Roter Mond am Abendhimmel

Eine außergewöhnliche, knapp 103 Minuten andauernde Mondfinsternis gab es am späten Abend des 27. Juli 2018 zu erleben. Der Vollmond trat vollständig in den Kernschatten der Erde ein, was zur Folge hatte, dass das Sonnenlicht auf besondere Art gebrochen wurde. Die langwelligen roten Anteile gaben dem verdunkelten Mond ein düster-dunkelrotes Aussehen.

Dunkelrot hängt der Mond über dem Brandenburger Tor in Berlin. (Foto: Clipdealer)

Vor dem Haus, in dem ich lebe, nahe des Frankfurter Flughafens, war diese Mondfinsternis freilich nur schwerlich zu geniessen. Intensiver Flugbetrieb am etwas verhangenen Himmel und eine grelle Straßenlaterne versperrten den Blick auf das so genannte Jahrhundert-Ereignis, dazu kamen mittelhohe Häuser und eine Gruppe dichter, hochragenden Bäume, welche die Sicht erheblich einengten.  Weiterlesen

Litfaßsäulen im Fußballstadion

Wer heutzutage auf die Leibchen der Bundesliga-Profis schaut, sieht sich mit einer Vielzahl von Namen aus der deutschen und internationalen Wirtschaft konfrontiert; mit der Zahlung erheblicher Summen an die Klubs hoffen die Firmen bei Zuschauern im Stadion, bei Fernseh-Übertragungen oder auch via Zeitungs- und Internetfotos Aufmerksamkeit zu erreichen, denn Klappern gehört in der Branche zum täglichen Handwerk. 

Vergangene Zeiten: Als die Spieler noch ohne Werbung aufliefen. (Foto: Clipdealer)

Das Spektrum der Trikotwerbung reicht in der Saison 2018/19 von einem Billig-Discounter (Hertha BSC Berlin) bis hin zu einem Fenster- und Haustürspezialist (FSV Mainz 05). Auch Getränke- oder Lebensmittelbetriebe buhlen um Aufmerksamkeit für ihre Produkten (Werder Bremen, RB Leipzig, SC Freiburg). Drei Versicherungen (1. FC Nürnberg, FC Augsburg, Bayer Leverkusen) und zwei Kreditinstitute (Borussia Mönchengladbach, VfB Stuttgart) sind ebenfalls im Geschäft. Außerdem werben je ein Telefonanbieter (Bayern München), Gaslieferant (Schalke 04), Chemiewerker (Borussia Dortmund), Autobauer (VfL Wolfsburg), Software-Konzern (TSG Hoffenheim), Häuslebauer (Hannover 96), Personal-Dienstleister (Eintracht Frankfurt) und Waschmittel-Konzern (Fortuna Düsseldorf) um die Gunst des Publikums. Weiterlesen

Erinnerungen an Glenn Miller

Bis in die heutige Zeit ist der einzigartige Klang der von Glenn Miller kreierten Musik vor allem bei Älteren unvergessen, aber auch jüngere Generationen geniessen diesen unverwechselbaren Swing, was sich unschwer daran erkennen lässt, dass das „Glenn Miller Orchestra” unter der Leitung des Dirigenten Will Salden immer noch erfolgreich durch Europa (und durch Deutschland) tourt, obwohl sein ursprünglicher Gründer bereits im Dezember 1944 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Will Salden, der den Originalnamen „Glenn Miller Orchestra” für Europa per Lizenz führen darf, hat sich um den Erhalt der Glenn Miller- Musik verdient gemacht. Der 1950 geborene Niederländer begann 1978 mit dem Aufbau des neuen Orchesters, seit 1985 erlebt er triumphale Erfolge. Zu 4750 Konzerten kamen über 5,5 Millionen Besucher.

