Krempel findet immer Liebhaber

Wohin ich auch komme, ob in Großstädten wie Frankfurt, Offenbach oder im Südtiroler Meran, Floh- oder Trödelmärkte gibt es in meist jeder Stadt oder Gemeinde. Vieles, was das Herz begehrt, ist an den Wochenenden auf den gut sortieren Tischen zu finden. Auch in Mörfelden-Walldorf läßt sich auf dem Festplatz jeden Monat einiges an interessanten Gegenständen entdecken. 

Vom Bembel bis zu Modellautos: Flohmarkt-Tische sind bestückt mit Krempel und Krimskram. (Foto: Clipdealer)

Der Händler ist entschlossen: „30 Euro, das ist das äusserste!”.  Der potentielle Käufer zögert noch, der Standbetreiber legt nach: „Das Teil kostet normal immerhin 50 Euro.” Das „Teil” ist eine weiße, ärmellose Jacke, tatsächlich ganz ordentlich anzusehen. Trödelmarkt wieder einmal, ähnliche Gespräche gibt es auf vielen Märkten in Deutschland (und Europa), an jedem Stand, hier und dort, und früher oder später.

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Ein Volksheld im Fun-Paradies

Die Marktgemeinde St. Leonhard in Südtirol – dem Geburtsort von Andreas Hofer – ist ein Paradies für Fun-Sportler. Besonders Rafting, das wilde Fahren mit dem Schlauchboot hat es vielen Besuchern angetan. In Sankt Leonhard steppt also der Bär, und in Maßen auch ein gewisser Andreas Hofer. Der Rebell und aufmüpfige Sandwirt ist allgegenwärtig und lebt irgendwie noch immer… 

Freizeitspaß mit dem Schlauchboot kann schnell zur harten Arbeit ausarten. (Foto: Clipdealer)

St. Leonhard liegt in Südtirol im Naturpark Texelgruppe und zu ihr gehören die Fraktionen Schweinsteg, Mörre, Prantach, Schlattach, Walten und Gomion, doch das ist eher nebensächlich. Wichtig sind vielmehr die Wiesen, Wälder und Bergwelten, die das Landschaftsbild in einer Höhe zwischen 693 und 1262 Metern prägen, was den zahlreichen Touristen und Wanderern das Leben täglich au’s Neue schmackhaft macht.

Es gibt kaum eine Gemeinde im Meraner Land, die den Urlaubern so vielfältige Möglichkeiten bietet, sich die Zeit zu vertreiben. Da ist sommers die Möglichkeit, die gesamte Gegend auf Schusters Rappen zu erkunden; im Winter werden im nahen Skigebiet Pfelders Langlauf, Eislaufen, Rodeln, Eisklettern und Pferdeschlittenfahrten angeboten.

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Väter der „Eisenmenschen“

Die Triathlon-Klassiker „Ironman“ wurden einst geboren aus einer Bier- und Schnapslaune alkoholseliger Offiziere auf Hawaii. So sagt es jedenfalls die Legende. Ob das wirklich den Tatsachen entspricht? Wer weiß das schon nach so vielen Jahren. Wie auch immer… 

Eine Insel aus Träumen geboren, ist Hawaii… , was auch für Triathleten gilt. (Foto: Swift Publisher)

Wenn in Frankfurt am Main und der näheren Umgebung alljährlich Anfang Juli jener internationaler Wettkampf über die Bühne geht, der aus 3,8 Kilometer Schwimmen im Langener Waldsee, 180 km Radfahren in der Wetterau und dem abschließenden Marathonlauf an den beiden Uferseiten des Mains in der Stadt besteht,  handelt sich um nichts anderes als einen so genannten „Ironman”.

Diese brutal harte Selbstquälerei der „Eisenmänner” und „Eisenfrauen” soll aus einer Bier- und Schnapslaune heraus entstanden sein und wird – obwohl es schon in den Zwanziger Jahren kleinere Vorgänger in Frankreich gab – einigen alkoholseligen Offizieren zugeschrieben.

Ein gewisser John Collins geriet der Legende nach 1977 mit einigen Kollegen darüber in Streit, welcher der auf dem US-Staat Hawaii ausgetragene Wettbewerbe wohl der anstrengendste sei: das 3,8 km lange Waikiki-Schwimmen, das Radrennen in Oahu über 180 km oder der Honolulu-Marathon über die klassische 42,195-km-Distanz.

