Einmal wurde sogar eine Leiche im Radioteleskop von Effelsberg gefunden. Ein Fall für Sophie Haas und ihre Mitarbeiter in der Krimi-Comedy Mord mit Aussicht –  doch auch in der Folge Sonne, Mond und Sterne wurde der Täter überführt. Und zwar auf höchst amüsante Weise So wie immer, wenn die Fernsehserie im Abendprogramm der ARD lief. Doch die Zeit verrinnt. Die letzte aktuelle Folge wurde 2014 gesendet. Viele Monate sind seitdem ins Land gegangen, und die Hoffnung, dass es noch eine vierte Staffel geben würde, schwinden dahin.

Obwohl in den Dritten Programmen gelegentlich Wiederholungen der Krimi-Komödie zu sehen sind, gehe ich davon aus, dass es keine weiteren Filme geben wird, auch wenn ich mich in dieser Hinsicht gerne eines Anderen belehren lasse.

Die Comedy aus dem fiktiven Eifel-Örtchen Hengasch hatte sich zu einem Renner entwickelt. Als am 16. Dezember 2014 die dritte Staffel um die stets etwas schrill gewandete Kriminalhauptkommissarin Sophie Haas (Caroline Peters) mit einer Geisel-Befreiung und Entbindung in einer kleinen Waldhütte endete, hatten 6,75 Millionen Zuschauer diese vorweihnachtliche Folge mit dem Titel „Sophie kommet doch all“ gesehen. Wie die ARD damals wohlgelaunt verriet, entsprach das einem Marktanteil von immerhin 21,4 Prozent.

Hoher Marktanteil

Angesichts der Einschaltquoten – für die Fernsehmacher das Maß aller Dinge – verkündete die ARD sogar voller Stolz, mit der dritten Staffel habe das Team aus Hengasch so viele Zuschauerinnen und Zuschauer begeistern können wie nie zuvor. Durchschnittlich 6,52 Millionen hätten die Serie gesehen, und das entspräche einem Marktanteil von 20,9 Prozent.

Obwohl Mord mit Aussicht auf Platz eins der erfolgreichsten Serien im Deutschen Fernsehen rückte, tat sich in der Zeit danach in der Programmplanung nicht mehr viel, was für mich umso erstaunlicher ist, als Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehens, die Serie damals über den grünen Klee lobte:

„Das ist ein toller Erfolg für das gesamte Team vor und hinter der Kamera, denn der ganz besondere Reiz und Witz von Mord mit Aussicht beruht auf einer hinreißenden Ensembleleistung.”

Tatsächlich gaben Caroline Peters (als Kriminalhauptkommissarin Sophie Haas), Bjarne Mädel (als Polizeikommissar Dietmar Schäffer), Meike Droste (als Polizeikommissarin Bärbel Schmied) sowie Petra Kleinert (als Schäffers Frau Heike) dem Ganzen ein unverwechselbares Gesicht; sie wurden unterstützt von zahlreichen anderen Schauspielern der Extraklasse.

Ausgereizt

Aufhören, wenn es am schönsten ist – das könnte auch bei Mord mit Aussicht nicht schaden. Denn der Eindruck, „die Serie sei bis an den Rand der Skurrilität ausgereizt” drängte sich nicht nur den Machern auf. Auch das Publikum spürte zum Teil die Abnutzungserscheinungen. Es war zuletzt nicht mehr alles Gold, was in der Serie glänzte. Auch die Mitwirkenden waren unzufrieden, nachdem die Drehtage gekürzt wurden. Bjarne Mädel kündigte deshalb seinen Ausstieg an.

In der „Hör zu” las ich, die ARD habe nach langen intensiven Beratungen mit dem gesamten Team, einschließlich Redaktion, Produktion und den Darstellern beschlossen, eine kreative Pause einzulegen, um anschließend umso stärker zurückzukommen. Wahrscheinlich war das nur Wunschdenken. Mal abwarten…