Der Tod des Posaunisten und Bandleaders Glenn Miller, der wahrscheinlich beim Kriegseinsatz über dem Ärmelkanal abstürzte, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Musikfreunde bewegt. Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang seines Orchesters unvergessen. Im Fernsehsender habe ich vor einiger Zeit wieder einmal den Streifen über den legendären Komponisten, Arrangeur und Bandleader Glenn Miller gesehen, der 1904 geboren wurde. Viele Jahre sind seit dem Tod des Musikers vergangen, Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Films, aber noch immer ist der „Miller Sound” unvergleichlich.

Die Posaune war Glenn Millers Lebenselexier (Symbolfoto: Swift Publisher)

Das Erfolgsgeheimnis beruhte darauf, dass in seinem Orchester die Klarinette vier Saxophone führte, was dem Swing einen außergewöhnlich einfühlsamen, jazzartigen  Klang verlieh. So wurden „In the Mood“, „Moonlight Serenade”, „Pennsylvania 6-5000” und der „Chattannoogo Choo Choo”, der Udo Lindenberg Jahrzehnte später zu seinem „Sonderzug nach Pankow” inspirierte, zu Evergreens. Für den „Chattannoogo Choo Choo“ erhielt Miller 1942 die erste goldene Schallplatte der Musikgeschichte. Die mitreißende Melodie wurde von seinem Orchester auch in dem Spielfilm „Adoptiertes Glück” (mit Sonja Henie) gespielt.

Als Miller berühmt geworden war, glaubten viele seiner Fans, die brillante Musik sei von ihm selbst komponiert worden. Doch das war (und ist) ein Irrtum. Außer der „Moonlight Serenade“ hat Miller kein Lied selbst geschrieben; er verließ sich eher auf Kompositionen anderer und führte sie durch seine Arrangement in die Hitlisten jener Zeit.

Über dem Ärmelkanal verschollen

Im September 1942 verließ Miller trotz der bis dahin anhaltend steilen Karriere sein Orchester und ging als erklärter Gegner der Nazis zu den Luftstreitkräften, in denen er das „Army Air Force Orchestra“ leitete. Seine Arbeit dauerte nur zwei Jahre, ehe sein Leben auf tragische Weise zu Ende ging. Im Dezember 1944 flog Miller von London nach Paris, wobei die kleine Maschine über dem Ärmelkanal verschwand, wahrscheinlich weil sie abstürzte. Seitdem gilt Miller als verschollen. Als offizieller Todestag gilt der 15. Dezember 1944.

Über das plötzliche Verschwinden des Posaunisten wird noch immer viel gerätselt. Eine Annahme ist, dass Millers Flugzeug von britischen Bombern getroffen worden ist, als diese auf dem Rückflug nach England ihre überzählige tödliche Last – wie damals aus Sicherheitsgründen von der Air Force vorgeschrieben – vor der Landung auf den eigenen Flugplätzen im Meer „entsorgten”.

Nach zehn Jahren verfilmt

Zehn Jahre nach seinem Verschwinden ist das Leben von Miller von der amerikanischen Universal verfilmt worden, wobei die historische Wahrheit weniger im Mittelpunkt stand als eine übertrieben pathetisch-patriotische Beweihräucherung seiner Person.

Gleichwohl gefällt der Film (Regie: Anthony Mann) durch eine sehr gute Besetzung. Glenn Miller wird von James Stewart gespielt, seine Frau Helen von June Allyson. Und die Musik tut das übrige… Gastauftritte berühmter Musiker wie Louis Armstrong, Gene Krupa und Ben Pollack runden das Bild ab.