Gasfüße „zur Ordnung“ gerufen

Der fröhlichen Cabrio-Fahrer ist offensichtlich flott unterwegs, aber doch mit leicht „angezogener Handbremse.“ Das ist gut so, denn andere sind leider nicht so vernünftig. Mit 146 km/h wurde dieser Tage eine  Autofahrerin auf einer Straße in Offenbach geblitzt. Erlaubt war nur eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Die Frau wurde mit einer Geldbuße in Höhe von 440 Euro belegt, erhielt ein dreimonatiges Fahrverbot sowie zwei „Strafpunkte” beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Das Übliche halt…

„Nehmen Sie Rücksicht auf andere und fahren gemächlicher! Sonst droht Ungemach!” (Zeichnung: Swift Publisher)

Zu schnelles Fahren scheint unausrottbar und ist für manche immer noch ein Kavaliersdelikt. Seit Beginn des Automobilzeitalters gehören Verstöße gegen die festgelegten Geschwindigkeiten zur Tagesordnung. Sogar als die Autos noch langsamer als heute unterwegs waren, juckte manchen Fahrer der Gasfuß; immerhin gab es seit Beginn des Autozeitalters schon spektakuläre Straßenrennen, was so manchen Zeitgenossen schon damals zum Rasen veranlasste.

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Tausend Oldtimer-Meilen von Brescia nach Rom und zurück

Aus dem legendären Straßenrennen „Mille Miglia“ wurde nach dem Verbot im Jahr 1957 eine Oldtimer-Rallye, die immer noch über1000 Meilen von Brescia nach Rom und zurück führt. Im Gegensatz zu früher ist nicht Geschwindigkeit, sondern Gleichmäßigkeit gefragt. Stoppuhren sind die wichtigsten Helfer.

Stoppuhren sind das Maß der Dinge. (Foto: Swift Publisher)

Mitte Mai, Brescia, Italien. Menschen schlendern durch die meist sonnigen Straßen, in den Cafés herrscht reges Treiben, die Stadt ist überfüllt, es ist wieder einmal Mille Miglia-Zeit. Auf Hochglanz polierte Rennwagen, die alle im Originalzustand sein müssen und einst an den höchst gefährlichen Straßenrennen über 1000 Meilen in den Jahren zwischen 1932 und 1957 teilgenommen haben müssen, sind zu bewundern, wenn die historische Oldtimer-Parade, die Fans mit der Zunge schnalzen lässt: Oh ja, Bella Macchina!

Bevor die Teilnehmer am 18. Mai zur ersten Etappe aufbrechen, gibt es den ganzen Tag über „Fachgespräche” an allen Ecken und Plätzen… Der Start der „Historic Mille Miglia” ist für Italien jedes Jahr noch immer ein grosses Ereignis, fast so ähnlich wie zu jener Zeit, als es noch im halsbrecherischen Tempo über Stock und Stein ging, dem Wahnsinn nahe und das im wahrsten Sinne des Wortes. In den Fünfziger Jahren wurde immer unverantwortlicher, ein solches Spektakel auf öffentlichen Straßen und in einem Höllentempo auszufahren.

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Französische und britische Rennfahrer in der Résistance

Mehrere Automobilrennfahrer aus Frankreich und England kämpften in der Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime, darunter Robert Benoist, William Grover, René Dreyfus und Jean-Pierre Wimille. Ein Denkmal für die Mitglieder der Résistance in Antibes erinnert auch an diese Männer. 

Immer wenn im Frühjahr das Formel 1-Rennen in Monaco auf dem Programm steht, kommen Erinnerungen an Rennfahrer der Vergangenheit auf, die nur noch in den Geschichtsbüchern aufgeführt sind, deren Leben gleichwohl tiefe Spuren hinterlassen hat – und zwar auf ganz außergewöhnliche Art und Weise. Sie kämpften in der französischen Widerstandsbewegung. Ich rede also keineswegs von Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Max Verstappen oder anderen Protagonisten des Rennsports.

Denkmal für die Widerstandskämpfer in Antibes. (Foto: Clipdealer)

Auch der enge Kurs mit seinen Kurven steht nicht im Blickpunkt. Immerhin weiß ja jeder halbwegs Interessierte, dass es mit den PS-Ungetümen flott durch das Fürstentum geht und die Fahrer sich dabei immer wieder in das nur mäßig erhellte Loch des Tunnels stürzen, um nach etwa 400 Metern wieder ins gleißende Licht zu fahren.

Jeder hat schon gesehen, wie die Boliden an den Hausecken vorbei zischen, den Leitplanken sehr nahe kommen, und dabei die Aufhängungen und sensiblen Reifen malträtiert werden. Auch der unsägliche Promi-Rummel an der Côte d’Azur ist immer wieder beschrieben worden. Ich verweise hier dagegen auf die Sieger der beiden ersten Monte-Rennen in den Jahren 1929 und 1930, damals noch nicht zu WM zählend. Im ersten Rennen gewann ein gewisser Charles William Frederick Grover, der unter dem Pseudonym „Williams” auf einem Bugatti startete, ein Jahr später sein Kollege René Dreyfus, ebenfalls auf Bugatti.

