Abschied vom Schottenring

Taufstein (773 Meter) und Hoherodskopf (763,8 Meter) sind die höchsten „Erhebungen” im Hohen Vogelsberg, dem größten zusammenhängenden Vulkangebiet in Mitteleuropa. Ganz in der Nähe entspringt das Flüßchen Nidda, das nach rund 90 friedlichen Kilometern zwischen den Frankfurter Stadtteilen Nied und Höchst in den Main mündet.

Im Juli 1955 wurde das letzte große Motorradrennen auf dem Schottenring abgewunken. (Foto: Clipdealer)

Als ich kürzlich die Niddaquelle aufsuchte und danach vom nahe gelegenen Parkplatz über die Landesstraße 3291 in Richtung Schotten fuhr, tauchte in der Erinnerung das Bild eines Motorradrennens auf, das just über diese Straße geführt und mich 1955 hierher geführt hatte: – das Spektakel „Rund um Schotten”, bei dem die Elite der damaligen Zeit am Start gewesen war. Der alte Schottenring hat keine lange, aber doch eindrucksvolle Geschichte. Auf ihm waren seit 1925 Rennen ausgefahren worden, unterbrochen 1934 und 1935 durch Straßenbauarbeiten. Auch im Zweiten Weltkrieg gab es keine Rennen.

1947 indessen begann der Sportbetrieb von Neuem. “Rund um Schotten” führte 16,08 Kilometer über normale Stadt-, Dorf- und Landstraßen, der Rundkurs verlief nach dem Start im Uhrzeigersinn durch Schotten und Götzen, von dort zum weitesten Punkt (Karussell) und über Rudingshain zurück zum Start- und Zielpunkt vor Schotten. Bei den ersten Wettbewerben in den Zwanziger Jahren war die Strecke in umgekehrter Richtung befahren worden.

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„Goldadern“ im Hessischen Ried

Das Hessische Ried wird im Osten von der Bergstraße und den Ausläufern des Odenwalds, im Westen vom mächtigen Rhein begrenzt, in Nord-Süd-Richtung reicht das Gebiet von der Kreisstadt Groß-Gerau bis hin nach Lampertheim. Des sandigen Bodens wegen ist die Region ideal für den Spargelanbau geeignet, was sich in zahlreichen bäuerlichen Betrieben zeigt, die das oft als „weißes Gold” bezeichnete Gemüse nicht nur an Großkunden liefern, sondern es auch in kleinen Verkaufsständen an den Straßen und in den Ortschaften selbst vermarkten.

Industrie-Denkmal: Die so genannte antike Pferdekopfpumpe auf dem Kühkopf bei Stockstadt. (Foto: Erich Stör)

Doch das Hessische Ried ist nicht nur vom schmackhaften Spargel der Äcker geprägt, sondern  auch vom „schwarzen Gold” namens Öl, das in mehreren hundert Metern Tiefe im Untergrund lagert.  50 Kilometer südlich von Frankfurt am Main werden kleine Mengen des kostbaren Guts seit Anfang 2018 wieder ans Tageslicht gepumpt. Weiterlesen

Abenteuer des Schienenstrangs

Vom Frankfurter Flughafen fährt der Fahrgast mit der S-Bahn in 13 Minuten zum Hauptbahnhof der Mainmetropole. Die an sich extrem kurze Reise (12 km) lässt sich allerdings auch in 16 Stunden und 12 Minuten bewältigen, wobei die meisten Schnellfahr- und Ausbaustrecken Deutschlands befahren werden. In der Realität wäre eine solche Fahrt natürlich ein eher absonderliches Unterfangen, doch als virtuelle Reise am Computer bereitet sie Spaß.

Ein ICE fährt über die Deutschherrnbrücke in Frankfurt-Sachsenhausen. (Foto: Clipdealer)

Weil es eine reine „Vergnügungsreise” ist, muss ich mich nicht um Fahrkarten und Sitzplatz-Reservierungen kümmern, muss nicht von den gigantischen Milliardenbeträgen reden, die der Steuerzahler für den Ausbau der Strecken aufgebracht hat, nur um kürzere Fahrzeiten zu erreichen. Und auch die vielen berechtigten Proteste der betroffenen Anwohner entlang der neuen Trassen sind anderes Terrain.

