Törggelen auf Bergbauernhof

Urlaub in der Nähe von Meran in Südtirol. Nichts Neues, gewiss nicht, wir waren schon häufig in der Gegend. Heute steht – wie könnte es anders sein – ein Wandertag auf dem Programm. Und natürlich darf der Gedanke an eine schmackhafte Brotzeit im Herbst nicht fehlen. Zuerst fahren wir mit dem Sessellift von Algund nach Vellau in 900 Meter Höhe. Dort gibt es sanfte Anstiege und Abstiege, sie laden zu ausgiebigen Spaziergängen, am Nachmittag steigen wir über den Saxner-Weg talwärts. Der Magen knurrt, am Wegesrand wirbt ein rustikaler Bergbauernhof mit dem einladenden Schild: „Heute Törggelen!”. Was bedeutet das?

Beim Törggelen kommen vor allem auch Maronen auf den Tisch. (Foto: Clipdealer)

„Törggelen” ist auf einen alten Brauch der Bauern und Weinhändler zurückzuführen, die den frischen „Süßen“ einst zwischen Oktober und Weihnachten verkosteten, wozu ursprünglich nur die Erntehelfer eingeladen wurden. Heutzutage gehört das Törggelen indessen längst zur einheimischen Esskultur. Für Urlauber im Goldenen Oktober wird in Weinschänken, Hotels, Gasthäusern oder Bauernhöfen „getörggelt”, ist also längt zum folkloristisches Beiwerk (und Umsatzbringer) des modernen Tourismus geworden.  Weiterlesen

Spronser Seen in der Texelgruppe

Im Grunde genommen sind es ja nur kleine Pfützen, aber zusammen ergibt sich doch eine Gruppe von zehn Gewässern: Das sind die bekannten Spronser Seen nordwestlich von Meran in Südtirol gelegen. Es handelt sich dabei  zugleich um die bedeutendste und größte hochalpine Seenplatte Europas.

Der Langsee ist der größte der zehn Spronser Seen. (Foto: MGM/Alex Filz)

In einer Höhe zwischen 2100 und 2500 Metern liegen diese Spronser Seen im Herzen der Texelgruppe, dem südlichen Teil Ötztaler Alpen. In hochalpinen Landschaft gibt es reichlich Schnee im Winter und manchmal finden sich selbst im Hochsommer noch Reste der weißen Pracht an den Ufern, was ein wahrer Glücksfall für das im Tal liegende Meran ist, werden doch die Kurstadt und einige der umliegenden Gemeinden von hier aus mit Trinkwasser versorgt.

Interessante Wandertouren gehen an den Seen vorbei und sind ein abenteuerliches Erlebnis, wobei Schwindelfreiheit und Trittsicherheit Voraussetzung sind, geht es gelegentlich doch auch über haarige Pfade und Kanten, die mit Stahlseilen gesichert sind. Diese Bergtour erfordert auf jeden Fall Ausdauer und Durchhaltevermögen, ist sie doch mit rund neun Stunden Auf- und Abstieg (einschließlich Rast) kein Pappenstiel. Weniger Geübte sollten das berücksichtigen.

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Andreas Hofer in St. Leonhard

Die Marktgemeinde St. Leonhard in Südtirol ist ein Paradies für Fun-Sportler. Besonders Rafting, das wilde Fahren mit dem Schlauchboot, hat es vielen Besuchern angetan. In St. Leonhard steppt also der Bär, aber zu jeder Jahreszeit ist auch immer noch ein gewisser Andreas Hofer präsent. Der aufmüpfige Sandwirt ist allgegenwärtig und der Rebell  von einst lebt irgendwie noch immer… Auch im nordtirolerischen Innsbruck wird er mit Denkmälern und Museen gefeiert.

