„Psycho“ ist das filmische Meisterwerk von Alfred Hitchcock. Es verbindet in geradezu perfekter Weise Atmosphäre, Montage und Musik zu einem Horror-Szenario ohnegleichen. Zentraler Punkt des gruseligen Geschehens ist ein Mord unter der Dusche – immerhin eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte.

Die 2,15 Minuten lange Sequenz besteht aus 54 verschiedenen Einstellungen und Schnitten, die sorgfältig erarbeitet worden sind. Die Dreharbeiten dafür dauerten allein rund eine Woche.

Als ich jetzt den Film zum wiederholten Mal erlebte, erinnerte ich mich daran, wie der Thriller bei seiner Erstaufführung beworben worden ist. In den Zeitungsinseraten der Kinobesitzer wurde eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass nach Beginn einer Vorstellung kein Besucher mehr in den Saal gelassen würde; außerdem wurde darum gebeten, den Schluss nicht an Freunde und Bekannte zu verraten. Mit diesen Maßnahmen sollte das ohnehin große Interesse an Psycho noch weiter angeheizt werden.

Diese Vorschriften waren eigens von Hitchcock für die USA erdacht worden, wo es mehr als in Deutschland üblich war, jederzeit Zeit in eine laufende Vorstellung zu gehen. Aber auch hierzulande wurde versucht, die Anordnungen des Verleihs durchzusetzen, allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Hitchcock ging es natürlich vor allem um die möglichen Gewinne an den Kassen, er war jedoch auch der Ansicht, dass die Atmosphäre des Films nicht durch zu spät kommende Besucher zerstört werden sollte.

Die Hitchcock-Anordnungen waren zur damaligen Zeit eine höchst umstrittene Maßnahme, weil viele Kinobesitzer (besonders in den USA) Umsatzeinbußen befürchteten – was sich dann allerdings nicht bewahrheitete. Psycho wurde zu einem finanziellem Erfolg.

Die Handlung in Kurzfassung

Es hieße Eulen nach Athen tragen, auf Details der Handlung einzugehen. Sie sind hinlänglich bekannt. Nur der Vollständigkeit halber seien sie hier kurz zusammengefasst: Marion Crane (Janet Leigh) stiehlt ihrem Chef 40 000 Dollar, um mit ihrem Lebensgefährten Sam Loomis (John Gavin) ein neues Leben zu beginnen. Auf der Flucht zu ihm hält sie vor einem einsam gelegenen Motel, und trifft dort den scheuen Besitzer Norman Bates (Anthony Perkins), der unter dem Kuratel seiner tyrannischen Mutter zu stehen scheint. Während Marion Crane in ihrem Zimmer duscht, wird sie überfallen und ermordet – offensichtlich von der Mutter.

Ein Privatdetektiv, der Marion Crane sucht, wird ebenfalls getötet, danach machen sich Sam Loomis und ihre Schwester Lila Crane (Vera Miles) gemeinsam auf die Suche nach der Verschwundenen. Dabei entdecken sie, dass die alte Frau in Wirklichkeit schon lange tot ist. Der geisteskranke Norman Bates hat sie selbst einst getötet und danach immer wieder bei seinen Morden ihre Identität angenommen. Eine gespaltene Persönlichkeit wie uns der Psychater am Ende des Films erklärt…

Einige Details zum Film

Psycho (Arbeitstitel: Wimpy) wurde 1959/60 in den Universal-Studios von Alfred Hitchcock für Paramount in Schwarz-Weiß gedreht. Der Film hat eine Länge von 110 Minuten. Amerikanische Premiere war am 16. Juni 1960 in New York City, Uraufführung für die USA am 10. August 1960 in Los Angeles, deutsche Erstaufführung am 7. Oktober 1960. Hitchcock war auch Produzent.

Der Film wurde für die vergleichsweise geringe Summe von 800 000 Dollar hergestellt und spielte ein Vielfaches davon wieder ein. Das Drehbuch verfasste Joseph Stefano nach einem Roman von Robert Bloch. An der Kamera arbeitete John L. Russell, die Musik schrieb Bernard Herrmann, als Cutter arbeitete George Tomasini. Die wichtigsten Darsteller sind Anthony Perkins (als Norman Bates), Janet Leigh (als Marion Crane), Vera Miles (als Lila Crane) und John Gavin (als Sam Loomis).

Ranglisten-Platzierungen

Beim amerikanischen Filminstitut steht Psycho auf dem ersten Platz der besten 100 amerikanischen Thriller und in der Reihe der besten amerikanischen Filme aller Zeiten auf Rang 14. Im Jahr 2007 wurde der Film von Usern der Plattform „The Internet Movie Database” zum besten Horrorfilm aller Zeiten gekürt.