Die Posaune war Millers Lebenselixier. (Foto: Swift Publisher)

Als Jugendlicher war ich nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals mit dem Namen des amerikanischen Bandleaders in Berühung gekommen, obwohl Miller bereits vor fünf Jahre verunglückt war. In meinem Stamm-Kino lief 1949 der amerikanische Streifen „Adoptiertes Glück” und was ich dabei hörte, schärfte meine Sinne für zukünftigen Musikgenuss. Es waren der Chattanoogo Choo Choo, die Moonligt-Serenade sowie In the Mood, die den Film, in dem Miller und die damalige norwegische Eislauf-Königin Sonja Henie die Hauptrollen spielten, musikalischen Glanz verliehen. Weiterlesen

Pfahlbauten am Bodensee

Warum bauten die Menschen der Bronze- und der Jungsteinzeit am Bodensee und in vielen anderen Gebieten des Alpenraums ihre Behausungen auf Stelzen am nahen Uferrand? Diese Frage wird durch Archäologen mit den Hinweis auf die Gefahren des Hochwassers beantwortet. Das klingt überzeugend – aber nur, weil es bisher keine bessere Antwort gibt. Es gibt noch manche Geheimnisse und Rätsel zu lösen…

Zwei nachgebaute Pfahlhäuser in Uhldingen am Bodensee. (Foto: Clipdealer)

Tage im Sommer. Eine kleine Wochenendreise steht auf dem Programm. Ziel ist die Blumeninsel Mainau am Bodensee. Die Fahrt führt uns von Frankfurt aus über die Autobahn erst nach Straßburg, von dort über Schwarzwald-Straßen zuerst nach Titisee-Neustadt und von dort an den Bodensee. Eine Unterkunft ist nicht gebucht, der Zufall soll uns helfen. Der Weg führt an Stockach und Überlingen vorbei, wir erreichen Uhldingen-Mühlhofen, wo uns am Straßenrand ein Hotel zum Verweilen einlädt. Keine schlechte Wahl, denn vom nahen Hafen fahren mehrmals täglich die weißen Dampfer der Bodensee-Flotte nach Konstanz oder direkt zur Insel Mainau. Weiterlesen

Rosegger gegen Straßenräuber

Peter Rosegger, der aus der östlichen Steiermark stammende österreichische Dichter (1843-1918), aufgewachsen in den dichten Wäldern seiner Heimat bei Krieglach, hat der Nachwelt einige doch sehr bemerkenswerte Formulierungen hinterlassen – Sätze, die wie die Faust auf das Auge des neoliberalen Zeitalters passen. 

In dunklen Wäldern verbrachte Peter Rosegger seine Kindheit. (Foto: Clipdealer)

Mit Rosegger hatte ich lange Zeit nicht viel am Hut. Zweimal war ich ihm in der Vergangenheit „begegnet”. Das erste Mal in der Schulzeit, als wir mit seinem bekannten autobiographischen Auswahlband „Als ich noch der Waldbauernbub war…” arbeiten mussten, das nächste Mal, als ich auf einer Autofahrt von Wien nach Graz bei Krieglach eine kleine Hinweistafel zu Roseggers Geburtshaus nahe dem Ortsteil Alpl entdeckte.

Doch damals war keine Zeit, um sich den am Rande mächtiger Fichten- und Lärchenwälder gelegenen Kluggeneggerhof anzuschauen. Krieglach selbst, wo in seinem Sterbehaus ein Museum eingerichtet ist, ließ ich links liegen und fuhr weiter… Bedauerlich. Weiterlesen

Geschichte der „Hüttenkirche“

An der Verbindungsstraße Vitrolles-Ring zwischen den Ortsteilen Walldorf und Mörfelden der Doppelstadt Mörfelden-Walldorf steht – versteckt in einem von Büschen umgebenen Gelände – eine kleine, hölzerne Kapelle, allgemein bekannt als Hüttenkirche. Diese Kapelle hat eine bewegte Geschichte hinter sich, und gilt seit ihrer Eröffnung am dritten Advent 1980 als Symbol des Widerstandes gegen die Zerstörung der Natur und den Ausbau des Frankfurter Flughafens. 

Die Hüttenkirche zwischen Walldorf und Mörfelden. (Foto: Erich Stör)

Gerade deshalb aber wirkt die Hüttenkirche heutzutage auch wie ein Relikt aus einer versunkenen Vergangenheit. Denn der gefräßige Moloch „Fraport” hat inzwischen mit einer weiteren Landebahn, der Errichtung der Frachtstadt Cargo City Süd und dem Bau des Terminals 3 ständig weitere Natur vernichtet, ohne vergleichbaren Gegenwind wie damals hinnehmen zu müssen – was die  Bedeutung des Widerstandes gegen die Startbahn West allerdings besonders ins Licht rückt. Weiterlesen

Melodram „Unter den Brücken“

Wenn ich mich an alte deutsche Filme aus der Jugendzeit erinnere, sehe ich einen Schwarz-Weiß-Streifen vor mir, der auch heute noch gelegentlich im Fernsehen läuft, und sich mir durch die Schilderung einfacher, menschlicher Schicksale ins Gedächtnis eingebrannt hat. Das knapp 100 Minuten lange Melodram Unter den Brücken wurde 1944 von Helmut Käutner für die UFA inszeniert. Die Hauptdarsteller waren Hannelore Schroth, Carl Raddatz und Gustav Knuth. In einer kleinen Nebenrolle ist die junge Hildegard Knef zu sehen. Der Film gilt als eines der Meisterwerke  deutschen Kinos. 

