Väter der „Eisenmenschen“

Auf dem „Big Island” von Hawaii geht alljährlich im Oktober ein internationaler Wettkampf über die Bühne, der aus 3,8 Kilometer Schwimmen in der Kailua-Bucht, 180 Kilometer Radfahren durch die Lavafelder auf dem Queen K Highway (Wendepunkt in Hawi) und dem abschließenden Marathonlauf über die Distanz von 42,195 Kilometern besteht. Esi handelt sich um den legendären „Ironman”, eine höchst brutale Selbstquälerei all jener Menschen, die als „Eisenmänner” oder „Eisenfrauen” nach Ruhm und Anerkennung suchen. Im Jahr 2018

Ansichtskarten-Idylle Hawaii (Foto: Swift Publisher)

Geboren aus der Bier- und Schnapslaune einiger alkoholseliger US-Offiziere entstand einst dieser Triathlon-Wettkampf. So sagt es jedenfalls die Legende. Ob das wirklich den Tatsachen entspricht? Wer weiß das schon nach so vielen Jahren. Wie auch immer… Ein gewisser John Collins soll 1977 mit einigen Kollegen darüber in Streit geraten sein, welcher der auf Hawaii ausgetragene Wettbewerbe wohl der anstrengendste sei: das 3,8 km lange Waikiki-Schwimmen, das Radrennen in Oahu über 180 km oder der Honolulu-Marathon über die klassische 42,195-km-Distanz. Weiterlesen

Litfaßsäulen im Fußballstadion

Wer heutzutage auf die Leibchen der Bundesliga-Profis schaut, sieht sich mit einer Vielzahl von Namen aus der deutschen und internationalen Wirtschaft konfrontiert; mit der Zahlung erheblicher Summen an die Klubs hoffen die Firmen bei Zuschauern im Stadion, bei Fernseh-Übertragungen oder auch via Zeitungs- und Internetfotos Aufmerksamkeit zu erreichen, denn Klappern gehört in der Branche zum täglichen Handwerk. 

Vergangene Zeiten: Als die Spieler noch ohne Werbung aufliefen. (Foto: Clipdealer)

Das Spektrum der Trikotwerbung reicht in der Saison 2018/19 von einem Billig-Discounter (Hertha BSC Berlin) bis hin zu einem Fenster- und Haustürspezialist (FSV Mainz 05). Auch Getränke- oder Lebensmittelbetriebe buhlen um Aufmerksamkeit für ihre Produkten (Werder Bremen, RB Leipzig, SC Freiburg). Drei Versicherungen (1. FC Nürnberg, FC Augsburg, Bayer Leverkusen) und zwei Kreditinstitute (Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart) sind ebenfalls im Geschäft. Außerdem werben je ein Telefonanbieter (Bayern München), Gaslieferant (Schalke 04), Chemiewerker (Borussia Dortmund), Autobauer (VfL Wolfsburg), Software-Konzern (TSG Hoffenheim), Häuslebauer (Hannover 96), Personal-Dienstleister (Eintracht Frankfurt) und Waschmittel-Konzern (Fortuna Düsseldorf) um die Gunst des Publikums. Weiterlesen

Jim Clarks Tod in Hockenheim

Kälte, Regenschauer, verbunden mit neblig-trüben Wolkenschwaden: der 7. April 1968 war – wie man heute lässig sagt – ein „gebrauchter” Tag. Es war jener Sonntag, an dem Jim Clark, zweimaliger Formel 1-Weltmeister (1963 und 1965) und Sohn eines schottischen  Schafzüchters, auf dem Hockenheim-Ring in Nordbaden um’s Leben kommen sollte. Zum Schafe züchten, was Clark nach seiner Rennfahrer-Karriere gerne gemacht hätte, blieb ihm keine Zeit mehr. Sein Leben endete abrupt.

