Schmuckstück „Tower Bridge“

Es gibt Millionen von Brücken auf der Erde. Sie alle verbinden getrennte Stadtteile, überqueren Straßen, Gewässer und Eisenbahnlinien, verbinden Inseln mit dem Festland. Für die Mobilität sind sie unverzichtbar. Und viele von ihnen haben eine interessante Geschichte  – so wie etwa die Londoner „Tower-Bridge“.

Die Tower Bridge in London lockt Heerscharen von Fotografen an. (Foto: Oliver Stör)

Alleine im Wohnort des Autors mit etwa 15 000 Einwohnern gibt es zwei Brücken über die Autobahn, drei über oder unter der nahen Eisenbahnlinie und fünf über einen kleinen Bach. Obwohl sie immer den reibungslosen Verkehrsablauf gerantieren, sind sie doch eher unbedeutend – ganz anders als bei den berühmten Brücken dieser Welt.

Eine davon ist die Tower-Bridge in London. Sie gehört zu den am meisten fotografierten Bauwerken überhaupt – kein Wunder, zeugt sie doch von außerordentlicher Kühnheit ihrer Erbauer. Es waren die Architekten Jones, Wolfe-Barry und Stevenson sowie Hunderte von Bauleuten. Heutzutage stehen jeden Tag Hunderte von Touristen in der Nähe der Brücke, zücken ihre Fotoapparate, visieren die von 1886 bis 1894 im neugotischen Stil errichtete Hänge- und Klappbrücke an und machen sie damit zu einem der am meistfotografierten Objekte der Welt.

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Erinnerungen an Glenn Miller

Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang der von Glenn Miller kreierten Musik vor allem bei Älteren unvergessen, aber auch jüngere Generationen geniessen diesen unverwechselbaren Swing, was sich unschwer daran erkennen lässt, dass das „Glenn Miller Orchestra” unter der Leitung des Dirigenten Will Salden immer noch erfolgreich durch Europa (und durch Deutschland) tourt, obwohl sein ursprünglicher Gründer bereits im Dezember 1944 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Will Salden, der den Originalnamen „Glenn Miller Orchestra” für Europa per Lizenz führen darf, hat sich um den Erhalt der Glenn Miller- Musik verdient gemacht. Der 1950 geborene Niederländer begann 1978 mit dem Aufbau des neuen Orchesters, seit 1985 erlebt er triumphale Erfolge. Zu 4750 Konzerten kamen über 5,5 Millionen Besucher.

Die Posaune war Millers Lebenselixier. (Foto: Swift Publisher)

Als Jugendlicher war ich nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals mit dem Namen des amerikanischen Bandleaders in Berühung gekommen, obwohl Miller bereits vor fünf Jahre verunglückt war. In meinem Stamm-Kino lief 1949 der amerikanische Streifen „Adoptiertes Glück” und was ich dabei hörte, schärfte meine Sinne für zukünftigen Musikgenuss. Es waren der Chattanoogo Choo Choo, die Moonligt-Serenade sowie In the Mood, die den Film, in dem Miller und die damalige norwegische Eislauf-Königin Sonja Henie die Hauptrollen spielten, musikalischen Glanz verliehen. Weiterlesen

Jim Clarks Tod in Hockenheim

Kälte, Regenschauer, verbunden mit neblig-trüben Wolkenschwaden: der 7. April 1968 war – wie man heute lässig sagt – ein „gebrauchter” Tag. Es war jener Sonntag, an dem Jim Clark, zweimaliger Formel 1-Weltmeister (1963 und 1965) und Sohn eines schottischen  Schafzüchters, auf dem Hockenheim-Ring in Nordbaden um’s Leben kommen sollte. Zum Schafe züchten, was Clark nach seiner Rennfahrer-Karriere gerne gemacht hätte, blieb ihm keine Zeit mehr. Sein Leben endete abrupt.

Zum Schafe züchten in den schottischen Highlands blieb Jim Clark keine Zeit mehr. (Foto: Clipdealer)

Clark war Nichtraucher, aber doch in Sachen Werbung unterwegs für eine britische Zigarettenmarke. Das war nichts außergewöhnliches, denn Sportsponsoring wurde zu jener Zeit immer wichtiger für die Rennställe, auch für den von Konstrukteur und Lotus-Eigner Colin Chapman, für den der 32 Jahre alte Jim Clark an den Start ging. Der Schotte aus Kilmany in der Grafschaft Berwickshire war kein heuriger Hase. Bereits 1963 war er erstmals Formel 1- Weltmeister geworden, noch herausragender war für ihn jedoch das Jahr 1965 verlaufen, weil neben der Formel 1-WM auch die „500 Meilen von Indianapolis” für Teamchef Chapman und das Team Lotus ganz oben auf der Prioritätenliste standen. Weiterlesen