An der später berühmt gewordenen Glienicker Brücke wurde auch gedreht. (Foto: Clipdealer)

Der Film wurde in den letzten Kriegsmonaten unter primitivsten Bedingungen auf den Gewässern in Berlin und rund um Potsdam hergestellt. Unter anderem wurde auch an der Glienicker Brücke bei Potsdam  gedreht, die später in den Zeiten des Kalten Krieges zum Austausch von Spionen aus Ost und West genutzt (und berühmt) wurde.

Die Handlung ist einfach strukturiert. Erzählt wird die Geschichte von zwei Männern und einer Frau auf einem Schleppkahn. Das Zusammenleben dieser drei Menschen wird auf eine harte Zerreißprobe gestellt, als die knorrigen Schiffer Hendrik Feldkamp (Carl Raddatz) und Willy (Gustav Knuth) auf einer ihrer Fahrten die vom Leben enttäuschte Anna Altmann (Hannelore Schroth) an Bord nehmen. Beide verlieben sich in die junge Frau, Spannungen unter den Männern sind unvermeidlich. Doch ihre Freundschaft hält diesen Belastungen stand, und nachdem sich die junge Frau schließlich für Hendrik Feldkamp entschieden hat, setzten die drei gemeinsam ihre Fahrt fort. Weiterlesen

Lesespaß mit Barbara Noack

Bereits ein Jahr nach ihrem heiteren Erstlingswerk Valentine heisst man nicht” durfte die Berliner Schriftstellerin Barbara Noack 1955 den Roman Die Zürcher Verlobung im „Lothar Blanvalet Verlag” veröffentlichen. Die humorvolle Liebesgeschichte wurde ein Riesenerfolg – sowohl für die Jung-Autorin als auch für den Verlag. Bereits im nächsten Jahr begannen die Vorbereitungen zur Verfilmung des Buches. So weit die schlichten Fakten über den Beginn einer über 50 Jahre andauernden Schriftstellerinen-Karriere.

Eine etwas altmodische Verlobung mit Hindernissen. (Foto: Swift Publisher)

Wie ich nun persönlich dazu kam, mir den Roman Die Zürcher Verlobung von Barbara Noack „anzueignen” und danach ein treuer Leser der Berliner Schriftstellerin zu werden, hatte sich bei einer Bahnreise von Hamburg nach Frankfurt Anfang Dezember 1955 ergeben. Als Jungredakteur einer Frankfurter Tageszeitung hospitierte ich vier Wochen bei einem befreundeten Blatt in Hamburg. Dort hatte ich in der ZEIT eine Kurz-Rezension des Buches entdeckt. Nach einer Beschreibung des Inhaltes fasste das Blatt zusammen:

„In Ich-Form und äußerst glatt, eine Spur zu versiert, geschrieben.”

Dieses harsche Urteil machte mich neugierig. Noch in Hamburg kaufte ich mir  das Buch für die Rückreise, und ehe ich in Frankfurt aus dem D-Zug stieg, hatte ich die zweihundert Seiten über die Liebesirrungen der Jung-Autorin Juliane Thomas verschlungen.  Weiterlesen

Rennfahrer in der Résistance

Mehrere Automobilrennfahrer aus Frankreich und England kämpften in der Widerstandsbewegung gegen das Hitler-Regime, darunter Robert Benoist, William Grover, René Dreyfus und Jean-Pierre Wimille. Ein Denkmal für die vielen Aktivisten der Résistance in Antibes erinnert auch an diese Männer.

