Dunkelrot leuchtet der MOND am Abendhimmel

Der Blutmond über Deutschland. (Foto: Oliver Stör)


Eine außergewöhnliche, 103 Minuten andauernde Mondfinsternis gab es am späten Abend des 27. Juli 2018 zu erleben. Der Vollmond trat vollständig in den Kernschatten der Erde ein, was zur Folge hatte, dass das Sonnenlicht auf eine besondere Art gebrochen wurde. Die langwelligen roten Anteile gaben dem verdunkelten Mond ein düster-dunkelrotes Aussehen.

Der rote Mond und der Planet Mars ganz unten rechts. (Foto: Oliver Stör)

Vor dem Haus, in dem ich lebe, nahe des Frankfurter Flughafens, war diese Mondfinsternis freilich nur schwerlich zu geniessen. Intensiver Flugbetrieb am etwas verhangenen Himmel und eine grelle Straßenlaterne versperrten den Blick auf das so genannte Jahrhundert-Ereignis, dazu kamen mittelhohe Häuser und eine Gruppe dichter, hochragenden Bäume, welche die Sicht erheblich einengten. Erst ganz spät erhob sich dann der „Blutmond”, fast ein wenig schüchtern ob seiner ihm zugemessenen Bedeutung, über diese Hindernisse hinweg und gestattete doch noch einen späten Blick auf sein Gesicht.

Doch auch als der Erdbegleiter sich auf seiner Erdumlaufbahn hoch genug erhoben hatte, blieb der rote Schein eher fahl und die Umrisse wirkten düster und verschwommen, fast so, als schäme er sich über die ihm zuteil gewordenen Aufmerksamkeit. Spät erst entdeckte ich auch den Planeten Mars, der in günstiger Konstellation zum Mond stand, und weit heller leuchtete als üblich. Für die vielen Interessierten, die sich nicht nur mit bloßem Auge begnügten, sondern das Ereignis auf der Speicherkarte ihrer Kameras festhalten wollten, war es vernünftig, sich auf einem Gelände zu positionieren, das frei war von Gebäuden, Häuserschluchten, größeren Baumgruppen oder Lichtquellen.

Bei kluger Voraussicht ergab sich dann tatsächlich ein freierer Blick auf den abendlichen Horizont, viel früher als anderswo sahen die Beobachter das aufsteigende Gestirn – unter so viel besseren Umständen gelangen dann mit Langzeit-Belichtung und weiteren Einstellungstricks auch die Fotos, aufgenommen von einem abgemähten Getreidefeld bei Worfelden im Landkreis Groß-Gerau.

Die Bilder sind eindrucksvoller als das, was mit bloßem Auge zu erblicken war. Andererseits starrten in manchen Gegenden Deutschlands – wie ich später las –, die Menschen vergeblich in den Himmel, da Wolken den Blick nach oben gänzlich versperrten. Auch Hamburg guckte „in die Röhre”.