Señor Alonso im Nudeltopf

Der zweimalige Formel 1-Champion Fernando Alonso beteiligte sich am letzten Maisonntag 2017 am legendären 500 Meilen-Rennen von Indianapolis, doch wenige Runden vor dem Finale schied der Spanier mit einem kapitalen Motorschaden an seinem Dallara-Honda aus. Immerhin hatte er das Rennen einige Male angeführt, und er hätte gut und gerne unter die besten Zehn kommen können… Doch gleichwohl machte das Ganze viel Spaß: „Ich habe viel gelernt!“ sagte der Spanier nach seinem unfreiwilligen Aus. Den Sieg holte sich Alonsos Teamkollege Takuma Sato.

Fernando Alonso in Indianapolis unfreiwillig ausgebremst. (Foto: Swift Publisher/Clipdealer)

Als im April 2017 bekannt geworden war, dass Alonso auf den WM-Lauf in Monaco (Monte Carlo) verzichten, und statt dessen bei den Indy 500 starten würde, rief ich mir in Erinnerung, welche Rolle dieses Spektakel in der Geschichte des Motorsports gespielt hat und immer noch spielt.

Jedes Jahr im Mai geht in Indianapolis dieses spektakulärste Autorennen der Welt über die Bühne, bei dem sich 400 000 Zuschauer auf den Tribünen tummeln. Und nachdem das Publikum der mit viel Pathos und Inbrunst vorgetragenen, inoffiziellen Hymne des US-Bundesstaates Indiana („Indiana Back Home Again”) gelauscht hat, steigen Tausende von Luftballons in den Himmel und es ertönt die knappe Aufforderung: „Gentlemen start your engines!”, was nichts anderes heißt, als „Meine Herren, starten Sie ihre Maschinen!“ Mit infernalischem Gebrüll starten danach die Boliden und im „Nudeltopf” – so genannt wegen der ovalen Form der Piste – beginnt die Hetzjagd über 500 Meilen (804,672 Kilometer). Weiterlesen

Bummel über die La Rambla

Eine der bekanntesten Stadtstraßen der Welt ist die La Rambla in der katalanischen Metropole Barcelona. Sie führt vom Hafen zum Plaça de Catalunya oder umgekehrt. Der besondere Charakter dieses Boulevards besteht in seiner einmaligen Vielfältigkeit. Bei einem beruflichen Informationsbesuch in Barcelona steht eine gedrängte Besichtigungstour auf dem Programm, wobei uns unser Dolmetscher Ramon „sein” Barcelona näher bringt.

Die La Rambla am Columbus-Denkmal, direkt am Hafen. (Foto: Clipdealer)

Erst blicken wir vom Mont Juic, dem Hausberg Barcelonas, auf die Dächer der Stadt; wir schlendern später durch das Gotische Viertel im alten Zentrum; besuchen den Hafen und das Tortre Agbar, ein modernes, 142 Meter hohes Bürogebäude an der Avinguda Diagonal. Im Fußballstadion des FC Barcelona lassen wir – obwohl an diesem Tag kein Fußballspiel im Camp Nou über die Bühne geht –, die Künste von Lionel Messi und Co. bei einer grandiosen Multimedia-Show vor unseren Augen Revue passieren. Und man muss nicht dem christlichen Glauben huldigen, um die berühmte römisch-katholische „Sühnekirche der Heiligen Familie” (Sagrada) als Augenweide zu empfinden.

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Ballbesitzfetischist Guardiola

Pep Guardiola, katalanischer Fußballtrainer, gilt derzeit als Maß der Dinge im Übungsleiter-Gewerbe. Mit 21 Titelgewinnen (FC Barcelona und Bayern München) innerhalb von nur sieben Jahren ist Guardiola der effektiveste Trainer der Gegenwart. Doch es wäre ein falscher Ansatz, Guardiolas Arbeit nur auf Titel zu reduzieren. Als der Trainer einmal nach seinen Antriebskräften gefragt wurde, berief er sich nicht auf die vielen gewonnenen Trophäen, sondern sagte:

„Mein Traum ist, mit meinen Spielern neue Ideen zu entwickeln und ganz neue Sachen auszuprobieren.”

Das klingt, und da sind wir der Wahrheit wahrscheinlich ganz nahe, nach dem Traum vom perfektem Fußball. Den wird es natürlich nie geben, weil die Unwägbarkeiten des Spiels dem entgegenstehen. Das trifft auch auf den Guardiola-Stil zu, der bei aller Faszination wegen der nicht enden wollenden Ballstafetten schnell langweilig wirkt.

Pep Guardiola hat spezielle Vorstellungen von erfolgreichem Fußball (Foto: Clipdealer)

Das System mit seinen ausgetüftelten Laufwegen und Passfolgen hat Schwächen, vor allem gegen extrem defensiv eingestellte Gegner. Doch Guardiolas Philosophie bleibt davon unberührt:

Um gut zu spielen, muss man den Ball haben. Ohne Ballbesitz geht es nicht.”

In der konsequenter Anwendung des „Ballbesitz-Fußballs” sieht Guardiola (gegenwärtig) den Schlüssel zum Erfolg, was sich bei seinen zwei bisher trainierten Klubs eindrucksvoll bestätigt hat. Um wirklich erfolgreich zu sein, braucht es allerdings auch anderer Komponenten. Zum Beispiel: Glück! Das hatte Guardiola insofern, als er auf seiner ersten Arbeitsstelle am Camp Nou in Barcelona auf eine Heerschar der begabtesten Zauberkünstler der Welt traf.

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