Statue des Rennfahrers und ersten Monte-Siegers William Grover in Monaco. (Foto: Clipdealer)

Immer wenn das Formel 1-Rennen in Monaco auf dem Programm steht, kommen Erinnerungen an Rennfahrer der Vergangenheit auf, die nur noch in den Geschichtsbüchern aufgeführt sind, deren Leben gleichwohl tiefe Spuren hinterlassen hat – und zwar auf ganz außergewöhnliche Art und Weise. Sie kämpften in der französischen Widerstandsbewegung. Ich rede hier also keineswegs von Lewis Hamilton, Sebastian Vettel, Max Verstappen oder anderen Protagonisten des Rennsports. Weiterlesen

Stoltze wieder am Hühnermarkt

Ein Denkmal, das an den Humoristen und Heimatdichter Friedrich Stoltze erinnert, steht – wenn auch mit Unterbrechungen – seit Jahrzehnten in der Frankfurter Innenstadt. Seit 21. November 1895 hatte es seinen Platz am Hühnermarkt in der Altstadt zwischen Römer und Dom, doch nach den verheerenden Luftangriffen 1944 musste es abgebaut und eingelagert werden.

Der markante Kopf von Friedrich Stoltze auf dem Hühnermarkt in Frankfurt. (Foto: Oliver Stör)

Das von dem Frankfurter Bildhauer Friedrich Schierholz im Stil der Neo-Renaissance entworfen Denkmal wurde erst 1981 wieder aufgestellt, und zwar hinter  der Katharinenkirche auf dem Friedrich-Stoltze-Platz, nahe der Hauptwache. Doch seit 2018 ist es wieder an seinen ursprünglichen Platz an den Hühnermarkt zurückgekehrt. Stoltze ist also wieder zu Hause, und das im wahrsten Sinne des Wortes, steht er doch nur wenige Meter vom Rebstock entfernt, einem Gasthof, den sein Vater betrieb, und in dem Stoltze von 1816 bis 1833 seine Kindheit verbrachte.

Friedrich Stoltze, diesen vielseitig engagierten Schriftsteller, Journalisten, Humoristen, Heimatchronisten und Revolutionär (1816-1891) in diesem Zusammenhang umfassend zu würdigen, wäre eine echte Herkulesaufgabe – keinesfalls kann das hier in einen kurzen Beitrag erledigt werden. Nur einige Sätze können an dieser Stelle an den Frankfurter erinnern, der Zeit seines Lebens sich mit Worten einmischte, wann immer es ihm notwendig erschien, und der sich immer wieder mit den herrschenden Politikern anlegte. Stoltze war immer und stets ein unbeirrbarer Feuerkopf.  Weiterlesen

Vielfältiges Leben in Nürnberg

Nürnberg, die fränkische Metropole mit ihrem Charme des Mittelalters, glänzt nicht nur mit der Kaiserburg als Attraktion für die Touristen, sondern hat viele anderes zu bieten. Kulinarisch gesehen sind die kleinen Rostbratwürstchen im Weck ebenso beliebt wie zu Weihnachten die schmackhaften Lebkuchen oder Christstollen auf dem Christkindlesmarkt.

Das Albrecht-Dürer Haus in Nürnberg ist eine Attraktion. (Foto: Clipdealer)

Einige bekannte Spielzeug-Manufakturen peppen das Image der Stadt auf, das wegen der Vergangenheit mit den „Rassegesetzen” und diversen Nazi-Massenaufmärschen auf dem  „Reichsparteitagsgelände” lange Zeit schwer angeschlagen war. Mit einem Dokumentationszentrum und informativen Führungen wird dieser Teil einer unrühmlichen Stadtgeschichte offensiv aufgearbeitet, wobei der Blick auch zu den Kriegsverbrecher-Prozessen geht. Weiterlesen

Tausend Meilen in alten Kisten

Aus dem legendären Straßenrennen „Mille Miglia“ wurde nach dem Verbot im Jahr 1957 eine Oldtimer-Rallye, die immer noch über 1000 Meilen von Brescia nach Rom und zurück führt. Im Gegensatz zu früher ist nicht Geschwindigkeit, sondern nur noch Gleichmäßigkeit gefragt. Stoppuhren sind die wichtigsten Helfer.

