Kino-„Wartesaal“ im Bahnhof

Einen besonderen Typ von Unterhaltungsstätten gab es in Deutschland in der Zeit zwischen 1950 und 1990 –: die Aktualitäten-Kinos (AKI) in den großen Bahnhöfen des Landes. Sie waren gedacht als unterhaltsame „Wartesäle” für Bahnreisende, ehe der Zahn der Zeit sie überflüssig machte – auch in Frankfurt am Main.

Wartesaal mit bewegten Bildern: Die Aktualitäten-Kinos… (Foto: Swift Publisher)

In den Nachkriegsjahren waren in Frankfurt am Main viele neue Lichtspielhäuser aus dem Boden gestampft worden. Während in den Stadtteilen und Vororten schon 1945 die ersten Kinos wieder zu spielen begannen, weil sie die Bombenangriffe einigermaßen unbeschädigt überstanden hatten, wurden in der weitgehend zerstörten Innenstadt große Paläste errichtet. Zwar begann es auch hier zunächst mit wieder aufgebauten oder renovierten alten Spielstätten (Bieberbau, Scala, Lichtburg, Hansa, Schauburg), aber bald kamen das Eden und das Roxy (beide November 1948) als Neubauten hinzu.

Zuvor war schon das Luxor am Hauptbahnhof eröffnet worden, im September 1949 wurde erstmals im mächtigen Filmpalast (1500 Plätze) gespielt, das Metro im Schwan folgte drei Monate später (1200 Plätze). Die Kinos boomten. Eine Besonderheit in diesen Jahren stellte das „Aktualitäten-Kino“ im Frankfurter Hauptbahnhof dar, das am Freitag, 25. November 1950, von Kabarettist Werner Finck mit launigen Plaudereien eröffnet worden war. Weiterlesen

Alte Frankfurter Fußballliebe

Der FSV Frankfurt – ein Verein mit sehr bewegter Vergangenheit – ist 2016 aus der Zweiten Fußball-Bundesliga abgestiegen und kickte eine Saison in der Dritten Liga; dort ging es weiter abwärts, bis die Fußballabteilung Insolvenz anmelden musste. Das bedeutet Neuanfang in der Regionalliga und ist bitter für den Traditionsverein aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim und genauso unerfreulich für die Fans. Schließlich hat jeder Anhänger seine Lieblingsvereine: Die „Löwen” aus München zum Beispiel, die „Clubberer” aus Nürnberg, oder halt den Fußballsportverein, der einst in der Süddeutschen Oberliga eine beachtliche Rolle spielte.

Zu viele Bälle flogen in das FSV-Netz… (Foto: Clipdealer)

Auch das Herz des Autors schlägt für eben diesen FSV. Mit Freude erinnere ich mich an alte Zeiten, Jahrzehnte zurück… Als Bub tippelte ich oft von Sachsenhausen, dem südlichen Frankfurter Stadtteil, zum Bornheimer Hang, was ein ziemlich weiter Weg war, aber ich wollte das Geld für die Straßenbahn sparen.

Am Hang, wie das Stadion kurz genant wurde, hatten es mir drei Spieler angetan, die Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre Jahre bei den Blau-Schwarzen spielten. Das waren der ehemalige Nationaltorhüter Willibald Kreß, der Stürmer Richard Herrmann und Mittelläufer Heiner Dietsch. Sie alle interessierten mich aus ganz unterschiedlichen Gründen, sowohl was ihre sportlichen Leistungen als auch ihre persönliche Vita betraf.