Überall präsent: In Innsbruck steht dieses Denkmal von Andreas Hofer. (Foto: Thomas Zagler/Fotolia)

Wer St. Leonhard im Blick hat (oder auch nur durchfährt), wird also – ob er will oder nicht – um Hofer nicht herumkommen. Aus diesem Bergdorf stammt jener Mann, der von vielen Österreichern, speziell aber den Tirolern und Südtirolern noch heute – über 200 Jahre nach seinem Tod – als großer Volksheld verehrt wird. Der Wirt und Viehhändler wurde am 22. November 1767 auf dem Sandhof geboren und agierte 1809 als Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung gegen bayerische und französische Besetzung. Weiterlesen

Klima verwöhnt Meraner Land

Südtirol ist immer eine Reise wert. Im Herbst, wenn die Obsternten anstehen, wird der Landstrich von Touristen und Erholungsuchenden  bevölkert. Eine besondere Attraktion für die vielen Gäste sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff.  Und egal über welche Straße man auch anreist, ob über Reschenpass, Brenner-Autobahn oder Jaufenpass – im Meraner Land samt Etschtal  fühlt sich der Besucher gut aufgehoben.

Ein Kleinod in Meran sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. (Foto: Oliver Stör)

Als ich das erste Mal über den Brenner und von dort über Sterzing (Vipiteno)  und den Jaufenpass in die mittelalterliche Stadt Meran komme, empfängt mich ein herrlichen Sonnentag im „Goldenen Oktober” 1985. Die Kurstadt begrüsst mich freundlich und aufgeschlossen. Ein erster, schmackhafter Cappucino auf der Terrasse des Hotels Aurora an der Kurpromenade mit Blick auf die rauschende Passer weckt sogleich Sympathie. Die Jahre gehen dahin und die Zeit verrinnt. Nach 1985 bin ich immer wieder nach Meran gefahren, manchmal über die Autobahn, Ausfahrt Bozen Süd, gelegentlich auch über Reschenpass und das lange Tal des Vinschgaus. Weiterlesen

Ötzi sah nie den See von Vernagt

Eine traumhafte Gegend ist im Südtiroler Schnalstal zu finden, wo einst der berühmt gewordene Eismensch Ötzi lebte. Von der Staatsstraße 38 im Südtiroler Vinschgau führt der Weg von Naturns aus vorbei an Schloß Juval, in dem Bersteiger-Legende Reinhold Messner lebt und ein Museum eingerichtet hat. Nach kühnen Straßenkehren und hinter den Fraktionen „Karthaus” und „Unsere Frau in Schnals” liegt das Dorf Vernagt am gleichnamigen Stausee, der in den Fünfziger Jahren erbaut wurde, und in dem nach der Inbetriebnahme damals acht uralte Bergbauernhöfe im Wasser versanken. Eine Wanderung um den See drängt sich förmlich auf.

Sommerlicher Blick auf den Vernagter Stausee im Südtiroler Schnalstal. (Foto: Oliver Stör)

Wenn der Pegelstand besonders niedrig ist, ragt – ähnlich wie am Reschensee – die Turmspitze einer versunkenen Kapelle aus dem Wasser, die 65 Meter hohe Staumauer steht wie ein mächtiger Wächter vor dem rund 1,26 Quadratkilometer großen, künstlich angelegten Gewässer, das von den Etschwerken Bozen und Meran betrieben wird. Strom fließt für den Vinschgau, das Etschtal, Meran und Bozen…

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An der Südtiroler Weinstraße

Schmackhafte Köstlichkeiten aus der Küche sind immer inbegriffen, wenn die „Südtiroler Weinstraße“ vor den Toren der Stadt Bozen erkundet wird. Dabei lässt die Natur mit eindrucksvollen und höchst interessanten Wandermöglichkeiten geradezu leuchten – besonders im September und natürlich im „Goldenen Oktober”, wenn unter (meist) strahlend blauem Himmel die Äpfel und Trauben geerntet werden.