Karawane der Mille Miglia 2014 in der Toskana. (Foto: Clipdealer)

Mitte Mai, Brescia, Italien. Menschen schlendern durch die meist sonnigen Straßen, in den Cafés herrscht reges Treiben, die Stadt ist überfüllt, es ist wieder einmal Mille Miglia-Zeit. Auf Hochglanz polierte Rennwagen, die alle im Originalzustand sein müssen und einst an den höchst gefährlichen Straßenrennen über 1000 Meilen in den Jahren zwischen 1932 und 1957 teilgenommen haben müssen, sind zu bewundern, wenn die historische Oldtimer-Parade, die Fans mit der Zunge schnalzen lässt: Oh ja, Bella Macchina! Weiterlesen

Hopalong Cassidy im feinen Zwirn

Ganz am Anfang der Filmgeschichte – etwa von 1903 (Der große Eisenbahnraub) bis Mitte der 30er Jahre – bestand das Genre des us-amerikanischen Wildwestfilmes aus einfachen Bausteinen. Es wurde geschossen und geritten, es gab Gute und Böse (Indianer allemal), lärmend überfüllte Salons mit Klaviergeklimper und Pokerrunden, Falschspielerei mit folgendem Schusswaffengebrauch, raffgierige Rancher und Cowboys auf galoppiernden Pferden. Aus diesen Versatzstücken wurden schlichte Streifen wie am Fließband auf die Leinwände gebracht. Western von gestern…

Drei Filmprogramme zu Hopalong Cassidy-Filmen. (Fotos: Filmverlag Christian Unucka)

Bekannte Hollywood-Regisseure wie John Ford, Cecil B. de Mille und George Marshall schufen Ende der Dreissiger Jahre jedoch Western, die mit sozialpolitischen Tönen aufwarteten. Cecil B. de Mille drehte 1939 Die Frau gehört mir (Union Pacific) mit Joel McCrea und Barbara Stanwyck über den von Raubrittern und Spekulanten begleiteten Eisenbahnbau in den USA. John Ford erzeugte mit Höllenfahrt nach Santa Fe (Stagecoach, Ringo) nicht nur den Weltstar John Wayne, sondern ein Drama über die Verlorenheit der Menschen in der trostlosen Einsamkeit einer feindlichen Umwelt. Weiterlesen

Küchenstühle im Bieberbau

Der Zweite Weltkrieg endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands. Die meisten Großstädte waren zerstört, so auch die Frankfurter Innenstadt. Unzählige Häuser lagen in Schutt und Asche, darunter viele kulturelle Einrichtungen und fast alle Kinos der Stadt, doch gerade die Lichtspielhäuser wurden von den amerikanischen Truppen als wichtige Stätten für die so genannte Reeducation („demokratische Umerziehung”) angesehen und die Wiedereröffnungen vorangetrieben. Bald wurde wieder Licht in den Kinos…

Das Harmonie-Kino am Lokalbahnhof in Frankfurt existiert heute noch… (Foto: Erich Stör)

Als erstes Kino nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann die Lichtburg in der Kaiserstraße 74 am Frankfurter Hauptbahnhof wieder mit Filmvorführungen. Schon Ende Juli 1945 wurde das alteingesessene Haus wieder eröffnet und gespielt wurden zunächst „Kulturfilme” aus den USA (zum Beispiel „Das Tennessee Tal” oder „Der Jeep”). Außerdem wurde die Wochenschau „Welt im Film” gezeigt, die von Amerikanern und Briten bereits am 18. Mai, also zehn Tage nach Kriegsende, zum ersten Mal produziert worden war. Am 15. August 1945 nahm die Schauburg in der Bornheimer Berger Straße den Betrieb mit dem amerikanischen Film „Die ewige Eva” wieder auf – zwar noch in Originalfassung, aber mit einkopierten deutschen Untertiteln. Weiterlesen

Stippvisite in Philadelphia

Ein Aufenthalt in der us-amerikanischen Stadt Philadelphia, in der vor über 200 Jahren sowohl die Verfassung als auch die Unabhängigkeitserklärung der USA verkündet wurden, ist auch heutzutage höchst interessant – und danach lassen sich viele Besucher in Kutschen um das berühmte Gebäude fahren.

Eine Fahrt mit der Kutsche rund um die Independent-Halle in Philadelphia. (Foto: Clipdealer)

Vom Filmklassiker The Philadelpia Story,  der in Deutschland einst als Die Nacht vor der Hochzeit  in die Kinos kam, und mit Katharine Hepburn, Cary Grant und James Stewart brillant besetzt war, rede ich hier nicht, sondern von jenem politischen Ereignis, das Philadelphia in die Geschichte eingehen ließ.  Denn die Entscheidung, sich von Großbritanninen loszusagen, fiel vor langer Zeit in der heute fünftgrößten US-Stadt an der Ostküste des Landes und machte die USA in der Folge zur Weltmacht Nr. 1. Weiterlesen

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