Dichterfürst Goethe turtelt mit Bankiersgattin Willemer

Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe hielt sich im Jahr 1815 mehrere Monate in Frankfurt-Sachsenhausen auf. Dabei entwickelte sich zwischen ihm und der Bankiersgattin Marianne Willemer eine lange geheim gehaltene, jedoch tiefe Zuneigung. Das Willemer-Häuschen auf dem Mühlberg spielte eine besondere Rolle. 

Das wieder aufgebaute Willemer-Häuschen auf dem Mühlberg. (Foto: Erich Stör)

Frankfurter Mädchen und Buben erfuhren in den Schulen über den Dichter aus dem Großen Hirschgraben und Frau Willemer nicht viel, gewiss aber mehr als etwa gleichaltrige Münchener. Denn Johann Wolfgang war in der Stadt überall präsent. Dabei hatte Goethe nur die ersten 26 Jahre seines Lebens in Frankfurt am Main verbracht. Von Kurzbesuchen abgesehen war sein Lebensmittelpunkt Weimar.

Wer außerdem aus dem südlichen Stadtteil Sachsenhausen kam, wurde (und wird) allerdings noch häufiger als andere mit Goethe konfrontiert, denn am gleichnamigen Berg gibt es den hölzernen Goetheturm, der allerdings erst 1931 errichtet wurde, den kleinen Hügel Goetheruh’ – ob der Dichter hier wirklich verweilte, ist nicht belegt – , und natürlich am Mühlberg das Willemer-Häuschen, in dem sich der Herr Geheimrat auch mit der Bankiersfamilie Willemer getroffen hat. Die Zeit in diesem klassizistischen Gartenhaus behielt Goethe immer in guter Erinnerung, sprach sogar von den „schönsten Stunden seines Lebens”.

Weiterlesen

Mutter Erde schwebt als „Apfelsine“ in unendlichen Weiten

Im geschrumpften Maßstab – es ist nur ein Beispiel von vielen Möglichkeiten – kann Mutter Erde nur so groß (oder klein) wie eine Apfelsine sein, was die kosmischen Dimensionen  beeindruckend veranschaulicht. Der Heidelberger Wissenschaftsautor Hoimar von Ditfurth hat das in einem seiner Sachbücher  genau beschrieben. Wer sich vor Augen führt, was seit dem Start von Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 an bemannten Reisen zum Mond (oder auch im erdnahen Raum zu den Raumstationen Salut, Mir oder ISS) sowie unbemannten „Raumflügen” zu den Planeten durchgeführt wurde (und noch geplant ist), erliegt natürlich nur allzu leicht der Formulierung von der „Eroberung des Universums”. Doch trotz atemberaubendem Tempo in Forschung und Technik handelt es sich in der Realität bisher nur um winzige Schritte ins nahe Weltall.

Eine weit entfernte Galaxie verdeutlicht die Dimensionen des Alls. (Foto: SP)

Selbst der zuletzt spektakuläre und wissenschaftlich beklatschte Flug der ESA-Sonde „Rosetta” zum weit entfernten Kometen „Tschurjumow-Gerassimenko” erscheint nur als ein Katzensprung, wenn man die Größenverhältnisse im Universum genauer betrachtet.

Der Heidelberger Neurologe Hoimar v. Ditfurth (1921-1989) hat in seinem Buch „Kinder des Weltalls” (Hoffmann und Campe Verlag, 1970) über die enormen Entfernungen referiert und mit simplen Beispielen versucht, dem Laien die Dimensionen, um die es geht, verständlicher zu machen. Der Wissenschaftler „verkleinerte” die Himmelsobjekte im Maßstab 1:100 Millionen. Nur mit dieser „Krücke” lässt sich einigermaßen begreiflich machen, um welche Proportionen es sich in Wirklichkeit handelt.

Weiterlesen

Drei Kameraden im Berlin der fiebrigen Zwanziger Jahre

Der Schriftsteller Erich Maria Remarque schrieb mit „Drei Kameraden“ einen beeindruckenden Roman, der sowohl gesellschaftliche als auch private Dramatik enthielt und die verwirrend politische Situation im fiebrigen Berlin der Zwanziger Jahre schildert. Remarque hat ja einige weltberühmte Bücher geschrieben. „Im Westen nichts Neues” dürfte das bekannteste sein.

