Fußballstars beim mühseligen Zählen der Millionen

Dem Wahnsinn sind Tür und Tor geöffnet. Die internationalen Fußball-Klubs machen mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die vermeintlich besten Spieler der Welt. Die Fußballtreter werden dabei mehr und mehr – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut. 

Unglaubliche Summen gehen im internationalen Profi-Fußball über den Tisch (Symbolfoto: Swift Publisher)

Juventus Turin kassierte  2016 für den Wechsel des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United sage und schreibe rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der 25jährige Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Transfersummem könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Summen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag.

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Ein Fußballsportverein mit bewegter Vergangenheit

Der FSV Frankfurt – ein Verein mit sehr bewegter Vergangenheit – ist 2016 aus der Zweiten Fußball-Bundesliga abgestiegen und kickte eine Saison lang in der Dritten Liga; dort ging es weiter abwärts, bis die Fußballabteilung schließlich Insolvenz anmelden musste. Das bedeutet Neuanfang in der Regionalliga und ist bitter für den Traditionsverein, dem einfach zu viele Bälle ins Netz fliegen. 

Zu viele Bälle flogen in das Bornheimer FSV-Netz… (Foto: Clipdealer)

Jeder hat seinen Lieblingsverein: Vielleicht die „Löwen” aus München,  die „Clubberer” aus Nürnberg, oder halt den Fußballsportverein, der einst in der Süddeutschen Oberliga eine beachtliche Rolle spielte.  Auch das Herz des Autors schlägt für eben diesen FSV. Dabei erinnere ich mich an alte Zeiten, Jahrzehnte zurück… Als Bub tippelte ich oft von Sachsenhausen, dem südlichen Frankfurter Stadtteil, zum Bornheimer Hang, was ein ziemlich weiter Weg war, aber ich wollte das Geld für die Straßenbahn sparen.

Am Hang, wie das Stadion kurz genant wurde, hatten es mir drei Spieler angetan, die Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre bei den Blau-Schwarzen spielten. Das waren der ehemalige Nationaltorhüter Willibald Kreß, der Stürmer Richard Herrmann und Mittelläufer Heiner Dietsch. Sie alle interessierten mich aus ganz unterschiedlichen Gründen, sowohl was ihre sportlichen Leistungen als auch ihre persönliche Vita betraf.

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Mittelalterliches Nürnberg bietet kulinarische Köstlichkeiten

Nürnberg, die fränkische Metropole mit ihrem mittelalterlichem Charme, glänzt nicht nur mit der Kaiserburg als Touristenattraktion, sondern hat auch noch viel anderes zu bieten. Kulinarisch gesehen sind die Rostbratwürstchen im Weck ebenso beliebt wie zur Weihnachtszeit die schmackhaften Lebkuchen samt Christstollen auf dem Christkindlesmarkt. 

Die Kaiserburg in Nürnberg. (Foto: Clipdealer)

Einige bekannte Spielzeug-Manufakturen peppen das Image der Stadt auf, das wegen der Vergangenheit mit den „Rassegesetzen” und diversen Nazi-Massenaufmärschen auf dem  „Reichsparteitagsgelände” lange Zeit schwer angeschlagen war. Mit einem Dokumentationszentrum und informativen Führungen wird dieser Teil einer unrühmlichen Stadtgeschichte intensiv aufgearbeitet.

Wie oft bin ich hier auf der Fahrt in den Süden schon vorbei gefahren, wie oft habe ich Station gemacht? Sicher unzählige Male. Die alte fränkische Reichsstadt liegt verkehrsgünstig. Hier kreuzen sich die Autobahnen, die aus Nordrhein-Westfalen und Norddeutschland kommen und in Richtung München und Wien weiterführen. Als es noch keine dieser Schnellstraßen gab, war Nürnberg gleichwohl bereits Schnittpunkt von Handels- und Gewürzstraßen, was der Stadt in vielerlei Hinsicht zum Vorteil gereichte.

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Schnapsbrenner Günter Mast erfindet die Trikotwerbung

Wer heute auf die Leibchen der Bundesliga-Profis schaut, sieht sich mit einer Vielzahl von Namen aus der Wirtschaftswelt konfrontiert.  Das war, wie unser Bild veranschaulicht, früher ganz anders. Klappern gehört heutzutage in der Branche zum täglichen Handwerk. Marketing ist das simple Schlüsselwort für die Werbestrategen. Und so sind Fußballklubs beliebte „Multiplikatoren“ für die Reklamebotschaften. Denn mit der Zahlung entsprechender Summen an die Fußballklubs hoffen die Firmen bei den Zuschauern im Stadion, bei TV-Übertragungen oder via Zeitungs- und Internetfotos Aufmerksamkeit zu erreichen.

Als die Fußballspieler noch ohne Trikotwerbung kickten. (Foto: Clipdealer)

Das Spektrum in der Saison 2017/18 reicht von einer arabischen Fluggesellschaft (Hamburger SV) bis hin zum Fensterbauer (FSV Mainz 05). Außerdem buhlen Getränke- oder Lebensmittelbetriebe um potentielle Kunden (1. FC Köln, Werder Bremen, RB Leipzig,  SC Freiburg). Außerdem sind Softwarekonzerne (TSG Hoffenheim,  Eintracht Frankfurt), Energierriesen (Borussia Dortmund,  Schalke 04) und Versicherungen (FC Augsburg, Bayer Leverkusen) im Geschäft.  Zwei Kreditinstitute (Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart) sind ebenso vertreten wie ein Telefonanbieter (Bayern München), ein Buchmacher (Hertha BSC), der Autohersteller (VfL Wolfsburg) sowie ein Häuslebauer  (Hannover).

Viele Jahre sind vergangen, und manche Jüngere erinnern sich kaum noch daran, wie das vor über 40 Jahren alles begonnen hat. Es herrschte jedenfalls helle Aufregung, als der niedersächsische Verein Eintracht Braunschweig unter der Regie des Wolfenbütteler Kräuterschnaps-Brenners Günter Mast 1973 nach einigen Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Fußball-Bund die Trikotwerbung mit dem Schriftzug „Jägermeister” etablierte.

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Übungsleiter Pep Guardiola pflegt sein Credo vom Ballbesitz

Pep Guardiola, katalanischer Fußballtrainer, gilt derzeit als Maß der Dinge im Übungsleiter-Gewerbe. Mit 21 Titelgewinnen (FC Barcelona und Bayern München) innerhalb von nur sieben Jahren ist Pep Guardiola der effektivste Trainer der Gegenwart. Es wäre indessen ein falscher Ansatz, Guardiolas Arbeit nur auf Titel zu reduzieren.  

Pep Guardiola hat spezielle Vorstellungen vom Spiel. (Foto: Clipdealer)

Als der Trainer einmal nach seinen Antriebskräften gefragt wurde, berief er sich nicht auf die vielen gewonnenen Trophäen, sondern sagte:

„Mein Traum ist, mit meinen Spielern neue Ideen zu entwickeln und ganz neue Sachen auszuprobieren.”

Das klingt, und da sind wir der Wahrheit wahrscheinlich ganz nahe, nach dem Traum vom perfektem Fußball. Den wird es natürlich nie geben, weil die Unwägbarkeiten des Spiels dem entgegenstehen. Das trifft auch auf den Guardiola-Stil zu, der bei aller Faszination wegen der nicht enden wollenden Ballstafetten schnell langweilig wirkt.

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