Sagenumwobenes Felsenmeer

Der Odenwald ist reich an Sagen und wundersamen Erzählungen. Einer der seltsamen Geschichten rankt sich um die Riesen „Steinbeißer” und „Felshocker”, die sich aus Langeweile im nördlichen Odenwald  mit Steinen bewarfen, bis die beiden sich unter riesigen Brocken wiederfanden, was gleichzeitig als Geburt des Felsenmeeres interpretiert wird.

Eine abschüssige Geröllhalde im Odenwälder Felsenmeer bei Lautertal. (Foto: Oliver Stör)

Es liegt nun schon einige Jahre zurück, dass ich als mehrmaliger Teilnehmer von touristischen Bildersuchfahrten des Motorsportclubs Überwald (Wald-Michelbach) den sagenumwobenen Odenwald intensiv kennenlernte. Sehenswürdigkeiten und Attraktionen gibt es ja genug in der hügeligen Naturlandschaft, die im Norden beim Weinort Groß-Umstadt beginnt und im Süden vom romantischen Neckartal begrenzt wird. Östlich bilden zunächst der Main auf knapp 35 Kilometer und danach die Gemeinden Miltenberg, Buchen und Mosbach eine eher diffuse Linie, im Westen ist die Bergstraße die natürliche Grenze zur oberrheinischen Tiefebene. Als grobe Eckpunkte des Gebietes können auch die Städte Darmstadt, Heidelberg, Aschaffenburg und Heilbronn dienen. Weiterlesen

Weißes Gold, schwarzes Gold

Das Hessische Ried wird im Osten von der Bergstraße und den Ausläufern des Odenwalds, im Westen vom mächtigen Rhein begrenzt, in Nord-Süd-Richtung reicht das Gebiet von der Kreisstadt Groß-Gerau bis hin nach Lampertheim. Des sandigen Bodens wegen ist die Region ideal für den Spargelanbau geeignet, was sich in zahlreichen bäuerlichen Betrieben zeigt, die das oft als „weißes Gold” bezeichnete Gemüse nicht nur an Großkunden liefern, sondern es auch in kleinen Verkaufsständen an den Straßen und in den Ortschaften selbst vermarkten.

Industrie-Denkmal: Die so genannte antike Pferdekopfpumpe auf dem Kühkopf. (Foto: Erich Stör)

Doch das Hessische Ried ist nicht nur vom schmackhaften Spargel der Äcker geprägt, sondern  auch vom „schwarzen Gold” namens Öl, das in mehreren hundert Metern Tiefe im Untergrund lagert.  50 Kilometer südlich von Frankfurt am Main werden kleine Mengen des kostbaren Guts seit Anfang 2018 wieder ans Tageslicht gepumpt. Weiterlesen

Pfahlbauten am Bodensee

Warum bauten die Menschen der Bronze- und der Jungsteinzeit am Bodensee und in vielen anderen Gebieten des Alpenraums ihre Behausungen auf Stelzen am nahen Uferrand? Diese Frage wird durch Archäologen mit den Hinweis auf die Gefahren des Hochwassers beantwortet. Das klingt überzeugend – aber nur, weil es bisher keine bessere Antwort gibt. Es gibt noch manche Geheimnisse und Rätsel zu lösen…

Zwei nachgebaute Pfahlhäuser in Uhldingen am Bodensee. (Foto: Clipdealer)

Tage im Sommer. Eine kleine Wochenendreise steht auf dem Programm. Ziel ist die Blumeninsel Mainau am Bodensee. Die Fahrt führt uns von Frankfurt aus über die Autobahn erst nach Straßburg, von dort über Schwarzwald-Straßen zuerst nach Titisee-Neustadt und von dort an den Bodensee. Eine Unterkunft ist nicht gebucht, der Zufall soll uns helfen. Der Weg führt an Stockach und Überlingen vorbei, wir erreichen Uhldingen-Mühlhofen, wo uns am Straßenrand ein Hotel zum Verweilen einlädt. Keine schlechte Wahl, denn vom nahen Hafen fahren mehrmals täglich die weißen Dampfer der Bodensee-Flotte nach Konstanz oder direkt zur Insel Mainau. Weiterlesen

Rosegger gegen Straßenräuber

Peter Rosegger, der aus der östlichen Steiermark stammende österreichische Dichter (1843-1918), aufgewachsen in den dichten Wäldern seiner Heimat bei Krieglach, hat der Nachwelt einige doch sehr bemerkenswerte Formulierungen hinterlassen – Sätze, die wie die Faust auf das Auge des neoliberalen Zeitalters passen. 