Lesestunde am Kamin. (Symbolfoto: Clipdealer)

Weitere Romane sind „Der Funke Leben”, der seiner von den Nazis hingerichteten Schwester Scholz gewidmet ist, sowie „Zeit zu leben und Zeit zu sterben”, „Der schwarze Obelisk”, „Liebe deinen Nächsten”, „Arc de Triomphe“, „Die Nacht von Lissabon”, „Der Himmel kennt keine Günstlinge” und „Der Weg zurück”. Doch mein Lieblingsroman ist „Drei Kameraden“, in dem von einer verlorenen Generation  erzählt wird, verbunden mit einer zartbitteren Liebesgeschichte.

Weiterlesen

George Gershwin komponiert die berühmte „Rhapsodie in Blau“

George Gershwin schrieb 1924 die mitreißende Rhapsodie in Blau. Es war neben vielen anderen seiner Kompositionen ein Meisterwerk konzertanter Jazzmusik. Der Komponist starb 1937 im Alter von 39 Jahren. Beim Stöbern im iTunes Store von Apple stieß ich kürzlich auf diese Komposition. Das weckte auch Erinnerungen an den Warner-Film, den ich vor Jahrzehnten in Frankfurt am Main gesehen hatte. 1945 hatte der Hollywood-Konzern den Film auf den Markt gebracht und dem begnadeten amerikanischen Komponisten ein filmisches Denkmal gesetzt.

Genialer Komponist Gershwin. (Symbolfoto: SP)

Ich sah den Film damals in den Harmonie-Lichtspielen in Sachsenhausen. Mir war der Streifen an manchen Stellen zu sentimental, in einigen Passagen wirkte er sogar kitschig, allerdings sind seine Vorzüge in der Gershwin-Musik selbst und der Darstellung zeitgenössischer Atmosphäre zu sehen.

Ein Filmkritiker schrieb damals in der Tageszeitung “Frankfurter Rundschau”:

„Dieser Film […] ist ein Tonstreifen voll mitreißender Jazzmusik. Reiner Jazz, konzertanter Jazz, Jazz mit Blues, Jazz in allen Spielarten von, mit und um George Gershwin, dem Schöpfer moderner amerikanischer Tonkunst.”

Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel” sah in Gershwin sogar den Mann, „der den Jazz zur Lady gemacht hat.“

Weiterlesen

Orchester von Glenn Miller fasziniert mit einzigartigem Klang

Der Tod des Posaunisten und Bandleaders Glenn Miller, der wahrscheinlich beim Kriegseinsatz über dem Ärmelkanal abstürzte, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viele Musikfreunde bewegt. Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang seines Orchesters unvergessen. 

Die Posaune war das Lebenselixiervon Glenn Miller. (Symbolfoto: Swift Publisher)

Im Fernsehsender habe ich vor einiger Zeit wieder einmal den Streifen über den legendären Komponisten, Arrangeur und Bandleader Glenn Miller gesehen, der 1904 geboren wurde. Viele Jahre sind seit dem Tod des Musikers vergangen, Jahrzehnte seit dem Erscheinen des Films, aber noch immer ist der „Miller Sound” unvergleichlich.

Das Erfolgsgeheimnis beruhte darauf, dass in seinem Orchester die Klarinette vier Saxophone führte, was dem Swing einen außergewöhnlich einfühlsamen, jazzartigen  Klang verlieh. So wurden „In the Mood“, „Moonlight Serenade”, „Pennsylvania 6-5000” und der „Chattannoogo Choo Choo”, der Udo Lindenberg Jahrzehnte später zu seinem „Sonderzug nach Pankow” inspirierte, zu Evergreens. Für den „Chattannoogo Choo Choo“ erhielt Miller 1942 die erste goldene Schallplatte der Musikgeschichte. Die mitreißende Melodie wurde von seinem Orchester auch in dem Spielfilm Adoptiertes Glück (mit Sonja Henie) gespielt.

Weiterlesen