EIFRIGER GELDZÄHLER (Foto: Swift Publisher, Autor: Erich Stör)

Dem Wahnsinn sind Tür und Tor geöffnet. Die internationalen Fußball-Klubs machen mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die vermeintlich besten Spieler der Welt. Die Fußballtreter werden dabei mehr und mehr – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut.

Juventus Turin kassierte  2016 für den Wechsel des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United sage und schreibe rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der 25jährige Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Transfersummem könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Summen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag.

Auch wenn der Fußballfreund sich inzwischen an solche (Un-)Summen gewöhnt hat, ist wohl nur Rechenkünstlern bewusst, um welche Beträge es wirklich geht – was vor allem an unserer erlernten, verkürzten Schreibweise von Zahlen liegt. Wenn wir nämlich von der Zahl 1000 auf 1 000 000 wechseln, werden entweder nur drei Nullen angehängt oder sogar ganz knapp nur von „1 Mio.” gesprochen. Eine Sekundensache mit fataler Wirkung, müsste doch im Grunde genommen die Zahl 1000 immerhin eintausend Mal hingeschrieben werden, um auf eine Million zu kommen.

Der Wissenschaftsautor Hoimar von Ditfurth hat in seinem Buch „Kinder des Weltalls” ein Beispiel genannt, um die Dimensionen solcher Zahlen zu verdeutlichen. Von Ditfurth schreibt:

„Bis tausend kann man, wenn man in jeder Sekunde eine Zahl ausspricht, in rund einer Viertelstunde zählen. Bis zu einer Million braucht man – einen achtstündigen Arbeitstag für das Zählen gerechnet – schon einen ganzen Monat.”

Für die 120 Millionen von Pogba wären also 120 Monate tägliches Zählen erforderlich, also zehn Jahre. Beim Neymar-Handel ist  bei  222 Millionen immerhin von 222 Monaten die Rede, also von achtzehneinhalb Jahren. Blickt man unter diesem Aspekt auf die Transfersummen, wird erst klar, um welche Beträge es sich in Wirklichkeit handelt.

Die Kommerzmaschine Fußball läuft  weltweit und besonders in Europa (und neuerdings in China) auf Hochtouren. Es wäre freilich nicht verwunderlich, wenn dieses Gebäude bei völlig überhitzter Konjunktur irgendwann mit einem großen Krach in sich zusammenfiele.

 ”Der Gott des Geldes wird immer größer, und irgendwann verschlingt er alles.“

Das sagte Christian Streich, der Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, der seit langem schon die horrenden Ablösesummen und Gehälter im Profi-Fußball kritisiert.