Fossilien der Grube Messel bringen Mülldeponie zu Fall

Bei einer Autofahrt von Offenbach nach Dieburg kam ich kürzlich an der Grube Messel vorbei. Das weckte schlagartig Erinnerungen an die zahlreichen ökonomischen und auch politischen Querelen, die es in den Siebziger und Achtziger Jahren um die Nutzung dieser Grube – sie liegt leicht östlich versetzt zwischen Darmstadt und Frankfurt am Main – gegeben hatte. 

Auf der Suche nach der Welt von Gestern. (Symbolfoto: Clipdealer)

Das Gelände südlich von Messel war seit 1859 im Tagebau für den Gewinn von Eisenerz genutzt worden, bald entdeckten die damaligen Grubenbesitzer jedoch die viel lukrativeren Vorkommen an Ölschiefer. Dieser wurde jahrzehntelang abgetragen. Als sich abzeichnete, dass die Schätze zu Ende gingen, begann in Hessen eine heftige Diskussion darüber, wie das weitläufige Gebiet weiter genutzt werden könnte. Hauptsächliches Problem dabei war, dass einige engagierte Hobby-Archäologen in Laufe der Jahre in Messel höchst interessante Fossilien gefunden hatten, die für großes Aufsehen sorgten.

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Sagenumwobenes Felsenmeer

Der Odenwald ist reich an Sagen und wundersamen Erzählungen. Einer der seltsamen Geschichten rankt sich um die beiden Riesen „Steinbeißer” und „Felshocker”, die sich aus purer Langeweile im nördlichen Odenwald  mit Steinen bewarfen, bis die beiden sich dann höchstselbst unter riesigen Brocken wiederfanden, was gleichzeitig als die Geburt des Felsenmeeres interpretiert wird.

Eine abschüssige Geröllhalde im Odenwälder Felsenmeer bei Lautertal. (Foto: Oliver Stör)

Es liegt einige Jahre zurück, dass ich als Teilnehmer von touristischen Bilder-Suchfahrten des Motorsportclubs Überwald (Wald-Michelbach) diesen von Sagen umwobenen Odenwald intensiv kennenlernte. Sehenswürdigkeiten und Attraktionen gibt es ja genug in der hügeligen Landschaft, die im Norden beim Weinort Groß-Umstadt beginnt und im Süden vom romantischen Neckartal begrenzt wird. Östlich bilden zunächst der Main auf knapp 35 Kilometer und danach die Gemeinden Miltenberg, Buchen und Mosbach eine eher diffuse Linie, im Westen ist die Bergstraße die natürliche Grenze zur oberrheinischen Tiefebene. Als grobe Eckpunkte des Gebietes können auch die Städte Darmstadt, Heidelberg, Aschaffenburg und Heilbronn dienen.

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„Goldadern“ im Hessischen Ried

Das Hessische Ried wird im Osten von der Bergstraße und den Ausläufern des Odenwalds, im Westen vom mächtigen Rhein begrenzt, in Nord-Süd-Richtung reicht das Gebiet von der Kreisstadt Groß-Gerau bis hin nach Lampertheim. Des sandigen Bodens wegen ist die Region ideal für den Spargelanbau geeignet, was sich in zahlreichen bäuerlichen Betrieben zeigt, die das oft als „weißes Gold” bezeichnete Gemüse nicht nur an Großkunden liefern, sondern es auch in kleinen Verkaufsständen an den Straßen und in den Ortschaften selbst vermarkten.

Industrie-Denkmal: Die so genannte antike Pferdekopfpumpe auf dem Kühkopf bei Stockstadt. (Foto: Erich Stör)

Doch das Hessische Ried ist nicht nur vom schmackhaften Spargel der Äcker geprägt, sondern  auch vom „schwarzen Gold” namens Öl, das in mehreren hundert Metern Tiefe im Untergrund lagert.  50 Kilometer südlich von Frankfurt am Main werden kleine Mengen des kostbaren Guts seit Anfang 2018 wieder ans Tageslicht gepumpt. Weiterlesen

Pfahlbauten am Bodensee

Warum bauten Menschen der Bronze- und der Jungsteinzeit am Bodensee und in vielen anderen Gebieten des Alpenraums ihre Behausungen am nahen Uferrand auf Stelzen? Diese etwas naiv klingende Frage wird durch Archäologen mit den Hinweis auf die Gefahren des Hochwassers beantwortet. Das klingt überzeugend – aber nur, weil es bisher keine bessere Antwort gibt. Es gibt noch manche Geheimnisse und Rätsel zu lösen…

