Neues Leben im Wasserturm

Diesen alten Wasserturm sieht sogleich, wer mit Automobil oder Fahrrad über die Bundesstraße 44 von Frankfurt am Main in Richtung Groß-Gerau fährt und sich Mörfelden nähert – einem der beiden Ortsteile der Stadt Mörfelden-Walldorf. Das 35 Meter hohe Bauwerk wurde 1929 erbaut und diente bis in die 60er Jahre der Versorgung der Bevölkerung mit Wasser. Als der Turm dann stillgelegt wurde, wurde das Erdgeschoss zunächst einige Zeit als Zentrum der Jugendförderung genutzt. Naturfreunde sowie andere Vereine fanden hier zeitweise Unterschlupf. Später erlebte das Gebäude Führungen interessierter Bürger.

Wasserturm am Ortseingang von Mörfelden. (Foto: Erich Stör)

Das 2016 gegründete „Projekt Wasserturm” – überwiegend aus Frauen bestehend –, möchte das Gebäude neuerdings wieder verstärkt künstlerisch und kulturell nutzen lassen. Erste Veranstaltungen gingen bereits im Oktober 2016 und im Jahr 2017 über die Bühne. Das Gebäude erwacht also zu neuem Leben.

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Krempel findet immer Liebhaber

Wohin ich auch komme, ob in Großstädten wie Frankfurt, Offenbach oder im Südtiroler Meran, Floh- oder Trödelmärkte gibt es in meist jeder Stadt oder Gemeinde. Vieles, was das Herz begehrt, ist an den Wochenenden auf den gut sortieren Tischen zu finden. Auch in Mörfelden-Walldorf läßt sich auf dem Festplatz jeden Monat einiges an interessanten Gegenständen entdecken. 

Vom Bembel bis zu Modellautos: Flohmarkt-Tische sind bestückt mit Krempel und Krimskram. (Foto: Clipdealer)

Der Händler ist entschlossen: „30 Euro, das ist das äusserste!”.  Der potentielle Käufer zögert noch, der Standbetreiber legt nach: „Das Teil kostet normal immerhin 50 Euro.” Das „Teil” ist eine weiße, ärmellose Jacke, tatsächlich ganz ordentlich anzusehen. Trödelmarkt wieder einmal, ähnliche Gespräche gibt es auf vielen Märkten in Deutschland (und Europa), an jedem Stand, hier und dort, und früher oder später.

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Naturparadies Mönchbruch am Frankfurter Flughafen

In der Nähe von Mörfelden-Walldorf liegt das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Es erstreckt sich vom nördlichen Ende Walldorfs bis hin zur Bundesstraße 486 zwischen Mörfelden und Rüsselsheim. Spaziergänge im Frühjahr oder Sommer lohnen sich immer. Wer in der morgendlichen Dämmerung unterwegs ist, kann auf den Wiesen bei guten Licht Rehe beobachten; auch Dam- und Schwarzwild tummelt sich hier. Tagsüber sind viele Besucher mit Fotoapparaten oder auch mit Feldstechern ausgerüstet, um die verschiedenen Vögel im Bild festzuhalten oder auch nur zu beobachten.

Blick in die Mönchbruch-Landschaft bei Mörfelden-Walldorf (Foto: Oliver Stör)

Für Foto-Liebhaber bietet der Mönchbruch unglaublich interessante Motive, denn Schwarzmilane, Eisvögel, Waldohreulen, Reiher und Störche bewegen sich in dem weitläufigen Gelände, sogar Kanadagänse mit Küken sind hier zu Hause. Erlen, Wassergräben, alte Eichen und Sumpfwald prägen das Bild der Landschaft. Als ich an diesem schönen Tag im Frühling den Weg entlang wandere, erlebe ich als nur stiller Beobachter immer wieder diese einzigartige Vielfalt.