In dunklen Wäldern verbrachte Peter Rosegger seine Kindheit. (Foto: Clipdealer)

Mit Rosegger hatte ich lange Zeit nicht viel am Hut. Zweimal war ich ihm in der Vergangenheit „begegnet”. Das erste Mal in der Schulzeit, als wir mit seinem bekannten autobiographischen Auswahlband „Als ich noch der Waldbauernbub war…” arbeiten mussten, das nächste Mal, als ich auf einer Autofahrt von Wien nach Graz bei Krieglach eine kleine Hinweistafel zu Roseggers Geburtshaus nahe dem Ortsteil Alpl entdeckte.

Doch damals war keine Zeit, um sich den am Rande mächtiger Fichten- und Lärchenwälder gelegenen Kluggeneggerhof anzuschauen. Krieglach selbst, wo in seinem Sterbehaus ein Museum eingerichtet ist, ließ ich links liegen und fuhr weiter… Bedauerlich. Weiterlesen

Spronser Seen in der Texelgruppe

Im Grunde genommen sind es ja nur kleine Pfützen, aber zusammen ergibt sich doch eine Gruppe von zehn Gewässern: Das sind die bekannten Spronser Seen nordwestlich von Meran in Südtirol gelegen. Es handelt sich dabei  zugleich um die bedeutendste und größte hochalpine Seenplatte Europas.

Der Langsee ist der größte der zehn Spronser Seen. (Foto: MGM/Alex Filz)

In einer Höhe zwischen 2100 und 2500 Metern liegen diese Spronser Seen im Herzen der Texelgruppe, dem südlichen Teil Ötztaler Alpen. In hochalpinen Landschaft gibt es reichlich Schnee im Winter und manchmal finden sich selbst im Hochsommer noch Reste der weißen Pracht an den Ufern, was ein wahrer Glücksfall für das im Tal liegende Meran ist, werden doch die Kurstadt und einige der umliegenden Gemeinden von hier aus mit Trinkwasser versorgt.

Interessante Wandertouren gehen an den Seen vorbei und sind ein abenteuerliches Erlebnis, wobei Schwindelfreiheit und Trittsicherheit Voraussetzung sind, geht es gelegentlich doch auch über haarige Pfade und Kanten, die mit Stahlseilen gesichert sind. Diese Bergtour erfordert auf jeden Fall Ausdauer und Durchhaltevermögen, ist sie doch mit rund neun Stunden Auf- und Abstieg (einschließlich Rast) kein Pappenstiel. Weniger Geübte sollten das berücksichtigen.

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Andreas Hofer in St. Leonhard

Die Marktgemeinde St. Leonhard in Südtirol ist ein Paradies für Fun-Sportler. Besonders Rafting, das wilde Fahren mit dem Schlauchboot, hat es vielen Besuchern angetan. In St. Leonhard steppt also der Bär, aber zu jeder Jahreszeit ist auch immer noch ein gewisser Andreas Hofer präsent. Der aufmüpfige Sandwirt ist allgegenwärtig und der Rebell  von einst lebt irgendwie noch immer… Auch im nordtirolerischen Innsbruck wird er mit Denkmälern und Museen gefeiert.

Überall präsent: In Innsbruck steht dieses Denkmal von Andreas Hofer. (Foto: Thomas Zagler/Fotolia)

Wer St. Leonhard im Blick hat (oder auch nur durchfährt), wird also – ob er will oder nicht – um Hofer nicht herumkommen. Aus diesem Bergdorf stammt jener Mann, der von vielen Österreichern, speziell aber den Tirolern und Südtirolern noch heute – über 200 Jahre nach seinem Tod – als großer Volksheld verehrt wird. Der Wirt und Viehhändler wurde am 22. November 1767 auf dem Sandhof geboren und agierte 1809 als Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung gegen bayerische und französische Besetzung. Weiterlesen

Klima verwöhnt Meraner Land

Südtirol ist immer eine Reise wert. Im Herbst, wenn die Obsternten anstehen, wird der Landstrich von Touristen und Erholungsuchenden  bevölkert. Eine besondere Attraktion für die vielen Gäste sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff.  Und egal über welche Straße man auch anreist, ob über Reschenpass, Brenner-Autobahn oder Jaufenpass – im Meraner Land samt Etschtal  fühlt sich der Besucher gut aufgehoben.