Zum Schafe züchten in den schottischen Highlands blieb Jim Clark keine Zeit mehr. (Foto: Clipdealer)

Clark war Nichtraucher, aber doch in Sachen Werbung unterwegs für eine britische Zigarettenmarke. Das war nichts außergewöhnliches, denn Sportsponsoring wurde zu jener Zeit immer wichtiger für die Rennställe, auch für den von Konstrukteur und Lotus-Eigner Colin Chapman, für den der 32 Jahre alte Jim Clark an den Start ging. Der Schotte aus Kilmany in der Grafschaft Berwickshire war kein heuriger Hase. Bereits 1963 war er erstmals Formel 1- Weltmeister geworden, noch herausragender war für ihn jedoch das Jahr 1965 verlaufen, weil neben der Formel 1-WM auch die „500 Meilen von Indianapolis” für Teamchef Chapman und das Team Lotus ganz oben auf der Prioritätenliste standen. Weiterlesen

Steine pflastern ihren Weg

Paris-Roubaix ist ein berühmtes Radrennen! Warum? Weil nicht nur über sauber asphaltierte Straßen, sondern auch über extrem schwieriges Kopfsteinpflaster gefahren wird, sodass diesen Klassiker eine ganz besondere Aura umgibt. Obwohl das April-Rennen immer noch offiziell als „Paris-Roubaix” firmiert, beginnt das Spektakel schon seit 1977 in Compiègne (rund 80 Kilometer nördlich von Paris), und hat seit langem in den Medien den martialischen Beinamen „Hölle des Nordens” erhalten.

Brutal-harte Passagen führen über das Kopfsteinpflaster. (Foto: Clipdealer)

Ein höchst zweifelhafter Begriff, bezieht er sich doch ursprünglich auf die in dieser Region erbittert geführten Schlachten des Ersten Weltkrieges mit Tausenden von Toten und Verletzten. Auch wenn das Rennen härteste Anforderungen an Mensch und Material stellt, verbietet sich eigentlich die medial-griffige Bezeichnung von der „Hölle des Nordens”. Weiterlesen

Schmeling gegen Fallobst Vollmer

Im alten Frankfurter Waldstadion, das zu dieser Zeit noch von den amerikanischen Besatzungstruppen beschlagnahmt war, boxte Ex-Weltmeister Max Schmeling im Herbst 1947 gegen den  unbekannten Magdeburger „Aufbaugegner“ Werner Vollmer und siegte deshalb nicht gänzlich unerwartet in der 7. Runde nach einem krachenden Aufwärtshaken durch Knockout.

Als Max Schmeling in Frankfurt gegen Werner Vollmer boxte… (Symbolbild: Clipdealer)

Es ist Sonntag, der 28. September 1947.  In den südlichen Frankfurter Stadtteilen Sachsenhausen und Niederrad sind wieder einmal viele Menschen unterwegs. Das ist immer so, wenn im alten „Reichssportfeld”, das von den Amerikanern seit Ende des Zweiten Weltkrieges „Victory Park” oder „Victory Stadium” genannt wird, eine Großveranstaltung über die Bühne geht.

An diesem Tag also boxt nun dieserr Max Schmeling gegen Werner Vollmer aus Magdeburg, wobei es offensichtlich in erster Linie um die Einnahmen geht, die angeblich eine Million Mark betragen sollen – wie die Börse aufgeteilt wird, bleibt ein Geheimnis der Beteiligten.

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Fußballmillionäre zählen Geld

Dem Wahnsinn sind Türen und Tore  geöffnet. Die internationalen Fußball-Klubs machen mit unvorstellbaren Summen Jagd auf die vermeintlich besten Spieler der Welt. Die Fußballtreter werden dabei mehr und mehr – und natürlich mit ihrem hoch vergütetem Einverständnis – zum handelbaren Gut. 

Fußball-Millionäre beim mühseligen Zählen des Geldes. (Foto: Clipdealer)

Juventus Turin kassierte  2016 für den Wechsel des 23 Jahre alten französischen Spielers Paul Pogba zu Manchester United rund 120 Millionen Euro. Anfang August 2017 wechselte  der 25jährige Brasilianer Neymar für satte 222 Millionen Ablöse vom FC Barcelona zu Paris St. Germain,  juristische Scharmützel inbegriffen

Naive Betrachter werden vielleicht glauben, bei solchen gigantischen Transfersummem könne es sich keinesfalls um real vorhandenes Geld handeln, sondern nur um Monopoly-Spielscheine. Doch die genannten Summen sind keine Fiktion, sondern immer wieder neu bestätigte Nachrichten aus dem kapitalistischen Fußball-Alltag.

