Wenn Menschen in den Ruhestand gehen, bringt das so manche Probleme für all jene mit sich, die gewissermaßen auf der „anderen Seite” stehen, was auch der Autor in der jüngsten Vergangenheit am eigenen Leib auf der Suche nach einem neuen Friseur erfahren musste. 

Nein, ich will hier gar nicht von der abgebrannten Werkstatt meines Autohändlers reden – so oft musste ich da nicht hin –, oder der plötzlich geschlossenen Metzgerei zwei Straßen weiter, aber doch von einigen „intimeren” Partnerschaften, die plötzlich und unerwartet „aufgekündigt” wurden.

Sage und schreibe 40 Jahre lang war ich dem gleichen Friseur treu geblieben, in dem ich mich zwar gelegentlich wechselndem Personal gegenübersah, aber doch recht wohl gefühlt hatte. Zwar stand der Haarschnitt beim Verlassen des Salons nicht immer im Einklang mit meinen zuvor geäusserten Wünschen, aber letztendlich war ich nicht unzufrieden gewesen. Als ich vor kurzem mit der urplötzlichen Schließung konfrontiert wurde, stand ich gewissermaßen vor dem Nichts, zumal meine Haupthaare auch im höheren Alter noch immer kräftig und unkontrolliert sprießen. Zwei Versuche bei anderen Salons unterzukommen, endeten nicht zu meiner Zufriedenheit, erst im dritten Anlauf fand ich einigermaßen adäquaden Ersatz.

Und: Nachdem sich der Zahnarzt meines Vertrauens 30 Jahre lang mit Erfolg um mein oft lockeres „Mundwerk” gekümmert hatte, ging er zufrieden lächelnd in den wohlverdienten Ruhestand und überließ mich mitsamt den Zähnen meinem Schicksal. Allerdings hatte ich hier insofern Glück, als sowohl seine Tochter als auch sein Sohn in seine beruflichen Fußstapfen getreten waren, was mir die mühselige Suche nach einem anderen Arzt ersparte.

Als ich bald darauf meinem Hausarzt aufsuchen wollte, wurde ich mit der Tatsache konfrontiert, dass selbiger sich ebenfalls ohne großen Abschied dem Nichtstun verschrieben hatte. Immerhin konnten die freundlichen Praxisdamen auch hier auf seinen Sohn verweisen, der den Vater ersetzt hatte; außerdem waren inzwischen noch andere Ärzte in die Gemeinschaftspraxis eingestiegen, was mir dann allerdings die Qual der Wahl bescherte.

Mein Augenarzt ist leider nicht mehr der jüngste, es bleibt abzuwarten, wann hier das nächste Ungemach droht; nur bei der Fußpflegerin bin ich guter Dinge. Sie ist noch jung genug, um mir die nächste Zeit zu versüßen…