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„Tower Bridge“ im Kamerablick

Es gibt Millionen von Brücken auf der Erde. Sie alle verbinden getrennte Stadtteile, überqueren Straßen, Gewässer und Eisenbahnlinien, verbinden Inseln mit dem Festland. Für die Mobilität sind sie unverzichtbar. Und viele von ihnen haben eine interessante Geschichte  – so wie etwa die Londoner „Tower-Bridge“. Alleine im Wohnort des Autors mit etwa 15 000 Einwohnern gibt es zwei Brücken über die Autobahn, drei über oder unter der nahen Eisenbahnlinie und fünf über einen kleinen Bach. Obwohl sie immer den reibungslosen Verkehrsablauf gerantieren, sind sie doch eher unbedeutend – ganz anders als bei den berühmten Brücken dieser Welt. Eine davon ist die Tower-Bridge in London. Sie gehört zu den am meisten fotografierten Bauwerken überhaupt – kein Wunder, zeugt sie doch von außerordentlicher Kühnheit ihrer Erbauer. 

Die Tower Bridge in London lockt Heerscharen von Fotografen an. (Foto: Oliver Stör)

Es waren die Architekten Jones, Wolfe-Barry und Stevenson sowie Hunderte von Bauleuten. Heutzutage stehen jeden Tag Hunderte von Touristen in der Nähe der Brücke, zücken ihre Fotoapparate, visieren die von 1886 bis 1894 im neugotischen Stil errichtete Hänge- und Klappbrücke an und machen sie damit zu einem der am meistfotografierten Objekte der Welt. Auch „Stör-Signale”-Fotograf Oliver S. stand an der Themse, war aber gleichwohl nur einer von unzähligen „Knipsern”, die sich dem Objekt ihrer fotografischen Begierde näherten.

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Fahrraddiebstahl mit Folgen

In einem Zeitungsbericht war dieser Tage zu lesen, dass in Deutschland etwa alle 90 Sekunden ein Fahrrad gestohlen wird. Und von den meisten der rund 340.000 Bycicles, die nach der Statistik pro Jahr verschwinden, sehen die Besitzer nie wieder etwas – „die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen liegt nach Angaben des BKAs seit Jahren unter zehn Prozent.” (Rheinische Post). Bei dieser geringen Aufklärungsquote ist Fahrraddiebstahl so etwas wie das „perfekte Verbrechen“, zumal die Besitzer der Zweiräder oft genug leichtsinnig zum Diebstahl einladen – noch immer sind die wenigsten Fahrräder registriert und entsprechend gekennzeichnet. 

Selbst alte Fahrräder sind vor Dieben nicht sicher. (Symbolfoto: Clipdealer)

Die Gründe für die Diebstähle sind vielfältig, und nicht immer ist es nackte Not, obwohl auch zunehmende Armut in einer  „Wohlstandsgesellschaft” eine Rolle spielen dürfte. Seit langem wird bandenmäßiges Vorgehen beobachtet, um die Fahrräder als „Massenware” ins Ausland zu verschieben. Fälle, in denn ein Fahrrad auch „nur” mal mitgenommen wird, um es kurz zu benutzen und dann wieder stehen zu lassen, sind dagegen seltener geworden. Die moderne Art des Fahrraddiebstahls unterscheidet sich gleichwohl in allen Belangen von der Armut und der sozialen Situation der Menschen, die den italienischen Regisseur Vittorio de Sica 1948 zu seinem Film-Klassiker Fahrraddiebe (Originaltitel: „Ladri di biciclette”) inspirierte, den ich kürzlich wieder einmal im Fernsehen sah.

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Rebell Büchner aus Goddelau

Das alte Fachwerkhaus in Goddelau, einem Ortsteil von Riedstadt im Südhessischen, steht höchst ansehnlich, fast wuchtig in der Weidstraße 9. Weiße Fensterrahmen und grüne Klappläden zieren das Haus, die Holzbalken sind von blassem Rot, das Mauerwerk hell. Zwei Bänke vor dem Eingang, ein gepflasterter Hof, im Garten kleine Rosenhecken. In diesem 1665 erbauten Haus wurde am 17. Oktober 1813 ein gewisser Georg Büchner geboren, der heute Goddelaus berühmtester Sohn ist. 

