Ganz in der Nähe von Mörfelden-Walldorf liegt das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Es erstreckt sich vom nördlichen Ende Walldorfs bis hin zur Bundesstraße 486 zwischen Mörfelden und Rüsselsheim. Ein Spaziergang im Frühjahr oder Sommer lohnt sich immer… Wer in der morgendlichen Dämmerung unterwegs ist, kann auf den Wiesen bei guten Licht  oft Rehe beobachten; auch Dam- und Schwarzwild tummelt sich hier. Tagsüber sind viele Besucher mit Fotoapparaten oder auch mit Feldstechern ausgerüstet, um die verschiedenen Vögel im Bild festzuhalten oder auch nur zu beobachten.

Blick in die Mönchbruch-Landschaft (Foto: Oliver Stör)

Für Foto-Liebhaber bietet der Mönchbruch unglaublich interessante Motive, denn Schwarzmilane, Eisvögel, Waldohreulen, Reiher und Störche bewegen sich in dem weitläufigen Gelände, sogar Kanadagänse mit Küken sind hier zu Hause. Erlen, Wassergräben, alte Eichen und Sumpfwald prägen das Bild der Landschaft. Als ich an diesem schönen Tag im Frühling den Weg entlang wandere, erlebe ich als nur stiller Beobachter immer wieder diese einzigartige Vielfalt.

Eine Oase für Naturliebhaber. (Foto: Erich Stör)

Und obwohl das Kleinod nur wenige Tausend Meter Meter südlich des Flughafens liegt, von wo aus die mächtige Maschinen permanent über unserer Köpfe aufsteigen, bietet der Mönchbruch großen Lebensraum, greifbar für jeden, der sehen und hören mag. Einst hat sich der Main hier seinen Weg gebahnt. Der in ihm enthaltene Sand, Lehm und Kies schafft nun den Lebensraum in einem der letzten großen und feuchten Paradiese Hessens. Mehr als 540 verschiedene Pflanzenarten sind jedenfalls von Fachleuten in dem knapp 1000 Hektar großen Gebiet im Laufe der Jahre beobachtet worden, darunter allerdings auch mehrere vom Aussterben bedrohte Arten.

Wunderbares Naherholungsgebiet

Der Mönchbruch hat freilich nicht nur wegen dieser naturbelassenen Eigenschaften große Bedeutung, sondern auch als Naherholungsgebiet für die Menschen. Uns Einwohnern von Mörfelden-Walldorf – aber natürlich auch allen anderen Wanderern und Besuchern aus dem Rhein-Main-Gebiet –, stehen ausgebaute Rad- und Spazierwege mit Informations- und Hinweistafeln zur Verfügung; allerdings sind manche dieser Pfade wegen des notwendigen Naturschutzes nicht begehbar und gesperrt.

Häuser der Mönchbruchmühle (Foto: Oliver Stör)

In der Nähe des Mönchbruch-Schlosses an der Bundesstraße zwischen Rüsselsheim und Mörfelden liegt ein winziger Weiher, auf dem neben verschiedenen Enten und Schwänen seit einigen Jahren auch Biberratten (Nutrias) leben. Wer irgendwann erschöpft ist von den vielen Eindrücken und den Mühen des Wanderns und Schauens findet zwei interessante Möglichkeiten zum Einkehren und Rasten. In Walldorf befindet sich unter lauschigen Bäumen die Waldgaststätte Gundhof mit Biergarten und Gewölbekeller; am entgegengesetzten Ende (an der Bundesstraße 486) bietet das Landhotel „Mönchbruch-Mühle” Spezialitäten vieler Art. In dem 1608 erbauten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäude gibt es im Sommer neben dem Restaurant eine Terrasse und einen Biergarten, die nach erschöpfender Wanderung zum Verweilen einladen.