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Lokalbahn nach Offenbach

Im dichten Frankfurter S-Bahn-Netz gibt es an der Mühlbruchstrasse die Station „Lokalbahnhof”. Sie erinnert an den alten Haltepunkt, der bis 1955 die Städte Frankfurt und Offenbach verband. Vom alten Bahnhof selbst ist dort nichts mehr zu sehen; heute steht hier ein Geschäftsgebäude, Gleise der Straßenbahn befinden sich an jener Stelle, an der das Abfertigungsgebäude stand. An der nahen Kreuzung treffen Darmstädter Landstrasse, Textor- und Dreieichstrasse aufeinander. Eine Gaststäte trägt ebenfalls den Namen Lokalbahnhof. Auf der anderen Straßenseite ist immer noch das altehrwürdige Harmonie-Kino in Betrieb. Verschüttete Erinnerungen an Sachsenhausen werden wach, als ich dieser Tage hier vorbeigehe…

Unterwegs zwischen Frankfurt und Offenbach (Symbolfoto: Swift Publisher)

Ende Februar 1944 bin ich zum ersten Mal mit der Bahn gefahren, wenige Groschen hat es gekostet, ich musste für meine Eltern einen wichtigen Brief auf einem Amt in Offenbach abgeben. Es war meine erste Bahnreise in die nahe, fremde Stadt. Der dortige Endpunkt befand sich am Dreieck der Dom-, Bahnhof-, Kaiserstraße, heute verläuft dort die Berliner Straße.

Unterwegs hat die Lokalbahn inmitten der prächtigen, weitläufigen Gärtnereien von Oberrad angehalten. Das merke ich mir, denn einige Tage später, es ist Anfang März, fahre ich – diesmal nur zum Vergnügen – wieder mit der Lokalbahn und steige an der Haltestelle Oberrad aus. Von dort aus ist es zu Fuß nicht weit an das Mainufer. Dort haben einige Frankfurter Rudervereine ihr Domizil, es sind freilich kaum Boote auf dem Wasser, die meisten Sportler sind als Soldaten im Kriegseinsatz.

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Mordfall Rosemarie Nitribitt

Rosemarie Nitribitt, Beruf: Prostituierte, wurde Anfang November des Jahres 1957 – also vor nunmehr 60 Jahren – in ihrer Wohnung in der Frankfurter Innenstadt ermordet aufgefunden. Der Fall sorgte in der Bundesrepublik monatelang für Schlagzeilen, wurde in einem satirisch-kritischen Buch von Erich Kuby verarbeitet und dann mehrmals verfilmt. Warum erregte der Nitribitt-Mord die Öffentlichkeit über die Maßen, da doch unzählige andere Prostituierte davor und danach eher unbeachtet den Tod fanden?

Im 4. Stock „arbeitete“ Rosemarie Nitribitt (Foto: Clipdealer 2011)

Die Antwort ist wohl in erster Linie in der gesellschaftspolitischen Situation der Bundesrepublik jener Zeit zu finden. Die Nazijahre waren von den Menschen schnell aus dem Gedächtnis verdrängt worden, die Herren in den weißen Westen hatten Oberwasser. Gut Verdienende umgaben sich mit neuem Luxus, wozu bei dem einen oder anderem auch eine „Lebedame” gezählt haben dürfte.

Es war die Zeit des so genannten „Wirtschaftswunders”. Innenpolitisch betrachtet waren die Jahre geprägt von Ost-West-Konflikten, Wiederbewaffnung, NATO-Beitritt und Kaltem Krieg (mit KPD-Verbot). Gleichzeitig gab sich die Adenauer-Zeit mit ihrer übertrieben christlichen Attitüde prüde und kleinkariert.

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Jazzmusiker im „Althoff-Bau“

Der „Franz Althoff-Bau” im Zoo spielte in der Nachkriegsgeschichte eine überaus bedeutende und oft unterschätzte Rolle im kulturellen Leben der Stadt Frankfurt, denn hier wurde den Menschen in den doch eher trostlosen Jahren des Trümmerwegräumens und Wiederaufbauens unterhaltsame Stunden bereitet –, Stunden, die von den Sorgen des alltäglichen Leben ablenkten. Der Zoologische Garten im Ostend der Stadt und dessen Direktor Dr. Bernhard Grzimek spielen in dieser Geschichte eine höchst interessante Rolle.