Blick auf das Büchner-Haus in Goddelau, heute ein Stadtteil von Riedstadt. (Foto: Erich Stör)

Als Büchner im ersten Stock das Licht dieser Welt erblickte, war das Fachwerkhaus selbst schon fast 150 Jahre alt. Sein Vater arbeitete damals etwas abseits von Goddelau in jenem Krankenhaus, das auch heute noch als „Zentrum für Soziale Psychiatrie Philippshospital” existiert. Büchner lebte allerdings nur zwei Jahre in Goddelau, dann verzogen die Eltern nach Darmstadt in die Grafenstraße 39. Büchners rebellische Lehr- und Wanderjahre führten ihn als jungen Mann von Darmstadt über Gießen und Straßburg ins Exil nach Zürich, wo er an Typhus erkrankte und im Alter von nur 23 Jahren starb.

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Roter Mond am Abendhimmel

Eine außergewöhnliche, knapp 103 Minuten andauernde Mondfinsternis gab es am späten Abend des 27. Juli 2018 zu erleben. Der Vollmond trat vollständig in den Kernschatten der Erde ein, so dass das Sonnenlicht auf besondere Art gebrochen wurde. Die langwelligen roten Anteile gaben dem verdunkelten Mond ein düster-dunkelrotes Aussehen.

Dunkelrot hängt der Mond über dem Brandenburger Tor in Berlin. (Foto: Clipdealer)

Vor dem Haus, in dem ich lebe, nahe des Frankfurter Flughafens, war diese Mondfinsternis freilich nur schwerlich zu geniessen. Intensiver Flugbetrieb am etwas verhangenen Himmel und eine grelle Straßenlaterne versperrten den Blick auf das so genannte Jahrhundert-Ereignis, dazu kamen mittelhohe Häuser und eine Gruppe dichter, hochragenden Bäume, welche die Sicht erheblich einengten.  Weiterlesen

Litfaßsäulen in Fußballstadien

Wer heutzutage auf die Leibchen der Bundesliga-Profis schaut, sieht sich mit einer Vielzahl von Namen aus der deutschen und internationalen Wirtschaft konfrontiert; mit der Zahlung erheblicher Summen an die Klubs hoffen die Firmen bei Zuschauern im Stadion, bei Fernseh-Übertragungen oder auch via Zeitungs- und Internetfotos Aufmerksamkeit zu erreichen, denn Klappern gehört in der Branche zum täglichen Handwerk. 

Vergangene Zeiten: Als die Spieler noch ohne Werbung auf den Leibchen aufliefen. (Foto: Clipdealer)

Das Spektrum der Trikotwerbung reicht in der Saison 2018/19 von einem Billig-Discounter (Hertha BSC Berlin) bis hin zu einem Fenster- und Haustürspezialist (FSV Mainz 05). Auch Getränke- oder Lebensmittelbetriebe buhlen um Aufmerksamkeit für ihre Produkten (Werder Bremen, RB Leipzig, SC Freiburg). Drei Versicherungen (1. FC Nürnberg, FC Augsburg, Bayer Leverkusen) und zwei Kreditinstitute (Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart) sind ebenfalls im Geschäft. Außerdem werben je ein Telefonanbieter (Bayern München), Gaslieferant (Schalke 04), Chemiewerker (Borussia Dortmund), Autobauer (VfL Wolfsburg), Software-Konzern (TSG Hoffenheim), Häuslebauer (Hannover 96), Personal-Dienstleister (Eintracht Frankfurt) und Waschmittel-Konzern (Fortuna Düsseldorf) um die Gunst des Publikums.