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Goldene Tage im Meraner Land

Südtirol ist immer eine Urlaubsreise wert. Besonders im Herbst, wenn die Trauben- und Apfelernten anstehen, wird die Region von Touristen und Erholungsuchenden  bevölkert. Eine besondere Attraktion für die vielen Gäste sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff.  Und egal über welche Straße man auch anreist, ob über Reschenpass, Brenner-Autobahn oder Jaufenpass – im Meraner Land samt Etschtal  fühlt sich der Besucher gut aufgehoben.  

Ein Kleinod in Meran sind die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. (Foto: Oliver Stör)

Als ich das erste Mal über den Brenner und von dort über Sterzing (Vipiteno)  und den Jaufenpass in die mittelalterliche Stadt Meran komme, empfängt mich ein herrlichen Sonnentag im „Goldenen Oktober” 1985. Die Kurstadt begrüsst mich freundlich und aufgeschlossen. Ein erster, schmackhafter Cappucino auf der Terrasse des Hotels Aurora an der Kurpromenade mit Blick auf die rauschende Passer weckt sogleich Sympathie. Die Jahre gehen dahin und die Zeit verrinnt. Nach 1985 bin ich immer wieder nach Meran gefahren, manchmal über die Autobahn, Ausfahrt Bozen Süd, gelegentlich auch über Reschenpass und das lange Tal des Vinschgaus.

Die Stadt erlebe ich in diesen Jahren sowohl im milden Frühling als auch im heißen Sommer, meistens aber im golden schimmernden, sonnigen Herbst. Es sind erholsame Tage zwischen all den Bergen, auch wenn es wetterbedingt natürlich auch trübe Stunden im Etschtal gibt. Im April fasziniert die Obstblüte, im Oktober die Apfel- und Traubenernte – dazu das Meraner Traubenfest natürlich. Gerne ein Glas Rotwein.  Und das milde Klima ist ohnehin eine lockende Versuchung.

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Eisrevue kommt aus Toledo

Kreativität, Musikalität und gute eisläuferische Fähigkeiten waren von jeher ausschlaggebend für den dauerhaften Erfolg von Eisrevuen. Um das Publikum zu fesseln, sind außerdem prunkvolle Ausstattungen, farbenfrohe Kostüme und humoristische Einlagen unerlässlich. Als dann die us-amerikanische Eisrevue Holiday on Ice im Dezember 1951 erstmals in der Bundesrepublik Deutschland gastierte, hatte sie alle diese wichtigen Elemente bereits überaus perfekt einstudiert. 

Show-Elemente sind immer Erfolgsrezepte einer Eisrevue (Symbolfoto: Clipdealer)

„Fox tönende Wochenschau” hatte im Kino-Vorprogramm des Roxy-Filmtheaters in Frankfurt einen Kurzbericht über den Erfolg der Eisrevue Holiday on Ice in Nordamerika gezeigt. Obwohl in Schwarz-Weiß und kaum länger als 30 Sekunden, waren die Bilder doch so beeindruckend, dass ich als junger Zuschauer hoffte, die temporeiche Show irgendwann in naher Zukunft auch in Frankfurt am Main live erleben zu können.

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Schmeling gegen Fallobst Vollmer

Im Frankfurter Waldstadion, das zu dieser Zeit noch von den amerikanischen Besatzungstruppen beschlagnahmt war, boxte Ex-Weltmeister Max Schmeling im Herbst 1947 gegen den unbekannten Magdeburger „Aufbaugegner“ Werner Vollmer und siegte deshalb nicht gänzlich unerwartet in der 7. Runde nach einem krachenden Aufwärtshaken durch Knockout. 

Als Schmeling gegen Vollmer boxte…(Symbolfoto: Clipdealer)

Es ist Sonntag, der 28. September 1947.  In den südlichen Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen und Niederrad sind wieder einmal viele Menschen unterwegs. Das ist immer so, wenn im alten „Reichssportfeld”, das von den Amerikanern seit Ende des Zweiten Weltkrieges „Victory Park” oder „Victory Stadium” genannt wird, eine Großveranstaltung über die Bühne geht. 