Weintrauben an der Südtiroler Weinstraße. (Foto: Erich Stör)

Der Landstrich zieht sich von Nals bis nach Salurn durch Überetsch und Unterland. Wir kommen von Meran, passieren die Gemeinden Andrian und Eppan, erreichen schließlich Kaltern und danach bald Tramin. Wer am Kalterer See wandert – nebenbei der wärmste See der Alpen –, oder mit dem Auto die schmalen Straßen befährt, wird an den Hängen und unter Lauben neben Apfelsorten vor allem immer wieder viele dunkelblaue Weintrauben an den Pergeln reifen sehen – nicht nur dort übrigens, sondern an vielen anderen Orten auch. Weiterlesen

Vertreibung am Reschensee

Ganz in der Nähe des Grenzübergangs zwischen Italien und Österreich liegt der Reschensee. Das künstlich angelegte Gewässer wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in rücksichtsloser Manier errichtet, indem Menschen enteignet und vertrieben wurden. Aus dem See ragt das alte Kirchlein St. Katharina heraus.

Das Kirchlein St. Katharina ragt aus dem Reschensee – mal mehr, mal weniger. (Foto: Clipdealer)

Alle Wege führen einer alten Redewendung zufolge nach Rom. So weit wollen wir allerdings nicht, sondern nur von Frankfurt nach Südtirol. Einige Berge der Alpen müssen wir trotzdem passieren, um unser Ziel Meran zu erreichen. Bei unserer Reise wählen wir diesmal nicht den schnelleren und bequemeren Weg via Autobahn über München, Kufstein und Brenner, sondern fahren über den Reschenpass, wobei wir auch noch die Autobahn-Maut einsparen.

Über die A 7 rollen wir von Ulm aus bis nach Füssen, passieren auf Landstraßen den Fernpass sowie die Städtchen Landeck, Pfunds und Nauders, queren dann – fast ohne es zu bemerken – die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien und erreichen zuerst die kleine Gemeinde Reschen und gleich darauf das etwas größere Graun. Weiterlesen

Doppeltürmiger Dom in Brixen

Die Stadt Brixen (Bressanone) gilt als das religiöse Zentrum Südtirols und hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Der Dom mit seinen zwei Türmen ist besonders ansehenswert und gilt deshalb als Schmuckstück der von unzähligen Touristen besuchten Stadt an der Eisack. Wer via Brenner-Autobahn von Innsbruck nach Bozen (Bolzano) fährt, passiert Sterzing (Vipiteno) und Franzensfeste (Fortezza) und erreicht dann Brixen (Bressanone) – eine über tausendjährige Stadt, die mit dem prächtigen Dom und seinen zwei Türmen auf sich aufmerksam macht. 

Blick auf den zweitürmigen Dom in Brixen. (Foto: Clipdealer)

Bei einer Reise nach Meran ergab sich für mich die Gelegenheit zu einer Stippvisite in der alten Stadt. Nach der Abfahrt von der Autostrada gelange ich nach etwa sechs Kilometern via Staatsstraße 12 in das Stadtzentrum. Parkplatznot natürlich auch in dieser überlaufenen Stadt am Zusammenfluss von Eisack und Rienz.

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Auf dem Marlinger Waalweg

Einer der schönsten und „gemütlichsten” Wanderwege in Südtirol ist nahe der Kurstadt Meran zu finden. Es ist der rund zwölf Kilometer lange Marlinger Waalweg zwischen dem kleinen Partschinser Ortsteil Töll und dem Obstanbau-Zentrum Lana. Der Blick in das obstreiche Etschtal ist für den Wanderer faszinierend. Für alle, die in dieser Gegend Urlaub machen, ist ein Spaziergang dort ein Muss. Es ist eine Route für die vielen „Otto Normalverbraucher“, die auf Schusters Rappen unterwegs sind.

Blick vom Marlinger Waalweg ins Etschtal. (Foto: MGM-Meraner Land / Frieder Blickle)

Natürlich auch für uns. Von Meran fahren wir mit dem Partschinser Bus nach Töll, einem Ortsteil von Partschins, wo die Wanderung direkt neben dem Wasserkraftwerk der Etschbetriebe beginnt. Anfangs ist der Ausblick ins Etschtal noch eher dürftig, denn der Weg ist felsig, es geht über künstliche Holzbrücken, die mit Stahlseilen an den Felswänden verankert sind, direkt darunter läuft das Wasser durch ein Rohr.

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