Pia Grambarts freche Kuh

Mörfelden-Walldorf, die Doppelstadt südlich des Frankfurter Flughafens, hat sich in den vergangenen Jahren einen herausragenden Ruf als „Stadt der Skulpturen” erworben. Bisher sind in den beiden Ortsteilen über 30 verschiedene Werke namhafter (und auch weniger bekannter) Künstler aufgestellt worden – auch mehrere Verkehrskreisel wurden mit Skulpturen bestückt. Einige Kunstwerke in der Stadt sind Leihgaben von Künstlern, die bei der alljährlichen Veranstaltung „Skulpturen im Park” ausstellten. Andere wurden von der Gemeinde im Anschluss an diese alljährliche Freiluft-Ausstellung günstig erworben oder „geleast”.

Marsha, die freche Kuh von Pia Grambart… (Foto: Erich Stör)

In den vergangenen Jahren haben international erfolgreiche Bildhauer ihre Werke hier präsentiert, darunter waren Hans Steinbrenner, E. R. Nele, Vera Röhm oder Ottmar Hörl (Nürnberg), der auch Schirmherr der Ausstellung ist. Andere Künstler kommen aus entfernten Orten wie Berlin, Hamburg, München oder sogar aus den USA. Eine der Künstlerinnen, die hier in der Vergangenheit ausstellten, war die 1960 in Ottawa geborene Pia Grambart, die ein Atelier in der Lorsbacher Strasse 1 im Frankfurter Gallusviertel eingerichtet hat. 2013 präsentierte Pia Grambart dem Publikum verschiedene Fabelwesen aus der Tierwelt, womit sie die Herzen all jener Menschen entzückte, die vier Wochen lang durch den Bürgerpark schlenderten oder bei der Eröffnungs- und Schlussveranstaltung dabei waren.

Vor allem der kesse Hund Clive, das Monster Fred und das Schwein Petunia waren ein Blickfang. Am meisten gefiel den begeisterten Besuchern jedoch die Kuh Marsha. Frech grinsend und mit einem Bein die Hüfte stützend, nahm Marsha das Publikum für sich ein. Für all diese wundervollen Gestalten erhielt die Künstlerin am Ende der mehrwöchigen Veranstaltung völlig zu Recht den Publikumspreis.

Pia Grambarts internationaler Werdegang

Der künstlerische Werdegang von Pia Grambart ist international geprägt. Nach der Schulzeit belegte sie in Toronto verschiedene Kurse in dem „Ontario College of Art”. Sie lebte und arbeitete in Toronto und Frankfurt, zwischenzeitlich aber auch in Paris und Tokio. In Frankfurt studierte sie Kunst und Kommunikationsdesign in der „Academy of Visual Arts” und später Aktzeichnen in der „Städel-Abendschule”.

Pia Grambart erklärte auch, warum sie am liebsten mit Tierfiguren arbeitet:

„Ich kann durch die Tiere Emotionen und Gefühle gut transportieren, weil Tierformen neutraler sind als Menschen.”

Gleichwohl wirken alle ihre Figuren humorvoll, fröhlich und skurril zugleich. Die Grundhaltung der Künstlerin zeugt von Optimismus. Kräftige Farben unterstreichen das noch und verleiten immer wieder zum Schmunzeln.

Alljährlicher Skulpturenpark

Wie wichtig der Skulpturenpark von Mörfelden-Walldorf inzwischen geworden ist, zeigt auch die Tatsache, dass in der Internet-Enzyklopädie „Wikipedia” folgender Eintrag zu finden ist:

„Der Skulpturenpark zeigt zumeist eine bunte Mischung aus figurativer Kunst, abstrakter Kunst, Objekten und Installationen. Klassische Bildhauerei in Stahl und Bronze ist in der Regel ebenso vertreten wie Werke aus Holz, Keramik und Stein…  Materialien wie Bambus, Beton oder Nylonstrumpfhosen verweisen auf Ausdrucksformen der Skulptur der Gegenwart.”
Stahlskulptur in einem Verkehrskreisel in Mörfelden (Foto: Erich Stör)

Und ganz nebenbei bemerkt ist die Veranstaltung „Skulpturen im Park“ – 1998 von Otto Schaffner und einigen engagierten Mitstreitern ins Leben gerufen – heute die Grundlage für die außergewöhnliche Rolle Mörfelden-Walldorfs als Skulpturenstadt.

In der Doppelstadt am Flughafen  stehen inzwischen die zweitmeisten modernen Kunstwerke an öffentlichen Wegen, in Parkanlagen und geeigneten Plätzen in ganz Deutschland – jeweils umgerechnet auf je 1000 Einwohner.