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Abstieg eines Stadtteilvereins

Der FSV Frankfurt – ein Verein mit sehr bewegter Vergangenheit – ist 2016 aus der Zweiten Fußball-Bundesliga abgestiegen und kickte eine Saison lang in der Dritten Liga; doch auch dort ging es abwärts, bis die Fußballabteilung Insolvenz anmelden musste. Das bedeutet Neuanfang in der Regionalliga und ist bitter für den Traditionsverein, dem einfach zu viele Bälle ins Netz fliegen.

Der Ball flog zu oft ins FSV-Netz. (Foto: Clipdealer)

Jeder hat seinen Lieblingsverein: Vielleicht die „Löwen” aus München,  die „Clubberer” aus Nürnberg, oder halt den Fußballsportverein, der einst in der Süddeutschen Oberliga eine beachtliche Rolle spielte.  Auch das Herz des Autors schlägt für eben diesen FSV. Dabei erinnere ich mich an alte Zeiten, Jahrzehnte zurück… Als Bub tippelte ich oft von Sachsenhausen, dem südlichen Frankfurter Stadtteil, zum Bornheimer Hang, was ein ziemlich weiter Weg war, aber ich wollte das Geld für die Straßenbahn sparen.

Am Hang, wie das Stadion kurz genant wurde, hatten es mir drei Spieler angetan, die Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre bei den Blau-Schwarzen spielten. Das waren der ehemalige Nationaltorhüter Willibald Kreß, der Stürmer Richard Herrmann und Mittelläufer Heiner Dietsch. Sie alle interessierten mich aus ganz unterschiedlichen Gründen, sowohl was ihre sportlichen Leistungen als auch ihre persönliche Vita betraf.

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Guardiola schwört auf Ballbesitz

Pep Guardiola, katalanischer Fußballtrainer, gilt zur Zeit als Maß der Dinge im Gewerbe der Übungsleiter. Mit immerhin 22 Titelgewinnen (FC Barcelona, Bayern München, Manchester City) innerhalb von neun Jahren ist Pep Guardiola der erfolgreichste Trainer der Gegenwart. Es wäre indessen ein falscher Ansatz, Pep Guardiolas Arbeit nur auf Meisterschaften, Pokalsiege und andere Erfolge zu reduzieren.

Meistertrainer Pep Guardiola. (Foto: Clipdealer)

Als der Trainer einmal nach seinen Antriebskräften gefragt wurde, berief er sich nicht auf die vielen gewonnenen Trophäen, sondern sagte:

„Mein Traum ist, mit meinen Spielern neue Ideen zu entwickeln und ganz neue Sachen auszuprobieren.”

Das klingt, und da sind wir der Wahrheit wahrscheinlich ganz nahe, nach dem Traum vom perfektem Fußball. Den wird es natürlich nie geben, weil die Unwägbarkeiten des Spiels dem entgegenstehen. Das trifft auch auf den Guardiola-Stil zu, der bei aller Faszination wegen der nicht enden wollenden Ballstafetten schnell langweilig wirkt.

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Apokalypse des Motorsports

Vierundachtzig Menschen sterben, als es 1955 beim „24 Stunden Rennen“ in Le Mans zu einem schweren Unglück kommt. Das Inferno auf einer der Tribünen gilt als die  größte Katastrophe des Motorsports und wird oft als Apokalypse beschrieben. Viele Zeitzeugen haben den Unfallhergang genau beschrieben. Demnach wollte der Engländer Mike Hawthorn – später der Sieger des Rennens – mit seinem Jaguar zum Nachtanken an die Boxen, überholte aber zuvor den langsameren Austin seines Landsmannes Lance Macklin, zog aber dann unvermittelt vor ihm nach rechts in Richtung der Boxeneinfahrt, die sich direkt neben der Strecke befand.

Die Rennstrecke von Le Mans heute. (Foto: Clipdealer)

Um auszuweichen, zog Macklin nach links, von dort kamen mit geschätzten 250 km/h die Mercedes-Fahrer Pierre Levegh und Juan-Manuel Fangio heran. Fangio schaffte es noch, an den Fahrzeugen von Macklin und Hawthorn vorbei zu schrammen, während der Wagen von Levegh ungebremst auf Macklins Boilden prallte. Wegen dessen relativ flacher Bauweise wirkte das Auto wie eine Rampe. Leveghs Gefährt wurde in die Luft geschleudert und flog erst in die Menge auf einem Erdhügel, explodierte in einem Flammenmeer und Trümmerteile des Autos wurden auf die Zuschauertribüne katapultiert. Das Inferno war da…

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