Wallace lässt Kassen klingeln…

Der Londoner „Big Ben“ war meistens dabei, als Anfang der 60er Jahre eine Welle von meist sehr kuriosen Filmen nach Vorlagen des britischen Krimi-Schreibers Edgar Wallace in die bundesdeutschen Lichtspielhäuser schwappten. Und die Kino-Kassen klingelten kräftig. Es würde zu weit führen, hier alle Streifen aufzulisten, die in den 60er Jahren gedreht wurden. Neben den Klassikern „Der Zinker” oder „Der Hexer” klingen manche Buch- und späteren Filmtitel allerdings sehr anregend: „Der Frosch mit der Maske”, „Die Bande des Schreckens”, „Die toten Augen von London”, „Das Geheimnis der gelben Narzissen”, „Das Rätsel der roten Orchidee” oder „Die Tür mit den sieben Schlössern”. Das hat was!

Der „Big Ben“ ist wie für einen Wallace-Film gemacht. (Foto: Oliver Stör)

Es gibt – trotz Arthur Conan Doyle, Agatha Christie und vielen anderen – wohl kaum einen ernsthaften Zweifel daran, dass Edgar Horatio Wallace als der berühmteste britische Kriminalschriftsteller in die Geschichte eingehen wird. Wallace lieferte mit seinen Vorlagen auch den Stoff für eine in Deutschland hergestellten Serie von Fließband-Krimis.

Es ist überliefert, dass der am 1. April 1875 geborene und im Februar 1932 verstorbene Vielschreiber Wallace keine literarischen Ambitionen verfolgte, sondern seine Arbeit nur als lukratives Mittel zum täglichen Broterwerb ansah. Denn Geld brauchte Wallace ständig; als notorischer Spieler befand er sich meist in finanziellen Nöten, zumal er oft genug gerade erworbene Pfunde in vollen Zügen ausgab. Gezwungenermaßen musste der britische Autor beträchtliche quantitative Leistungen beim Schreiben erbringen, was der Qualität seiner Bücher eine gewisse Beliebigkeit gab.

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Ballade vom Gangster Harry Lime

Heurigen-Musiker Anton Karas, ein bis dahin recht unbekannter Zitherspieler aus Wien, schrieb 1949 für den britischen Film Der dritte Mann die Zither-Ballade vom allzu bösen Gangster Harry Lime – eine Komposition, die ihn in den folgenden Jahren weltberühmt machte.  In diesem Filmklassiker spielte auch das Riesenrad im Wiener Prater eine zentrale Rolle.

Treffpunkt Riesenrad im Wiener Prater. (Foto: Clipdealer)

In diesen Tagen war der Film wieder einmal im Fernsehen zu sehen (und zu geniessen). Obwohl der Schwarzweiss-Streifen schon 70 Jahre auf dem Buckel hat, hat er für mich nichts von seiner Faszination eingebüsst. Vor allem die mit einem Oscar preisgekrönte Kameraarbeit von Robert Krasker und die bis auf den heutigen Tag unverwechselbare Musik von Anton Karas machen den Reiz des Films im Wien der Nachkriegszeit aus. Auch wenn es sich vordergründig „nur” um einen Kriminalreißer handelt, in dem der skrupellose Dealer Harry Lime (Orson Welles) verunreinigtes Penicillin verschiebt, spiegelt sich doch die politische Situation der damaligen Zeit in vielen Szenen wider.

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Guardiola schwört auf Ballbesitz

Pep Guardiola, katalanischer Fußballtrainer, gilt zur Zeit als Maß der Dinge im Gewerbe der Übungsleiter. Mit immerhin 22 Titelgewinnen (FC Barcelona, Bayern München, Manchester City) innerhalb von neun Jahren ist Pep Guardiola der erfolgreichste Trainer der Gegenwart. Es wäre indessen ein falscher Ansatz, Pep Guardiolas Arbeit nur auf Meisterschaften, Pokalsiege und andere Erfolge zu reduzieren.

Meistertrainer Pep Guardiola. (Foto: Clipdealer)

Als der Trainer einmal nach seinen Antriebskräften gefragt wurde, berief er sich nicht auf die vielen gewonnenen Trophäen, sondern sagte:

„Mein Traum ist, mit meinen Spielern neue Ideen zu entwickeln und ganz neue Sachen auszuprobieren.”

Das klingt, und da sind wir der Wahrheit wahrscheinlich ganz nahe, nach dem Traum vom perfektem Fußball. Den wird es natürlich nie geben, weil die Unwägbarkeiten des Spiels dem entgegenstehen. Das trifft auch auf den Guardiola-Stil zu, der bei aller Faszination wegen der nicht enden wollenden Ballstafetten schnell langweilig wirkt.

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