Ein Kleinod in Meran sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. (Foto: Oliver Stör)

Als ich das erste Mal über den Brenner und von dort über Sterzing (Vipiteno)  und den Jaufenpass in die mittelalterliche Stadt Meran komme, empfängt mich ein herrlichen Sonnentag im „Goldenen Oktober” 1985. Die Kurstadt begrüsst mich freundlich und aufgeschlossen. Ein erster, schmackhafter Cappucino auf der Terrasse des Hotels Aurora an der Kurpromenade mit Blick auf die rauschende Passer weckt sogleich Sympathie. Die Jahre gehen dahin und die Zeit verrinnt. Nach 1985 bin ich immer wieder nach Meran gefahren, manchmal über die Autobahn, Ausfahrt Bozen Süd, gelegentlich auch über Reschenpass und das lange Tal des Vinschgaus. Weiterlesen

Ötzi sah nie den See von Vernagt

Eine traumhafte Gegend ist im Südtiroler Schnalstal zu finden, wo einst der berühmt gewordene Eismensch Ötzi lebte. Von der Staatsstraße 38 im Südtiroler Vinschgau führt der Weg von Naturns aus vorbei an Schloß Juval, in dem Bersteiger-Legende Reinhold Messner lebt und ein Museum eingerichtet hat. Nach kühnen Straßenkehren und hinter den Fraktionen „Karthaus” und „Unsere Frau in Schnals” liegt das Dorf Vernagt am gleichnamigen Stausee, der in den Fünfziger Jahren erbaut wurde, und in dem nach der Inbetriebnahme damals acht uralte Bergbauernhöfe im Wasser versanken. Eine Wanderung um den See drängt sich förmlich auf.

Sommerlicher Blick auf den Vernagter Stausee im Südtiroler Schnalstal. (Foto: Oliver Stör)

Wenn der Pegelstand besonders niedrig ist, ragt – ähnlich wie am Reschensee – die Turmspitze einer versunkenen Kapelle aus dem Wasser, die 65 Meter hohe Staumauer steht wie ein mächtiger Wächter vor dem rund 1,26 Quadratkilometer großen, künstlich angelegten Gewässer, das von den Etschwerken Bozen und Meran betrieben wird. Strom fließt für den Vinschgau, das Etschtal, Meran und Bozen…

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Naturparadies Mönchbruch

Nahe der Stadt Mörfelden-Walldorf liegt das schöne Naturschutzgebiet Mönchbruch. Es erstreckt sich vom nördlichen Ende Walldorfs bis zur B 486, die zwischen Mörfelden und Rüsselsheim verläuft. Spaziergänge im Frühjahr oder Sommer lohnen sich immer. Wer in der morgendlichen Dämmerung unterwegs ist, kann auf den Wiesen bei guten Licht Rehe beobachten; auch Dam- und Schwarzwild tummelt sich hier. Tagsüber sind viele Besucher mit Fotoapparaten oder  Feldstechern ausgerüstet, um die Tiere im Bild festzuhalten oder auch nur zu beobachten.

Blick in den weitläufigen Mönchbruch bei Mörfelden. (Foto: Erich Stör)

Für Foto-Liebhaber bietet der Mönchbruch unglaublich interessante Motive, denn Schwarzmilane, Eisvögel, Waldohreulen, Reiher und Störche bewegen sich in dem weitläufigen Gelände, sogar Kanadagänse mit Küken sind hier zu Hause. Erlen, Wassergräben, alte Eichen und Sumpfwald prägen das Bild der Landschaft. Als ich an diesem schönen Tag im Frühling den Weg entlang wandere, erlebe ich als nur stiller Beobachter immer wieder diese einzigartige Vielfalt.

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Dorf der Heidschnucken

Lüneburger Heide! Eine Landschaft, die geprägt wird von Heidekraut und Heidschnucken. Letztere sorgen mit ihren „Knabbereien“ für den Erhalt der Landschaft. Das Dorf Undeloh ist für die vielen Touristen eine ganz besondere Attraktion. Viele Aspekte spielen in den kargen Heidelandschaften eine Rolle. Von Hermann Löns (1866-1914) will ich hier gar nicht erst reden, ist mir der Journalist und Schriftsteller wegen seiner übertrieben national angehauchten Heimatdichterei rund um die Lüneburger Heide und seiner politischen Vereinnahmung durch die Nazis doch eher suspekt.

