Unterhaltung pur im Althoff-Bau

Der „Franz Althoff-Bau” im Zoo spielte in der Nachkriegsgeschichte Frankfurts eine überaus bedeutende und oft unterschätzte Rolle im kulturellen Leben der Stadt. Unzähligen Menschen wurde unter der Zirkuskuppel  in den doch eher trostlosen Jahren des Trümmerwegräumens und Wiederaufbauens durch bekannte Künster unterhaltsame Abende bereitet. Diese Stunden lenkten die Menschen von den Sorgen des alltäglichen Leben ab. Der Zoologische Garten im Ostend der Stadt und dessen Direktor Dr. Bernhard Grzimek spielen in dieser Geschichte eine höchst interessante Rolle.

Berühmte Stars am Franz-Althoff-Himmel (Grafik: Stör-Signale)

Die Stadt Frankfurt wollte den Zoo nach dem Krieg schließen, doch der geradezu fanatisch-besessene „Tierflüsterer” Dr. Bernhard Grzimek griff zu außergewöhnlichen Maßnahmen, um Einnahmen zu erzielten. So ließ er Schauspieler auftreten, woraus später das heute noch existierende Fritz-Remond-Theater entstand, er organisierte Filmvorführungen („Jugendkino im Zoo“), auf dem Gelände des Zoos stand vorübergehend auch eine riesige Achterbahn.

Auf dem kleinen Weiher agierte die Garmischer Eisrevue mit der mehrfachen deutschen Meisterin Lydia Veicht, Grzimek ließ Seitänzer auftreten, es gab Jahrmarktsbuden, Hausfrauennachmittage und Modenschauen. Damit bot der Zoo in den tristen Nachkriegsjahren eine unterhaltsame Welt und sicherte zugleich das Überleben der rar gewordenen Tiere.

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Gershwins „Rhapsodie in Blau“

George Gershwin schrieb im Jahr 1924 die „Rhapsodie in Blau“. Sie war neben den vielen anderen seiner Kompositionen ein Meisterwerk konzertanter Jazzmusik. Der Komponist starb 1937 im Alter von nur 39 Jahren. Beim Stöbern im iTunes Store von Apple stieß ich kürzlich auf diese Komposition. Das weckte Erinnerungen an den Warner-Film, den ich vor Jahrzehnten in Frankfurt am Main gesehen hatte. 1945 hatte der bekannte Hollywood-Konzern den Film auf den Markt gebracht und dem begnadeten amerikanischen Komponisten ein filmisches Denkmal gesetzt.

Genialer Komponist Gershwin, der sich vor allem dem konzertanten Jazz verschrieben hatte. (Symbolfoto: SP)

Ich sah den Film damals in den Harmonie-Lichtspielen in Sachsenhausen. Mir war der Streifen an manchen Stellen zu sentimental, in einigen Passagen wirkte er sogar kitschig, allerdings sind seine Vorzüge in der Gershwin-Musik selbst und der Darstellung zeitgenössischer Atmosphäre zu sehen.

Ein Filmkritiker schrieb damals in der Tageszeitung “Frankfurter Rundschau”:

„Dieser Film […] ist ein Tonstreifen voll mitreißender Jazzmusik. Reiner Jazz, konzertanter Jazz, Jazz mit Blues, Jazz in allen Spielarten von, mit und um George Gershwin, dem Schöpfer moderner amerikanischer Tonkunst.”

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel” sah in Gershwin sogar den Mann, „der den Jazz zur Lady gemacht hat.“

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Swing-Legende Glenn Miller

Der Tod des Posaunisten und Bandleaders Glenn Miller, der wahrscheinlich beim Kriegseinsatz über dem Ärmelkanal abstürzte, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Musikfreunde bewegt. Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang seines Orchesters unvergessen.

Die Posaune war das Lebenselixier des Bandleaders Glenn Miller. (Symbolfoto: Swift Publisher)

Im Fernsehsender habe ich vor einiger Zeit wieder einmal den Streifen Die Glenn Miller Story über den legendären Komponisten, Arrangeur und Bandleader gesehen, der 1904 geboren wurde. Viele Jahre sind seit dem Tod des Musikers vergangen, Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Films, aber noch immer ist der „Miller Sound” unvergleichlich.

Das Erfolgsgeheimnis beruhte darauf, dass in seinem Orchester die Klarinette vier Saxophone führte, was dem Swing einen außergewöhnlich einfühlsamen, jazzartigen  Klang verlieh. So wurden „In the Mood“, „Moonlight Serenade”, „Pennsylvania 6-5000” und der „Chattannoogo Choo Choo”, der Udo Lindenberg Jahrzehnte später zu seinem „Sonderzug nach Pankow” inspirierte, zu Evergreens. Für den „Chattannoogo Choo Choo“ erhielt Miller 1942 die erste goldene Schallplatte der Musikgeschichte. Die mitreißende Melodie wurde von seinem Orchester auch in dem Spielfilm Adoptiertes Glück (mit Sonja Henie) gespielt.

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