Treffpunkt der Künstler (Symbolfoto: Clipdealer)

Die Stadt Frankfurt wollte den Zoo nach dem Krieg schließen, doch der geradezu fanatisch-besessene „Tierflüsterer” Bernhard Grzimek griff zu außergewöhnlichen Maßnahmen, um Einnahmen zu erzielten. So ließ er Schauspieler auftreten, woraus später das heute noch existierende Fritz-Remond-Theater entstand, er organisierte Filmvorführungen („Jugendkino im Zoo“), auf dem Gelände des Zoos stand vorübergehend auch eine riesige Achterbahn. Auf dem kleinen Weiher agierte die Garmischer Eisrevue mit der mehrfachen deutschen Meisterin Lydia Veicht, Grzimek ließ Seitänzer auftreten, es gab Jahrmarktsbuden, Hausfrauennachmittage und Modenschauen. Damit bot der Zoo in den tristen Nachkriegsjahren eine unterhaltsame Welt und sicherte zugleich das Überleben der rar gewordenen Tiere.

In dem Buch „Frankfurt und die wilden Jahre” von Richard Kirn und Madlen Lorei heisst es über diese Zeit im Zoo:

„Alles in allem war diese bizarre Welt jahrelang so etwas wie ein letztes Glück in der grauen Stadt.”

In einer Ecke des Geländes gastierten namhafte Artisten über zwei Jahre lang im Cirkus Oskar Hoppe, ehe Hoppe nach Auseinandersetzungen mit Grzimek sein Gastspiel beendete. An seiner Stelle wurde von Zirkusdirektor Franz Althoff ein Festbau errichtet, der aus einer stabilen Holzkonstruktion bestand und rund 3000 Besuchern Platz bot.

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Wirbel um „Die Sünderin“

Wir schreiben das Jahr 1951. Wieder einmal erlebt Frankfurt großen Starrummel. Zur deutschen Erstaufführung von „Die Sünderin” im „Turmpalast” erscheinen Regisseur Willi Forst sowie die Hauptdarsteller Hildegard Knef und Gustav Fröhlich. Die Künstler verneigen sich artig vor einen Beifall klatschenden Publikum, doch bei den folgenden Pressegesprächen kommt auch reichlich Frust auf. Vor allem Forst ist pikiert, weil sein Werk bei der Freiwilligen Filmkontrolle in Wiesbaden zunächst durchgefallen war.

Hildegard Knef auf dem Filmbühne-Titel „Die Sünderin“. (Foto: Filmverlag Unucka)

Willi Forst bittet die Journalisten flehentlich darum, ihn in der Wirrnis des deutschen Nachkriegsfilms „nicht im Stich zu lassen”. Denn täte man dies, so der Regisseur im Hinblick auf die kassenträchtige Schnulze „Schwarzwaldmädel” sowie die Revue-Schmonzette „Die Dritte von rechts” ironisch, dann würde es in Zukunft wohl nur noch „Das Dritte Schwarzwaldmädel von rechts” geben.

Der Verdruss des Regisseurs ist verständlich. Der Österreicher hatte schon bei den Vorbereitungen der Dreharbeiten erfahren müssen, dass das Thema seines Films nicht überall wohlgelitten ist. Denn Forst wollte den Film ursprünglich in München realisieren, musste jedoch kurzfristig in die Studios der Jungen Filmunion nach Bendestorf bei Hamburg ausweichen, weil ihm in Bayern aufgrund des strittigen Filmthemas kein Atelier zur Verfügung gestellt wurde. Weil in der Lüneburger Heide die Dreharbeiten dann ohne größere Aufmerksamkeit verlaufen sind, ahnt er nicht, dass sein Film bald Schlagzeilen in Deutschland verursachen wird.

Die Aufregung um den melodramatischen Streifen beginnt drei Tage vor der geplanten Premiere am 18. Januar. Weil der Herzog-Verleih den Film zu spät bei der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) in Wiesbaden eingereicht hat, wird „Die Sünderin” erst am 15. Januar begutachtet. Die Mitglieder dieses Gremium lehnen jedoch die Freigabe des Films einstimmig ab. Vor allem die Vertreter der Evangelischen und Katholischen Kirche erheben Einspruch gegen die Tabuthemen Prostitution, Freitod und Tötung auf Verlangen, stoßen sich allerdings auch an einer kleinen Nacktszene von Hildegard Knef.