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Salden erinnert an Glenn Miller

Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang der von Glenn Miller kreierten Musik vor allem bei älteren Menschen unvergessen, aber auch jüngere Generationen geniessen diesen unverwechselbaren Swing, was sich unschwer daran erkennen lässt, dass das „Glenn Miller Orchestra” unter der Leitung des Dirigenten Will Salden immer noch erfolgreich durch Europa (und durch Deutschland) tourt, obwohl sein ursprünglicher Gründer bereits im Dezember 1944 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Will Salden, der den Originalnamen „Glenn Miller Orchestra” für Europa per Lizenz führen darf, hat sich um den Erhalt der Glenn Miller- Musik verdient gemacht. Der 1950 geborene Niederländer begann 1978 mit dem Aufbau des neuen Orchesters, seit 1985 erlebt er triumphale Erfolge. Zu 4750 Konzerten kamen über 5,5 Millionen Besucher.

Die Posaune war Glenn Millers Lebenselixier. (Foto: Swift Publisher)

Als Jugendlicher war ich nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals mit dem Namen des amerikanischen Bandleaders in Berühung gekommen, obwohl Miller bereits vor fünf Jahre verunglückt war. In meinem Stamm-Kino lief 1949 der amerikanische Streifen „Adoptiertes Glück” und was ich dabei hörte, schärfte meine Sinne für zukünftigen Musikgenuss. Es waren der Chattanoogo Choo Choo, die Moonligt-Serenade sowie In the Mood, die den Film, in dem Miller und die damalige norwegische Eislauf-Königin Sonja Henie die Hauptrollen spielten, musikalischen Glanz verliehen.

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Pfahlbauten am Bodensee

Warum bauten Menschen der Bronze- und der Jungsteinzeit am Bodensee und in vielen anderen Gebieten des Alpenraums ihre Behausungen am nahen Uferrand auf Stelzen? Diese etwas naiv klingende Frage wird durch Archäologen mit den Hinweis auf die Gefahren des Hochwassers beantwortet. Das klingt überzeugend – aber nur, weil es bisher keine bessere Antwort gibt. Es gibt noch manche Geheimnisse und Rätsel zu lösen…

Zwei nachgebaute Pfahlhäuser in Unter-Uhldingen am Bodensee. (Foto: Clipdealer)

Tage im Sommer. Eine kleine Wochenendreise steht auf dem Programm. Ziel ist die Blumeninsel Mainau am Bodensee. Die Fahrt führt uns von Frankfurt aus über die Autobahn erst nach Straßburg, von dort über Schwarzwald-Straßen zuerst nach Titisee-Neustadt und von dort an den nahen Bodensee. Eine Unterkunft ist nicht gebucht, der Zufall soll uns helfen. Der Weg führt an Stockach und Überlingen vorbei, wir erreichen Uhldingen-Mühlhofen, wo uns am Straßenrand ein Hotel zum Verweilen einlädt. Keine schlechte Wahl, denn vom nahen Hafen fahren mehrmals täglich die weißen Dampfer der Bodensee-Flotte nach Konstanz oder direkt zur Insel Mainau.

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Melodram unter den Brücken

Wenn ich mich an deutsche Filme aus der Jugendzeit erinnere, sehe ich einen Schwarz-Weiß-Streifen vor mir, der auch heute noch gelegentlich im Fernsehen läuft, und sich mir durch die Schilderung einfacher, menschlicher Schicksale ins Gedächtnis eingebrannt hat. Das knapp 100 Minuten lange Melodram Unter den Brücken wurde 1944 von Helmut Käutner für die UFA inszeniert. Die Hauptdarsteller waren Hannelore Schroth, Carl Raddatz und Gustav Knuth. In einer kleinen Nebenrolle ist die junge Hildegard Knef zu sehen. Der Film gilt heute als eines der Meisterwerke  deutschen Kinos und wurde in den letzten Monaten des Krieges unter primitivsten Bedingungen auf den Gewässern in Berlin und rund um Potsdam hergestellt. Unter anderem wurde auch an der Glienicker Brücke bei Potsdam  gedreht, die später in den Zeiten des Kalten Krieges zum Austausch von Spionen aus Ost und West genutzt (und berühmt) wurde.

