Abenteurer des Schienenstrangs

Vom Frankfurter Flughafen fährt der Fahrgast mit der S-Bahn in 13 Minuten zum Hauptbahnhof der Mainmetropole. Die an sich extrem kurze Reise (12 km) lässt sich allerdings auch in 16 Stunden und 12 Minuten bewältigen, wobei die meisten Schnellfahr- und Ausbaustrecken Deutschlands befahren werden. In der Realität wäre eine solche Bahnfahrt natürlich ein eher absonderliches Unterfangen, doch als virtuelle Reise am Computer bereitet sie Spaß.

Unterwegs auf der Deutschherrnbrücke in Frankfurt am Main (Foto: Clipdealer)

Weil es eine reine „Vergnügungsreise” ist, muss ich mich nicht um Fahrkarten und Sitzplatz-Reservierungen kümmern, muss nicht von den gigantischen Milliardenbeträgen reden, die der Steuerzahler für den Ausbau der Strecken aufgebracht hat, nur um schnellere Fahrzeiten zu erreichen. Und auch die vielen berechtigten Proteste der betroffenen Anwohner entlang der neuen Trassen sind anderes Terrain.

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Kosmodrom „Baikonur Ost“

Jüngst erlebte das russische Kosmodrom Wostotschny im Amurgebiet des Fernen Ostens seine ersten drei Starts. Zwei davon verliefen nicht ohne Probleme. Im April 2016 musste der Jungfernflug einer Sojus-Rakete wegen eines technischen Fehlers um einen Tag verschoben werden, im November 2017 arbeiteten Bodeneinrichtungen und Träger einwandfrei, doch verfehlte der an Bord befindliche Satellit sein Ziel. Am 1. Februar 2018 startete einer weitere Sojus-Rakete ohne Probleme mit der Nutzlast in den Weltraum. Der Alltag der Raumfahrt in Wostotschny, das auf deutsch etwa „Östlicher Weltraumbahnhof“ heisst – die örtliche Tageszeitung im nahe gelegenen Blagoweschtschensk bezeichnet Wostotschny übrigens schlicht als „Baikonur Ost – , hat also begonnen.

Aufbruch im Kosmodrom Wostotschny. (Symbolfoto: Swift Publisher)

Wer über das neue Wostotschny schreibt, muss zwangläufig erst einmal auf Baikonur eingehen. Dieses „Baikonur” war am 2. Februar 1955 durch Beschluss des sowjetischen Ministerrates beim Dörfchen Tjuratam in der unwirtlichen Steppe Kasachstans als „Versuchschießplatz Nr. 5 des Ministeriums für Verteidigung” entstanden.

Damals ahnte niemand, dass dieser Ort in den folgenden Jahrzehnten als Kosmodrom Baikonur zu weltweitem Ruhm gelangen würde: – und auch von Katastrophen nicht verschont blieb. Im Oktober 1960 verloren bei der Explosion der Interkontinentalrakete R 16 zahlreiche Menschen ihr Leben. Die Angaben über die Zahl der Opfer schwanken noch heute. In verschiedenen Veröffentlichungen werden zwischen 74 und 156 Tote genannt.

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