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Schmeling im Waldstadion

Sonntag, 28. September 1947, es ist schon Herbst. In den südlichen Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen und Niederrad sind wieder einmal viele Menschen unterwegs. Das ist immer so, wenn im „Reichssportfeld”, das von den Amerikanern seit Ende des Zweiten Weltkrieges „Victory Park” oder „Victory Stadium” genannt wird, eine Großveranstaltung über die Bühne geht. An diesem Tag boxt nun ein gewisser Max Schmeling gegen einen Mann namens Werner Vollmer aus Magdeburg, wobei es offensichtlich in erster Linie um die Einnahmen geht, die angeblich eine Million Mark betragen sollen – wie die Börse aufgeteilt wird, bleibt ein Geheimnis der Beteiligten.

Knockout in der siebten Runde. (Symbolfoto: Clipdealer)

Schauplatz Stadion also. Das Gelände ist am 1. Mai 1945, schon acht Tage vor der deutschen Kapitulation, vom amerikanischen Stadtkommandanten Joseph Z. Zwahlen im Auftrag der US-Armee beschlagnahmt worden. Die Begründung im Requirierungsdokument lautet schlicht:

“Dieses Eigentum wird von amerikanischen Streitkräften benötigt.”

Punktum. Das Areal wird jedoch in den nächsten Monaten nicht nur von den US-Miltärs genutzt, sondern auch für große Sportveranstaltungen deutscher Vereine freigegeben. Mitte Juli 1946 darf die Frankfurter Eintracht vor 40 000 Zuschauer ein großes Sportfest ausrichten, in dessen Rahmen der VfB Stuttgart ein Fußballspiel gegen Eintracht Frankfurt 1:0 gewinnt. Am 25. August 1946 kommen satte 15 000 Besucher zu den Titelkämpfen der deutschen Leichtathleten, am 1. Dezember 1946 schließlich spielt die Frankfurter Eintracht bei strömendem Regen gegen den 1. FC Nürnberg im Spitzenspiel der Süddeutschen Oberliga vor 30 000 Zuschauern 1:1.

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Luftschiffers Zeppelinheim

Zeppelinheim, die Wohnsiedlung in der Nähe des Frankfurter Flughafens wird Ende des Jahres 2017 achtzig Jahre alt. Dieser kleine Rückblick erzählt einige Details über die Gemeinde, die zwischen 1934 und 1937 gebaut worden ist, um privilegierten Mitarbeitern der „Deutschen Zeppelin-Reederei” – insbesondere den Kapitänen und Ingenieuren – am neuen Rhein-Main-Flughafens Unterkunft zu bieten.

Als die Luftschiffe noch Konjunktur hatten…(Foto: Clipdealer)

Die Entstehung von Zeppelinheim hängt ganz eng mit der Geschichte Frankfurts zusammen. Der Flugplatz auf dem Gelände am Rebstock im Westen der Stadt war zum Ende der Zwanziger Jahre zu eng geworden und entsprach nicht mehr den technischen Anforderungen der damaligen Zeit. Unter diesen Umständen wurde der neue Rhein-Main-Flughafen in einem Waldgebiet südwestlich von Frankfurt konzipiert.

Im Zusammenhang damit wurde westlich der neuen Autobahn, die von Frankfurt nach Mannheim führte, auch noch ein Start- und Landeplatz sowie eine große Luftschiffhalle für die gerade in hoher Blüte stehenden Zeppeline errichtet. Und zeitgleich mit dem Bau dieses Luftschiffhafens entstand die Wohnsiedlung zwischen dem Forsthaus Mitteldick und der Riedbahnlinie sowie der östlichen Seite der Autobahn. Die Gründungsurkunde für den Ort Zeppelinheim datiert vom 31. Dezember des Jahres 1937.