An der später berühmt gewordenen Glienicker Brücke wurde auch gedreht. (Foto: Clipdealer)

Die Handlung ist einfach strukturiert. Erzählt wird die Geschichte von zwei Männern und einer Frau auf einem Schleppkahn. Das Zusammenleben dieser drei Menschen wird auf eine harte Zerreißprobe gestellt, als die knorrigen Schiffer Hendrik Feldkamp (Carl Raddatz) und Willy (Gustav Knuth) auf einer ihrer Fahrten die vom Leben enttäuschte Anna Altmann (Hannelore Schroth) an Bord nehmen. Beide verlieben sich in die junge Frau, Spannungen unter den Männern sind unvermeidlich. Doch ihre Freundschaft hält diesen Belastungen stand, und nachdem sich die junge Frau schließlich für Hendrik Feldkamp entschieden hat, setzten die drei gemeinsam ihre Fahrt fort.

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Lesespaß mit Barbara Noack

Bereits ein Jahr nach ihrem heiteren Erstlingswerk Valentine heisst man nicht” durfte die Berliner Schriftstellerin Barbara Noack 1955 den Roman Die Zürcher Verlobung im „Lothar Blanvalet Verlag” veröffentlichen. Die kleine, humorvolle Liebesgeschichte wurde ein Riesenerfolg – sowohl für die Jung-Autorin als auch für den Verlag. Bereits im nächsten Jahr begannen die Vorbereitungen zur Verfilmung des Buches. So weit die schlichten Fakten über den Beginn einer über 50 Jahre dauernden Karriere als Schriftstellerin.

Auf dem Rigi endet der Roman mit einem glücklichen Ende. (Flugaufnahme: fototrm.12/Adobe Stock)

Wie ich nun persönlich dazu kam, mir den Roman Die Zürcher Verlobung von Barbara Noack „anzueignen” und danach ein treuer Leser der Berliner Schriftstellerin zu werden, hatte sich bei einer Bahnreise von Hamburg nach Frankfurt Anfang Dezember 1955 ergeben. Als Jungredakteur einer Frankfurter Tageszeitung hospitierte ich vier Wochen bei einem befreundeten Blatt in Hamburg. Dort hatte ich in der ZEIT eine Kurz-Rezension des Buches entdeckt. Nach einer Beschreibung des Inhaltes fasste das Blatt zusammen:

„In Ich-Form und äußerst glatt, eine Spur zu versiert, geschrieben.”

Dieses harsche Urteil machte mich neugierig. Noch in Hamburg kaufte ich mir  das Buch für die Rückreise, und ehe ich in Frankfurt aus dem D-Zug stieg, hatte ich die zweihundert Seiten über die Liebesirrungen der Jung-Autorin Juliane Thomas verschlungen.  Weiterlesen

Rennfahrer in der Résistance

Automobilrennfahrer aus Frankreich und England kämpften in der Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime, darunter Robert Benoist, William Grover, René Dreyfus und Jean-Pierre Wimille. Ein Denkmal für die vielen Aktivisten der Résistance in Antibes erinnert auch an diese Männer.

Statue des Rennfahrers und ersten Monte-Siegers William Grover in Monaco. (Foto: Clipdealer)

Immer wenn das Formel 1-Rennen in Monaco auf dem Programm steht, kommen Erinnerungen an Rennfahrer der Vergangenheit auf, die nur noch in den Geschichtsbüchern aufgeführt sind, deren Leben gleichwohl tiefe Spuren hinterlassen hat – und zwar auf ganz außergewöhnliche Art und Weise. Sie kämpften in der französischen Widerstandsbewegung. Ich rede hier also keineswegs von Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Max Verstappen oder anderen Protagonisten des Rennsports.

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Heimatdichter Stoltze „wohnt“ wieder am Hühnermarkt

Das Denkmal, das an den Frankfurter Humoristen und Heimatdichter Friedrich Stoltze erinnert, steht – wenn auch mit Unterbrechungen – seit Jahrzehnten in der Frankfurter Innenstadt. Seit 21. November 1895 hatte es seinen Platz am Hühnermarkt in der Altstadt zwischen Römer und Dom, doch nach den verheerenden Luftangriffen 1944 musste es abgebaut und eingelagert werden.

