Litfaßsäulen im Fußballstadion

Wer heutzutage auf die Leibchen der Bundesliga-Profis schaut, sieht sich mit einer Vielzahl von Namen aus der deutschen und internationalen Wirtschaft konfrontiert; mit der Zahlung erheblicher Summen an die Klubs hoffen die Firmen bei Zuschauern im Stadion, bei Fernseh-Übertragungen oder auch via Zeitungs- und Internetfotos Aufmerksamkeit zu erreichen, denn Klappern gehört in der Branche zum täglichen Handwerk. 

Vergangene Zeiten: Als die Spieler noch ohne Werbung aufliefen. (Foto: Clipdealer)

Das Spektrum der Trikotwerbung reicht in der Saison 2018/19 von einem Billig-Discounter (Hertha BSC Berlin) bis hin zu einem Fenster- und Haustürspezialist (FSV Mainz 05). Auch Getränke- oder Lebensmittelbetriebe buhlen um Aufmerksamkeit für ihre Produkten (Werder Bremen, RB Leipzig, SC Freiburg). Drei Versicherungen (1. FC Nürnberg, FC Augsburg, Bayer Leverkusen) und zwei Kreditinstitute (Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart) sind ebenfalls im Geschäft. Außerdem werben je ein Telefonanbieter (Bayern München), Gaslieferant (Schalke 04), Chemiewerker (Borussia Dortmund), Autobauer (VfL Wolfsburg), Software-Konzern (TSG Hoffenheim), Häuslebauer (Hannover 96), Personal-Dienstleister (Eintracht Frankfurt) und Waschmittel-Konzern (Fortuna Düsseldorf) um die Gunst des Publikums. Weiterlesen

Fußballmillionäre zählen Geld

Dem Wahnsinn sind Türen und Tore  geöffnet. Die internationalen Fußball-Klubs machen mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die vermeintlich besten Spieler der Welt. Die Fußballtreter werden dabei mehr und mehr – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut. 

Fußball-Millionäre beim mühseligen Zählen des Geldes. (Foto: Clipdealer)

Juventus Turin kassierte  2016 für den Wechsel des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der 25jährige Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Transfersummem könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Summen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag.

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Abstieg eines Stadtteilvereins

Der FSV Frankfurt – ein Verein mit sehr bewegter Vergangenheit – ist 2016 aus der Zweiten Fußball-Bundesliga abgestiegen und kickte eine Saison lang in der Dritten Liga; doch auch dort ging es abwärts, bis die Fußballabteilung Insolvenz anmelden musste. Das bedeutet Neuanfang in der Regionalliga und ist bitter für den Traditionsverein, dem einfach zu viele Bälle ins Netz fliegen.

Der Ball flog zu oft ins FSV-Netz. (Foto: Clipdealer)

Jeder hat seinen Lieblingsverein: Vielleicht die „Löwen” aus München,  die „Clubberer” aus Nürnberg, oder halt den Fußballsportverein, der einst in der Süddeutschen Oberliga eine beachtliche Rolle spielte.  Auch das Herz des Autors schlägt für eben diesen FSV. Dabei erinnere ich mich an alte Zeiten, Jahrzehnte zurück… Als Bub tippelte ich oft von Sachsenhausen, dem südlichen Frankfurter Stadtteil, zum Bornheimer Hang, was ein ziemlich weiter Weg war, aber ich wollte das Geld für die Straßenbahn sparen.

Am Hang, wie das Stadion kurz genant wurde, hatten es mir drei Spieler angetan, die Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre bei den Blau-Schwarzen spielten. Das waren der ehemalige Nationaltorhüter Willibald Kreß, der Stürmer Richard Herrmann und Mittelläufer Heiner Dietsch. Sie alle interessierten mich aus ganz unterschiedlichen Gründen, sowohl was ihre sportlichen Leistungen als auch ihre persönliche Vita betraf.

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Guardiola schwört auf Ballbesitz

Pep Guardiola, katalanischer Fußballtrainer, gilt zur Zeit als Maß der Dinge im Gewerbe der Übungsleiter. Mit immerhin 22 Titelgewinnen (FC Barcelona, Bayern München, Manchester City) innerhalb von neun Jahren ist Pep Guardiola der erfolgreichste Trainer der Gegenwart. Es wäre indessen ein falscher Ansatz, Pep Guardiolas Arbeit nur auf Meisterschaften, Pokalsiege und andere Erfolge zu reduzieren.

Meistertrainer Pep Guardiola. (Foto: Clipdealer)

Als der Trainer einmal nach seinen Antriebskräften gefragt wurde, berief er sich nicht auf die vielen gewonnenen Trophäen, sondern sagte:

„Mein Traum ist, mit meinen Spielern neue Ideen zu entwickeln und ganz neue Sachen auszuprobieren.”

Das klingt, und da sind wir der Wahrheit wahrscheinlich ganz nahe, nach dem Traum vom perfektem Fußball. Den wird es natürlich nie geben, weil die Unwägbarkeiten des Spiels dem entgegenstehen. Das trifft auch auf den Guardiola-Stil zu, der bei aller Faszination wegen der nicht enden wollenden Ballstafetten schnell langweilig wirkt.

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