Heidelandschaft in der Lüneburger Heide. (Foto: Clipdealer)

Doch abgesehen von Löns ist ein Besuch bei den Heidschnucken gleichwohl lohnenswert. Dazu braucht es nicht die schmalzig-triefenden Filmschnulzen aus den Fünfziger Jahren wie etwa „Rot ist die Liebe” (1956, mit Dieter Borsche, Barbara Rütting, Cornell Borchers) oder „Grün ist die Heide” (1951, mit Sonja Ziemann, Rudolf Prack).

Bei einer Reise nach Ratzeburg ergab sich vor einiger Zeit die Möglichkeit, die Heidelandschaften zu erkunden, die Heidschnucken bei „ihrer Arbeit” zu beobachten, und einige Orte kennenzulernen, die sich aus pekuniären Gründen ganz und gar dem Tourismus zugewandt haben.

Wir verlassen die Autobahn Nr. 7 nach Hamburg an der Anschlusstelle Egestorf und erreichen nach nur zwei Kilometern die gleichnamige Gemeinde, wo wir in der Lüttringhausener Straße auf den „Egestorfer Hof” stoßen, in dem wir für zwei Tage Quartier beziehen.

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An der Südtiroler Weinstraße

Schmackhafte Köstlichkeiten aus der Küche sind immer inbegriffen, wenn die „Südtiroler Weinstraße“ vor den Toren der Stadt Bozen erkundet wird. Dabei lässt die Natur mit eindrucksvollen und höchst interessanten Wandermöglichkeiten geradezu leuchten – besonders im September und natürlich im „Goldenen Oktober”, wenn unter (meist) strahlend blauem Himmel die Äpfel und Trauben geerntet werden.

Weintrauben an der Südtiroler Weinstraße. (Foto: Erich Stör)

Der Landstrich zieht sich von Nals bis nach Salurn durch Überetsch und Unterland. Wir kommen von Meran, passieren die Gemeinden Andrian und Eppan, erreichen schließlich Kaltern und danach bald Tramin. Wer am Kalterer See wandert – nebenbei der wärmste See der Alpen –, oder mit dem Auto die schmalen Straßen befährt, wird an den Hängen und unter Lauben neben Apfelsorten vor allem immer wieder viele dunkelblaue Weintrauben an den Pergeln reifen sehen – nicht nur dort übrigens, sondern an vielen anderen Orten auch. Weiterlesen

Vertreibung am Reschensee

Ganz in der Nähe des Grenzübergangs zwischen Italien und Österreich liegt der Reschensee. Das künstlich angelegte Gewässer wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in rücksichtsloser Manier errichtet, indem Menschen enteignet und vertrieben wurden. Aus dem See ragt das alte Kirchlein St. Katharina heraus.

Das Kirchlein St. Katharina ragt aus dem Reschensee – mal mehr, mal weniger. (Foto: Clipdealer)

Alle Wege führen einer alten Redewendung zufolge nach Rom. So weit wollen wir allerdings nicht, sondern nur von Frankfurt nach Südtirol. Einige Berge der Alpen müssen wir trotzdem passieren, um unser Ziel Meran zu erreichen. Bei unserer Reise wählen wir diesmal nicht den schnelleren und bequemeren Weg via Autobahn über München, Kufstein und Brenner, sondern fahren über den Reschenpass, wobei wir auch noch die Autobahn-Maut einsparen.

Über die A 7 rollen wir von Ulm aus bis nach Füssen, passieren auf Landstraßen den Fernpass sowie die Städtchen Landeck, Pfunds und Nauders, queren dann – fast ohne es zu bemerken – die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien und erreichen zuerst die kleine Gemeinde Reschen und gleich darauf das etwas größere Graun. Weiterlesen

Dimensionen des Weltalls

Im deutlich geschrumpften Maßstab – es ist nur ein Beispiel von vielen Möglichkeiten – kann unsere Mutter Erde nur so groß (oder klein) wie eine Apfelsine sein, was die kosmischen Dimensionen  beeindruckend veranschaulicht. Der Heidelberger Wissenschaftsautor Hoimar von Ditfurth hat das in einem seiner Sachbücher  genau beschrieben. 

