Zitherspieler Karas schreibt Ballade vom Gangster Harry Lime

Der bis dahin unbekannte Heurigenmusiker Anton Karas schrieb 1949 für den britischen Film Der dritte Mann die Zither-Ballade vom allzu bösen Gangster Harry Lime – eine Komposition, die ihn in den folgenden Jahren weltberühmt machte.  In diesem Filmklassiker spielte auch das Riesenrad im Wiener Prater eine zentrale Rolle. 

Eine zentrale Szene spielte im Riesenrad des Wiener Praters. (Foto: Clipdealer)

In diesen Tagen war der Film wieder einmal im Fernsehen zu sehen (und zu geniessen). Obwohl der Schwarzweiss-Streifen schon 70 Jahre auf dem Buckel hat, hat er für mich nichts von seiner Faszination eingebüsst. Vor allem die mit einem Oscar preisgekrönte Kameraarbeit von Robert Krasker und die bis auf den heutigen Tag unverwechselbare Musik von Anton Karas machen den Reiz des Films im Wien der Nachkriegszeit aus. Auch wenn es sich vordergründig „nur” um einen Kriminalreißer handelt, in dem der skrupellose Dealer Harry Lime (Orson Welles) verunreinigtes Penicillin verschiebt, spiegelt sich doch die politische Situation der damaligen Zeit in vielen Szenen wider.

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George Gershwin komponiert die berühmte „Rhapsodie in Blau“

George Gershwin schrieb 1924 die mitreißende Rhapsodie in Blau. Es war neben vielen anderen seiner Kompositionen ein Meisterwerk konzertanter Jazzmusik. Der Komponist starb 1937 im Alter von 39 Jahren. Beim Stöbern im iTunes Store von Apple stieß ich kürzlich auf diese Komposition. Das weckte auch Erinnerungen an den Warner-Film, den ich vor Jahrzehnten in Frankfurt am Main gesehen hatte. 1945 hatte der Hollywood-Konzern den Film auf den Markt gebracht und dem begnadeten amerikanischen Komponisten ein filmisches Denkmal gesetzt.

Genialer Komponist Gershwin. (Symbolfoto: SP)

Ich sah den Film damals in den Harmonie-Lichtspielen in Sachsenhausen. Mir war der Streifen an manchen Stellen zu sentimental, in einigen Passagen wirkte er sogar kitschig, allerdings sind seine Vorzüge in der Gershwin-Musik selbst und der Darstellung zeitgenössischer Atmosphäre zu sehen.

Ein Filmkritiker schrieb damals in der Tageszeitung “Frankfurter Rundschau”:

„Dieser Film […] ist ein Tonstreifen voll mitreißender Jazzmusik. Reiner Jazz, konzertanter Jazz, Jazz mit Blues, Jazz in allen Spielarten von, mit und um George Gershwin, dem Schöpfer moderner amerikanischer Tonkunst.”

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel” sah in Gershwin sogar den Mann, „der den Jazz zur Lady gemacht hat.“

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Orchester von Glenn Miller fasziniert mit einzigartigem Klang

Der Tod des Posaunisten und Bandleaders Glenn Miller, der wahrscheinlich beim Kriegseinsatz über dem Ärmelkanal abstürzte, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Musikfreunde bewegt. Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang seines Orchesters unvergessen. 

Die Posaune war das Lebenselixiervon Glenn Miller. (Symbolfoto: Swift Publisher)

Im Fernsehsender habe ich vor einiger Zeit wieder einmal den Streifen über den legendären Komponisten, Arrangeur und Bandleader Glenn Miller gesehen, der 1904 geboren wurde. Viele Jahre sind seit dem Tod des Musikers vergangen, Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Films, aber noch immer ist der „Miller Sound” unvergleichlich.

Das Erfolgsgeheimnis beruhte darauf, dass in seinem Orchester die Klarinette vier Saxophone führte, was dem Swing einen außergewöhnlich einfühlsamen, jazzartigen  Klang verlieh. So wurden „In the Mood“, „Moonlight Serenade”, „Pennsylvania 6-5000” und der „Chattannoogo Choo Choo”, der Udo Lindenberg Jahrzehnte später zu seinem „Sonderzug nach Pankow” inspirierte, zu Evergreens. Für den „Chattannoogo Choo Choo“ erhielt Miller 1942 die erste goldene Schallplatte der Musikgeschichte. Die mitreißende Melodie wurde von seinem Orchester auch in dem Spielfilm Adoptiertes Glück (mit Sonja Henie) gespielt.

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