An diesem Tag also boxt nun dieserr Max Schmeling gegen Werner Vollmer aus Magdeburg, wobei es offensichtlich in erster Linie um die Einnahmen geht, die angeblich eine Million Mark betragen sollen – wie die Börse aufgeteilt wird, bleibt ein Geheimnis der Beteiligten.

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Herr Drais baut erstes „Laufrad“

Zweihundert Jahre Fahrrad im Jahr 2017!  Das Jubiläum lädt natürlich dazu ein, einige Aspekte dieses „Fortbewegungsmittels“ zu beleuchten, das zu einer ganz großen Erfolgsgeschichte geworden ist, besonders für Fahrten zur Arbeit oder Familienausflüge. Es war ein gewisser Freiherr Karl von Drais, der 1817 das so genannte Laufrad erfand – ein Monstrum, bestehend aus einem massiven Holzkonstrukt mit zwei Rädern, dessen Antrieb aus nichts anderes bestand als den eigenen Beinen. 

Ausflug ins Grüne: Das Fahrrad gehört heutzutage zum allgemeinen Familiengut. (Foto: Clipdealer)

Mit seinen Füßen musste sich der Fahrer immer wieder vom Boden abstoßen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Pedale hatte das mit eigener Kraft zu bewegende „Fahrrad” (noch) nicht. Immerhin schaffte es der damals 32 Jahre alte Freiherr, am 12. Juni 1817 vierzehn holprige Kilometer zwischen Mannheim und Schwetzingen in einer Stunde zurückzulegen.

Nach ihrem Erfinder wurde das Laufrad fortan „Draisine” genannt, doch so recht konnte sich die eigentlich revolutionäre Erfindung nicht durchsetzen. Das seltsam anmutende Gefährt blieb lange ein Spielzeug für gut Betuchte, die Bedeutung für die Mobilität der Menschen wurde nicht erkannt. Und auch Freiherr Drais erlebte den späteren Siegeszug seiner Erfindung nicht mehr, vielmehr verstarb er 1851 in völliger Armut.

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Gasfüße „zur Ordnung“ gerufen

Der fröhlichen Cabrio-Fahrer ist offensichtlich flott unterwegs, aber doch mit leicht „angezogener Handbremse.“ Das ist gut so, denn andere sind leider nicht so vernünftig. Mit 146 km/h wurde dieser Tage eine  Autofahrerin auf einer Straße in Offenbach geblitzt. Erlaubt war nur eine Geschwindigkeit von 80 km/h. Die Frau wurde mit einer Geldbuße in Höhe von 440 Euro belegt, erhielt ein dreimonatiges Fahrverbot sowie zwei „Strafpunkte” beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Das Übliche halt…

„Nehmen Sie Rücksicht auf andere und fahren gemächlicher! Sonst droht Ungemach!” (Zeichnung: Swift Publisher)

Zu schnelles Fahren scheint unausrottbar und ist für manche immer noch ein Kavaliersdelikt. Seit Beginn des Automobilzeitalters gehören Verstöße gegen die festgelegten Geschwindigkeiten zur Tagesordnung. Sogar als die Autos noch langsamer als heute unterwegs waren, juckte manchen Fahrer der Gasfuß; immerhin gab es seit Beginn des Autozeitalters schon spektakuläre Straßenrennen, was so manchen Zeitgenossen schon damals zum Rasen veranlasste.

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Chruschtschows riskanter Plan

Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita S. Chruschtschow überredete einst den legendenumwobenen Raumfahrt-Chefkonstrukteur Sergej Koroljow, in der nur für einen Kosmonauten konstruierten Wostok-Kapsel drei Männer fliegen zu lassen. Die geradezu abenteuerliche Idee wurde trotz anfänglicher Bedenken in die Tat umgesetzt, doch pikanterweise wurde Chruschtschow just zu dem Zeitpunkt aller seiner Ämter enthoben,  als das von ihm initiierte und umkonstruierte Raumschiff von Baikonur aus in den Himmel startete.