Blick in den fernen Weltraum. (Foto: Arttext)

Wer sich vor Augen führt, was seit dem Start von Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 an bemannten Reisen zum Mond (oder auch im erdnahen Raum zu den Raumstationen Salut, Mir oder ISS) sowie unbemannten „Raumflügen” zu den Planeten durchgeführt wurde (und noch geplant ist), erliegt natürlich nur allzu leicht der Formulierung von der „Eroberung des Universums”. Doch trotz atemberaubendem Tempo in Forschung und Technik handelt es sich in der Realität bisher nur um winzige Schritte ins nahe Weltall. Selbst der zuletzt spektakuläre und wissenschaftlich beklatschte Flug der ESA-Sonde „Rosetta” zum weit entfernten Kometen „Tschurjumow-Gerassimenko” erscheint nur als ein Katzensprung, wenn man die Größenverhältnisse im Universum genauer betrachtet.

Der Heidelberger Neurologe Hoimar v. Ditfurth (1921-1989) hat in seinem Buch „Kinder des Weltalls” (Hoffmann und Campe Verlag, 1970) über die enormen Entfernungen referiert und mit simplen Beispielen versucht, dem Laien die Dimensionen, um die es geht, verständlicher zu machen. Der Wissenschaftler „verkleinerte” die Himmelsobjekte im Maßstab 1:100 Millionen. Nur mit dieser „Krücke” lässt sich einigermaßen begreiflich machen, um welche Proportionen es sich in Wirklichkeit handelt.

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Tragödie am Matterhorn 1865

Im Jahr 1865 wurde der legendäre Bergriese Matterhorn in der Nähe der schweizerischen Gemeinde Zermatt erstmals von einer Bergsteiger-Gruppe  bezwungen. Was am 14. Juli 1865 zunächst wie ein ganz großer Triumph aussah, endete beim Abstieg mit einer Tragödie. Vier der sieben Bergsteiger verloren ihr Leben, als sie nach einem plötzlichen Seilriss in die Tiefe stürzten. Das erbitterte Wettrennen um die Erstbesteigung des Matterhorns hatte seine ersten Opfer gefordert, denen freilich noch unzählige folgen sollten. In den Jahren seit der Erstbesteigung wurden über 500 tödliche Unfälle gezählt…

Wald, Wiesen, Hütten – und der Berg! (Foto: Clipdealer)

Das Matterhorn steht in den Walliser Alpen zwischen Zermatt und Breuil-Cervinia. Die Ost-, Nord- und Westwand liegen auf schweizerischem Gebiet, die Südwand in Italien. Weil eine italienische Gruppe um den Bergführer Jean-Antoine Carrel über die italienische Seite aufzusteigen versuchte, wurde der Engländer Edward Whymper, der schon lange vom „Sieg” am Matterhorn träumte, zur überhasteten Eile angetrieben. Überhastet bildete er im schweizerischen Zermatt eine illustre Siebener-Seilschaft mit ihm selbst, dem Bergführer Michel Croz aus Chamonix, den Briten Charles Hudson, Lord Francis Douglas und Robert Hadow sowie den einheimischen Bergführern Peter Taugwalder (Vater) und Peter Taugwalder (Sohn). Weiterlesen

Auf dem Marlinger Waalweg

Einer der schönsten und „gemütlichsten” Wanderwege in Südtirol ist nahe der Kurstadt Meran zu finden. Es ist der rund zwölf Kilometer lange Marlinger Waalweg zwischen dem kleinen Partschinser Ortsteil Töll und dem Obstanbau-Zentrum Lana. Der Blick in das obstreiche Etschtal ist für den Wanderer faszinierend. Für alle, die in dieser Gegend Urlaub machen, ist ein Spaziergang dort ein Muss. Es ist eine Route für die vielen „Otto Normalverbraucher“, die auf Schusters Rappen unterwegs sind.

Blick vom Marlinger Waalweg ins Etschtal. (Foto: MGM-Meraner Land / Frieder Blickle)

Natürlich auch für uns. Von Meran fahren wir mit dem Partschinser Bus nach Töll, einem Ortsteil von Partschins, wo die Wanderung direkt neben dem Wasserkraftwerk der Etschbetriebe beginnt. Anfangs ist der Ausblick ins Etschtal noch eher dürftig, denn der Weg ist felsig, es geht über künstliche Holzbrücken, die mit Stahlseilen an den Felswänden verankert sind, direkt darunter läuft das Wasser durch ein Rohr.

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