Edgar Wallace im Ramschladen

Es gibt – trotz Arthur Conan Doyle, Agatha Christie und anderen – wohl kaum Zweifel daran, dass Edgar Horatio Wallace als der berühmteste britische Kriminalschriftsteller in die Geschichte eingehen wirdWallace lieferte mit seinen Vorlagen auch den Stoff für eine in Deutschland hergestellten Serie von Fließband-Krimis. Es würde zu weit führen, hier alle Streifen aufzulisten, die in den 60er Jahren gedreht wurden. Neben den Klassikern „Der Zinker” oder „Der Hexer” klingen manche Buch- und späteren Filmtitel allerdings sehr anregend: „Der Frosch mit der Maske”, „Die Bande des Schreckens”, „Die toten Augen von London”, „Das Geheimnis der gelben Narzissen”, „Das Rätsel der roten Orchidee” oder „Die Tür mit den sieben Schlössern”. Das hat was!

Neblig-trübes Londoner Wetter als gern genutzte Filmstaffage. (Foto: Clipdealer)

Es ist überliefert, dass der am 1. April 1875 geborene und im Februar 1932 verstorbene Vielschreiber Wallace keine literarischen Ambitionen verfolgte, sondern seine Arbeit nur als lukratives Mittel zum täglichen Broterwerb ansah. Denn Geld brauchte Wallace ständig; als notorischer Spieler befand er sich meist in finanziellen Nöten, zumal er oft genug gerade erworbene Pfunde in vollen Zügen ausgab. Gezwungenermaßen musste der britische Autor beträchliche quantitative Leistungen beim Schreiben erbringen, was der Qualität seiner Bücher eine gewisse Beliebigkeit gab.

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Eigenwillige „Tower Bridge“

Es gibt Millionen von Brücken auf der Erde. Sie verbinden getrennte Stadtteile, überqueren Straßen und Eisenbahnlinien, verbinden sogar Inseln mit dem Festland. Für die Mobilität der Menschen sind sie unverzichtbar. Und viele von ihnen haben eine interessante Geschichte. Alleine im Wohnort des Autors mit etwa 15 000 Einwohnern gibt es zwei Brücken über die Autobahn, drei über oder unter der nahen Eisenbahnlinie und fünf über einen kleinen Bach. Obwohl sie immer den reibungslosen Verkehrsablauf gerantieren, sind sie doch eher unbedeutend – ganz anders als bei den berühmten Brücken dieser Welt. Eine davon ist die Tower-Bridge in London. Sie gehört zu den meistfotografierten Bauwerken überhaupt – kein Wunder, zeugt sie doch von außerordentlicher Kühnheit ihrer Erbauer.

Die berühmte „Tower Bridge“ in London (Foto: Oliver Stör)

Es waren die Architekten Jones, Wolfe-Barry und Stevenson sowie Hunderte von Bauleuten. Heutzutage stehen jeden Tag Hunderte von Touristen in der Nähe der Brücke, zücken ihre Fotoapparate, visieren die von 1886 bis 1894 im neugotischen Stil errichtete Hänge- und Klappbrücke an und machen sie damit zu einem der am meistfotografierten Objekte der Welt.

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Glenn Miller und sein Sound

Der Tod des Posaunisten und Bandleaders Glenn Miller, der wahrscheinlich beim Kriegseinsatz über dem Ärmelkanal abstürzte, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Musikfreunde bewegt. Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang seines Orchesters unvergessen. Im Fernsehsender habe ich vor einiger Zeit wieder einmal den Streifen über den legendären Komponisten, Arrangeur und Bandleader Glenn Miller gesehen, der 1904 geboren wurde. Viele Jahre sind seit dem Tod des Musikers vergangen, Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Films, aber noch immer ist der „Miller Sound” unvergleichlich.

Den Stil, den Glenn Miller, prägte, ist immer noch in den Ohren. (Foto: Swift Publisher)

Das Erfolgsgeheimnis beruhte darauf, dass in seinem Orchester die Klarinette vier Saxophone führte, was dem Swing einen außergewöhnlich einfühlsamen, jazzartigen  Klang verlieh. So wurden „In the Mood“, „Moonlight Serenade”, „Pennsylvania 6-5000” und der „Chattannoogo Choo Choo”, der Udo Lindenberg Jahrzehnte später zu seinem „Sonderzug nach Pankow” inspirierte, zu Evergreens. Für den „Chattannoogo Choo Choo“ erhielt Miller 1942 die erste goldene Schallplatte der Musikgeschichte. Die mitreißende Melodie wurde von seinem Orchester auch in dem Spielfilm „Adoptiertes Glück” (mit Sonja Henie) gespielt.

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