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Feuerkopf Friedrich Stoltze

Den Schriftsteller, Journalisten, Humoristen und Heimatdichter Friedrich Stoltze (1816-1891) umfassend zu würdigen, wäre fürwahr eine echte Herkulesaufgabe – keinesfalls kann das hier in einen kurzen Beitrag erledigt werden. Nur einige Sätze können an dieser Stelle an den Frankfurter erinnern, der Zeit seines Lebens sich mit Worten einmischte, wann immer es ihm notwendig erschien, und der sich immer wieder mit den herrschenden Politikern anlegte. Stoltze war immer und stets ein unbeirrbarrer Feuerkopf.

Das Stoltze-Denkmal in der Frankfurter Innenstadt (Foto: Erich Stör)

Manchen gilt Stoltze in erster Linie „nur” als Heimatdichter, weil er den größten Teil seines Werkes in Frankfurter Mundart geschrieben hat. Gerade weil er mit dem „Frankforderisch” die größten Erfolge hatte, litt er darunter, dass seine in Hochdeutsch verfassten Gedichte und Prosastücke nicht gleichermaßen gewürdigt wurden, obwohl sie nach Einschätzung von Literaturkennern von hoher Qualität waren.

Der bescheidene Stoltze war ein engagierter politischer Schreiber. Er unterstützte begeistert die Märzrevolution von 1848 und brachte nach dem Scheitern der „Reichsverfassung” ein Jahr später trotz seiner Enttäuschung viele der revolutionären Ideen in seinen Texten unter, die in den von ihm herausgegebenen „Krebbelzeitungen” und vor allem später in der berühmten „Frankfurter Latern” standen.

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Rosa Luxemburg im Titania

Titania! Das Haus Basaltstraße 23 in Frankfurt-Bockenheim beherbergte einst eine Eisfabrik, eine Liederhalle, war Gewerkschaftshaus und danach sogar lange Zeit Lichtspieltheater. Eine vielfältige Geschichte. Der politische Aspekt spielte dabei eine wichtige Rolle. Ich erinnerte mich daran, als ich dieser Tage an dem Haus vorbeiging. Hier hielt die aus Polen stammende Sozialistin Rosa Luxemburg am 26. September 1913 ihre flammende Rede gegen Militarismus und Krieg, worauf sie von den kaiserlichen Behörden umgehend „wegen Aufruhrs” verhaftet wurde.

Die Rosa Luxemburg- Gedenktafel in Frankfurt-Bockenheim. (Foto: Erich Stör)

Rosa Luxemburg musste zwar zunächst wieder freigelassen werden, wurde aber im Februar 1914 wegen der „Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze und Anordnungen der Obrigkeit“ zu 14 Monaten Gefängnis verurteilt.

An dem Haus, an dem die Sozialistin ihre Rede hielt, hat die „Hessische Rosa-Luxemburg-Stiftung” eine Erinnerungstafel anbringen lassen, auf der die Geschehnisse von damals in Kurzfassung festgehalten sind.

Auf der Tafel stehen die folgenden Sätze, die ich hier der besseren Lesbarkeit wegen noch einmal wiederhole:

Hier im Hof befand sich die Gastwirtschaft „Zur Liederhalle“. Am 26. September 1913 sprach Rosa Luxemburg. Sie setzte sich für die Erhaltung des Friedens ein. „Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffen gegen unsere französischen und anderen Brüder zu erheben, dann rufen wir: Das tun wir nicht.“ Sie wurde deshalb 1914 in Frankfurt wegen „Aufwiegelung zum ungehorsam gegen die Obrigkeit“ zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Rosa Luxemburg wurde am 15. Januar 1919 in Berlin ermordet.

Doch auch ohne den Auftritt von Rosa Luxemburg hat das Titania eine interessante Vergangenheit. Um 1900 hatte hier schon eine Eisfabrik gestanden, die den damals direkt daneben liegenden Schlachthof belieferte, dann wurde daraus die Lieder- und Versammlungshalle der Gewerkschaften mit umfangreicher Bibliothek („Zur Liederhalle”).

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