Zwei nachgebaute Pfahlhäuser in Unter-Uhldingen am Bodensee. (Foto: Clipdealer)

Tage im Sommer. Eine kleine Wochenendreise steht auf dem Programm. Ziel ist die Blumeninsel Mainau am Bodensee. Die Fahrt führt uns von Frankfurt aus über die Autobahn erst nach Straßburg, von dort über Schwarzwald-Straßen zuerst nach Titisee-Neustadt und von dort an den nahen Bodensee. Eine Unterkunft ist nicht gebucht, der Zufall soll uns helfen. Der Weg führt an Stockach und Überlingen vorbei, wir erreichen Uhldingen-Mühlhofen, wo uns am Straßenrand ein Hotel zum Verweilen einlädt. Keine schlechte Wahl, denn vom nahen Hafen fahren mehrmals täglich die weißen Dampfer der Bodensee-Flotte nach Konstanz oder direkt zur Insel Mainau.

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Naturparadies Mönchbruch

Nahe der Stadt Mörfelden-Walldorf liegt das schöne Naturschutzgebiet Mönchbruch. Es erstreckt sich vom nördlichen Ende Walldorfs bis zur B 486, die zwischen Mörfelden und Rüsselsheim verläuft. Spaziergänge im Frühjahr oder Sommer lohnen sich immer. Wer in der morgendlichen Dämmerung unterwegs ist, kann auf den Wiesen bei guten Licht Rehe beobachten; auch Dam- und Schwarzwild tummelt sich hier. Tagsüber sind viele Besucher mit Fotoapparaten oder  Feldstechern ausgerüstet, um die Tiere im Bild festzuhalten oder auch nur zu beobachten.

Blick in die Mönchbruch-Landschaft. (Foto: Erich Stör)

Für Foto-Liebhaber bietet der Mönchbruch unglaublich interessante Motive, denn Schwarzmilane, Eisvögel, Waldohreulen, Reiher und Störche bewegen sich in dem weitläufigen Gelände, sogar Kanadagänse mit Küken sind hier zu Hause. Erlen, Wassergräben, alte Eichen und Sumpfwald prägen das Bild der Landschaft. Als ich an diesem schönen Tag im Frühling den Weg entlang wandere, erlebe ich als nur stiller Beobachter immer wieder diese einzigartige Vielfalt.

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Im Dorf der Heidschnucken

Lüneburger Heide! Eine Landschaft, die geprägt wird von Heidekraut und Heidschnucken. Letztere sorgen mit ihren „Knabbereien“ für den Erhalt der Landschaft. Das Dorf Undeloh ist für die vielen Touristen eine ganz besondere Attraktion. Viele Aspekte spielen in den kargen Heidelandschaften eine Rolle. Von Hermann Löns (1866-1914) will ich hier gar nicht erst reden, ist mir der Journalist und Schriftsteller wegen seiner übertrieben national angehauchten Heimatdichterei rund um die Lüneburger Heide und seiner politischen Vereinnahmung durch die Nazis doch eher suspekt.

Heidelandschaft in der Lüneburger Heide. (Foto: Clipdealer)

Doch abgesehen von Löns ist ein Besuch bei den Heidschnucken gleichwohl lohnenswert. Dazu braucht es nicht die schmalzig-triefenden Filmschnulzen aus den Fünfziger Jahren wie etwa „Rot ist die Liebe” (1956, mit Dieter Borsche, Barbara Rütting, Cornell Borchers) oder „Grün ist die Heide” (1951, mit Sonja Ziemann, Rudolf Prack).

Bei einer Reise nach Ratzeburg ergab sich vor einiger Zeit die Möglichkeit, die Heidelandschaften zu erkunden, die Heidschnucken bei „ihrer Arbeit” zu beobachten, und einige Orte kennenzulernen, die sich aus pekuniären Gründen ganz und gar dem Tourismus zugewandt haben.

Wir verlassen die Autobahn Nr. 7 nach Hamburg an der Anschlusstelle Egestorf und erreichen nach nur zwei Kilometern die gleichnamige Gemeinde, wo wir in der Lüttringhausener Straße auf den „Egestorfer Hof” stoßen, in dem wir für zwei Tage Quartier beziehen.

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