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„KdF-Dorf“ Fallersleben wird zur Autometropole Wolfsburg

Der VW-Skandal um die manipulierten Diesel-Abgasnormen der Wolfsburger Autoschmiede hat die Geschichte der Stadt und des Konzerns wieder einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. In Erinnerung gerufen worden ist dabei, dass der Name der Autostadt immer noch jung ist. Erst am 25. Mai 1945 – also vor gerade einmal etwas über 70 Jahren – beschloss der Gemeinderat auf nachdrückliches Drängen der britischen Militärverwaltung, die Siedlung, die seit ihrer Gründung am 1. Juli 1938 bis in den Mai 1945 recht sperrig „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben” geheissen hatte, in Wolfsburg umzubenennen. Die Bezeichnung KdF im alten Namen hatte dabei für „Kraft durch Freude” gestanden, der Urlaubsorganisation der so genannten Deutschen Arbeitsfront.

Aus dem unbekannten Fallersleben wurde Wolfsburg. (Foto: Clipdealer)

Der neue Name Wolfsburg wurde durch das bereits 1302 urkundlich erwähnte gleichnamigen Schloss inspiriert. Die Siedlung war ursprünglich von den Nazis für die Arbeiter des Werkes konzipiert worden; Hitler selbst hatte den Grundstein für den Wohnort gelegt. Hier wurden dann zunächst Kübelwagen für die Wehrmacht produziert, nebenbei entstanden die ersten KdF-Wagen, die später als VW-Käfer berühmt geworden sind.

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Herr Ruesch schreibt Romane über Rennfahrer und Eskimos

Der Schweizer Hans Ruesch schrieb aus eigenem Erleben über das aufregende Leben von Autorennfahrern, erhielt viel Lob für einen Roman über Eskimos und widmete sich in seine späten Lebensjahren dem Kampf gegen die Pharma-Industrie. Und es ist ja immer wieder faszinierend, in den Bücherregalen auf einen Roman zu stoßen, von dem man in längst vergangenen Tagen höchst gefesselt und fasziniert war. Beim Aufräumen im Keller fand ich dieser Tage das Taschenbuch mit dem schlichten Titel „Rennfahrer” von Hans Ruesch – eine dicht geschriebene Erzählung aus der schillernden und hektischen Welt der Autorennfahrer. 

Armaturen und Zielflaggen im Blick… (Foto: Clipdealer)

Der in Neapel geborene Schweizer Ruesch war selbst Rennfahrer, nahm an über einhundert Wettbewerben teil, gewann 27 Rennen (darunter 13 Bergrennen) sowie die Großen Preise von Finnland, Bukarest und Donington. Als junger Mann hatte er zwei Automobil-Weltrekorde aufgestellt und sich auch als Bobfahrer für die Schweiz betätigt. Seine Gegner hatten klangvolle Namen, zu ihnen zählten Legenden wie Rudolf Caracciola, Achille Varzi, Tazio Nuvolari, Bernd Rosemeyer, Manfred von Brauchitsch, Hans Stuck, Guiseppe Farina – allesamt Männer, die zu ihrer Zeit Automobilsport auf höchsten Niveau betrieben und in den Annalen des Rennsports an vorderster Stelle stehen.

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Apokalypse des Motorsports auf der Rennstrecke Le Mans

Vierundachtzig Menschen sterben, als es beim „24 Stunden Rennen“ in Le Mans zu einem schweren Unglück kommt. Das Inferno auf einer der Tribünen gilt als die  größte Katastrophe des Motorsports und wird als Apokalypse beschrieben. Viele Zeitzeugen haben den Unfallhergang von 1955 beschrieben. Demnach wollte der Engländer Mike Hawthorn – später Sieger des Rennens – mit seinem Jaguar zum Nachtanken an die Boxen, überholte aber zuvor den deutlich langsameren Austin-Healey seines Landsmannes Lance Macklin, zog aber dann unvermittelt vor ihm nach rechts in Richtung der Boxeneinfahrt, die sich direkt neben der Strecke befand.

Blick auf die moderne Rennstrecke von Le Mans in Frankreich. (Foto: Clipdealer)

Um auszuweichen, zog Macklin nach links, von dort kamen mit geschätzten 250 km/h die Mercedes-Fahrer Pierre Levegh und Juan-Manuel Fangio heran. Fangio schaffte es noch, an den Fahrzeugen von Macklin und Hawthorn vorbei zu schrammen, während der Wagen von Levegh ungebremst auf Macklins Boilden prallte. Wegen dessen relativ flacher Bauweise wirkte das Auto wie eine Rampe. Leveghs Gefährt wurde in die Luft geschleudert und flog erst in die Menge auf einem Erdhügel, explodierte in einem Flammenmeer und Trümmerteile des Autos wurden auf die Zuschauertribüne katapultiert. Das Inferno war da…

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