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Denkmal der roten Fahnen für die Bauleute eines Volkshauses

Vor dem Bürgerhaus in Mörfelden fällt eine rote Stahlskulptur auf, die an die Errichtung des Volkshauses 1930 erinnert. Sie stellt im Wind flatternde Fahnen dar und wurde vom Darmstädter Künstler Gerhard Schweizer gestaltet. Als ich dieser Tage eine Veranstaltung im Bürgerhaus besuchte, fiel mir wieder einmal dieses mächtige Denkmal ins Auge. 

Das Denkmal vor dem Bürgerhaus in Mörfelden. (Foto: Erich Stör)

Professor Schweizer hatte das Ehrenmal 2007 im Auftrag der Kommune zur Erinnerung an die Erbauer kreiert, nachdem fünf Jahre zuvor die örtliche Fraktion der DKP/Offene Liste in der Stadtverordneten-Versammlung den Antrag gestellt hatte, ein solches Denkmal zu errichten. Es soll an die Arbeiter, Bauern und Handwerker aus Mörfelden erinnern, die  Ende der Zwanziger Jahre in mehrjähriger, freiwilliger Arbeit das Volkshaus erbaut hatten. 

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Der 50. Grad nördlicher Breite ist im Bürgersteig verewigt

Längen- und Breitengrade ziehen sich rund um die Erde: das Gitternetz, dass für die Navigation unerlässlich ist, bleibt für den Normalbürger unsichtbar, hat aber auch jenseits der Koordinaten für die Wissenschaftler und die praktischen Anwender vielfältige Bedeutung. Kurioserweise sogar für den Weinanbau. 

Hinweis auf den 50. Breitengrad im Bürgersteig. (Foto: Erich Stör)

Jeder, der vom Stadtteil Walldorf ins nahe gelegene Mörfelden fährt (oder umgekehrt), passiert an der Bushaltestelle Vitrollesring ein Hinweisschild, das den Bewohnern und Besuchern der Stadt erzählt, das just an dieser Stelle der „50. Grad nördlicher Breite” verläuft – tausendfach wird dieser Breitengrad täglich von den Menschen zu Fuß, im Bus oder Auto gequert, ohne das er bewusst bemerkt wird.

Das ist kein Wunder, denn die imaginäre Linie des Breitengrades ist weder sicht-noch spürbar, obwohl der ganze Erdball von der Gitternetz-Einteilung der 180 Breiten- und 360 Längengrade überzogen ist. Für die Luft- und Seefahrt ist die geographische Fixierung der Erde in  Längen- und Breitengrade enorm wichtig. Immerhin hat in Zeiten von GPS, Glosnass und Geocaching ein immer größer werdender Kreis von Interessenten gelernt, mit Koordinaten umzugehen. Und nur der Vollständigkeit halber sei hier angemerkt, dass bei automobilen Orientierungsfahrten bereits in den 60er Jahren Koordinatenpunkte gesucht werden mussten.

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Frech grinsend wird die Kuh Marsha zum Publikumsliebling

Mörfelden-Walldorf, eine Doppelstadt nahe des Frankfurter Flughafens, hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf als „Stadt der Skulpturen” erworben. In jedem Jahr gibt es im August im Bürgerpark eine interessante Skulpturenausstellung. Vor einigen Jahren gefiel einer der Veranstaltungen besonders die grinsende Kuh Marsha, geschaffen von der Frankfurter Künstlerin Pia Grambart. 

Marsha, die freche Kuh der Frankfurter Künstlerin Pia Grambart. (Foto: Erich Stör)

Außerdem sind in jüngster Vergangenheit in den beiden Ortsteilen schon über 30 verschiedene Werke namhafter Künstler aufgestellt worden – auch mehrere Verkehrskreisel wurden mit Skulpturen bestückt. Einige Kunstwerke in der Stadt sind Leihgaben von jenen Künstlern, die bei der Veranstaltung „Skulpturen im Park” ausstellten. Andere wurden von der Gemeinde im Anschluss an diese alljährliche Freiluft-Ausstellung günstig erworben oder „geleast”.

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