Aus dem kleinen Wostok-Raumschiff wurde die Woschod gebastelt… (Symbolfoto: Clipdealer)

Frühjahr 1964 in Moskau.  Sergej P.  Koroljow, dem Chefkonstrukteur der sowjetischen Sputniks und Wostok-Raumschiffe, verschlägt es schier die Sprache, als in seinem Büro das Telefon klingelt und sich auf der so genannten „Kreml-Leitung” Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow meldet. Das ist zwar an sich nichts Außergewöhnliches, denn zwischen dem Staatslenker einerseits und dem damals wichtigsten Leiter des UdSSR-Raumprogramms besteht im Zusammenhang mit der Entwicklung militärischer und ziviler Raketen stets Redebedarf. Was Koroljow jedoch geradezu entsetzt, ist die Forderung von Chruschtschow, in der Wostok-Kapsel, die für nur einen Kosmonauten konzipiert worden war, drei Mann fliegen zu lassen.

Ein Ding der Unmöglichkeit, widerspricht Koroljow zunächst, doch der Staatschef, der die Wirkung der sowjetischen Raumfahrterfolge jener Jahre zu schätzen weiß wie kaum ein anderer, beharrt auf seinem Wunsch. Und Koroljow beugt sich, so wie es im System damals üblich ist.

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Verschwundene „Fledermaus“

Der Komponist Johann Strauss (Sohn), Walzerkönig von Wien, hat auch Die Fledermaus geschrieben – und das feurige „Musical” wurde auch vom Film schon oft (1923, 1931, 1933 und 1937) in verschiedenen Ländern adapiert.  Mit dem folgenden Beitrag hat Strauss, dessen in Wien stehendes Denkmal hier abgebildet ist, freilich nichts zu tun, gleichwohl ist es eine spannende Geschichte um seine Operette…

Ein Denkmal des Walzerkönigs Johann Strauss (Sohn) befindet sich im Wiener Stadtpark: (Foto: Clipdealer)

1944 verfilmte die Terra-Produktion das gute Stück wieder einmal,  diesmal mit Johannes Heesters und Marte Harell in den Hauptrollen. Doch der Farbfilm kam nicht mehr in die Lichtspielhäuser, das Kriegsende ließ auch diesen Film, wie so vieles andere, und im wahrsten Sinne des Wortes, in Schutt und Asche versinken.

Als die Operette im Februar 1950 in der Bundesrepublik gestartet wurde, erzählte Hauptdarsteller Johannes Heesters im Frankfurter Gloria-Palast – das Kino war zu dieser Zeit noch von der US-Armee für eigene Zwecke beschlagnahmt, wurde jedoch gelegentlich für Sondervorführungen freigegeben – den neugierigen Journalisten im Rahmen einer Pressevorführung eine interessante Geschichte über die Rettung des Films.

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Fußballstars beim mühseligen Zählen der Millionen

Dem Wahnsinn sind Tür und Tor geöffnet. Die internationalen Fußball-Klubs machen mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die vermeintlich besten Spieler der Welt. Die Fußballtreter werden dabei mehr und mehr – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut. 

Unglaubliche Summen gehen im internationalen Profi-Fußball über den Tisch (Symbolfoto: Swift Publisher)

Juventus Turin kassierte  2016 für den Wechsel des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United sage und schreibe rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der 25jährige Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Transfersummem könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Summen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag.

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Eine andere Philadelphia Story

Ein kurzer Besuch in der us-amerikanischen Stadt Philadelphia, in der vor über 200 Jahren die US-Verfassung sowie berühmte Unabhängigkeitserklärung verkündet wurden, ist auch heutzutage höchst interessant – und danach lassen sich viele Besucher in Kutschen um das berühmte Gebäude fahren.

Kutscher laden zur Fahrt um die Unabhängigkeitshalle. (Foto: Clipdealer)

Vom Filmklassiker The Philadelpia Story,  der in Deutschland einst als Die Nacht vor der Hochzeit  in die Kinos kam, und mit Katharine Hepburn, Cary Grant und James Stewart brillant besetzt war, rede ich hier nicht, sondern von jenem politischen Ereignis, das Philadelphia in die Geschichte eingehen ließ.  Denn die historische Entscheidung, sich von Großbritanninen loszusagen, fiel vor langer Zeit in der heute fünftgrößten US-Stadt an der Ostküste des Landes und machte die USA in der Folge zur Weltmacht Nr. 1.

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