Der markante Kopf von Friedrich Stoltze auf dem Hühnermarkt in Frankfurt. (Foto: Oliver Stör)

Das von dem Frankfurter Bildhauer Friedrich Schierholz im Stil der Neo-Renaissance entworfen Denkmal wurde erst 1981 wieder aufgestellt. Hinter  der Katharinenkirche auf dem Friedrich-Stoltze-Platz, nahe der Hauptwache. Doch seit 2018 ist es wieder an seinen ursprünglichen Platz an den Hühnermarkt zurückgekehrt. Stoltze ist also wieder zu Hause, und das im wahrsten Sinne des Wortes, steht er doch nur wenige Meter vom Rebstock entfernt, einem Gasthof, den sein Vater betrieb, und in dem Stoltze von 1816 bis 1833 seine Kindheit verbrachte.

Friedrich Stoltze, diesen vielseitig engagierten Schriftsteller, Journalisten, Humoristen, Heimatchronisten und Revolutionär (1816-1891) in diesem Zusammenhang umfassend zu würdigen, wäre eine echte Herkulesaufgabe – keinesfalls kann das hier in einen kurzen Beitrag erledigt werden. Nur einige Sätze können an dieser Stelle an den Frankfurter erinnern, der Zeit seines Lebens sich mit Worten einmischte, wann immer es ihm notwendig erschien, und der sich immer wieder mit den herrschenden Politikern anlegte. Stoltze war immer und stets ein unbeirrbarer Feuerkopf.

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Tausend Meilen in alten Kisten

Aus dem legendären Straßenrennen „Mille Miglia“ wurde nach dem Verbot im Jahr 1957 eine Oldtimer-Rallye, die immer noch über 1000 Meilen von Brescia nach Rom und zurück führt. Im Gegensatz zu früher ist nicht Geschwindigkeit, sondern nur noch Gleichmäßigkeit gefragt. Stoppuhren sind die wichtigsten Helfer.

Karawane der Mille Miglia 2014 in der Toskana. (Foto: Clipdealer)

Mitte Mai, Brescia, Italien. Menschen schlendern durch die meist sonnigen Straßen, in den Cafés herrscht reges Treiben, die Stadt ist überfüllt, es ist wieder einmal Mille Miglia-Zeit. Auf Hochglanz polierte Rennwagen, die alle im Originalzustand sein müssen und einst an den höchst gefährlichen Straßenrennen über 1000 Meilen in den Jahren zwischen 1932 und 1957 teilgenommen haben müssen, sind zu bewundern, wenn die historische Oldtimer-Parade, die Fans mit der Zunge schnalzen lässt: Oh ja, Bella Macchina!

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Hopalong Cassidy reitet elegant durch 65 Western von gestern

Ganz am Anfang der Filmgeschichte – etwa von 1903 (Der große Eisenbahnraub) bis Mitte der 30er Jahre – bestand das Genre des us-amerikanischen Wildwestfilmes aus einfachen Bausteinen. Es wurde geschossen und geritten, es gab Gute und Böse (Indianer allemal), lärmend überfüllte Salons mit Klaviergeklimper und Pokerrunden, natürlich Falschspielerei mit folgendem Schusswaffengebrauch, raffgierige Rancher und Cowboys auf galoppiernden Pferden. Aus diesen Versatzstücken wurden schlichte Streifen wie am Fließband auf die Leinwände gebracht. Western von gestern…

Drei Programme zu Hopalong Cassidy-Filmen. (Fotos: Filmverlag Christian Unucka)

Bekannte Hollywood-Regisseure wie John Ford, Cecil B. de Mille und George Marshall schufen Ende der Dreissiger Jahre jedoch Western, die mit sozialpolitischen Tönen aufwarteten. Cecil B. de Mille drehte 1939 Die Frau gehört mir (Union Pacific) mit Joel McCrea und Barbara Stanwyck über den von Raubrittern und Spekulanten begleiteten Eisenbahnbau in den USA. John Ford erzeugte mit Höllenfahrt nach Santa Fe (Stagecoach, Ringo) nicht nur den Weltstar John Wayne, sondern ein Drama über die Verlorenheit der Menschen in der trostlosen Einsamkeit einer feindlichen Umwelt.

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