturellen Leben der Stadt. Unzähligen Menschen wurde unter der Zirkuskuppel  in den doch eher trostlosen Jahren des Trümmerwegräumens und Wiederaufbauens durch bekannte Künster unterhaltsame Abende bereitet. Diese Stunden lenkten die Menschen von den Sorgen des alltäglichen Leben ab. Der Zoologische Garten im Ostend der Stadt und dessen Direktor Dr. Bernhard Grzimek spielen in dieser Geschichte eine höchst interessante Rolle.

Berühmte Stars am Franz-Althoff-Himmel (Grafik: Stör-Signale)

Die Stadt Frankfurt wollte den Zoo nach dem Krieg schließen, doch der geradezu fanatisch-besessene „Tierflüsterer” Dr. Bernhard Grzimek griff zu außergewöhnlichen Maßnahmen, um Einnahmen zu erzielten. So ließ er Schauspieler auftreten, woraus später das heute noch existierende Fritz-Remond-Theater entstand, er organisierte Filmvorführungen („Jugendkino im Zoo“), auf dem Gelände des Zoos stand vorübergehend auch eine riesige Achterbahn.

Auf dem kleinen Weiher agierte die Garmischer Eisrevue mit der mehrfachen deutschen Meisterin Lydia Veicht, Grzimek ließ Seitänzer auftreten, es gab Jahrmarktsbuden, Hausfrauennachmittage und Modenschauen. Damit bot der Zoo in den tristen Nachkriegsjahren eine unterhaltsame Welt und sicherte zugleich das Überleben der rar gewordenen Tiere.

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