Naturparadies Mönchbruch am Frankfurter Flughafen

In der Nähe von Mörfelden-Walldorf liegt das Naturschutzgebiet Mönchbruch. Es erstreckt sich vom nördlichen Ende Walldorfs bis hin zur Bundesstraße 486 zwischen Mörfelden und Rüsselsheim. Spaziergänge im Frühjahr oder Sommer lohnen sich immer. Wer in der morgendlichen Dämmerung unterwegs ist, kann auf den Wiesen bei guten Licht Rehe beobachten; auch Dam- und Schwarzwild tummelt sich hier. Tagsüber sind viele Besucher mit Fotoapparaten oder auch mit Feldstechern ausgerüstet, um die verschiedenen Vögel im Bild festzuhalten oder auch nur zu beobachten.

Blick in die Mönchbruch-Landschaft bei Mörfelden-Walldorf (Foto: Oliver Stör)

Für Foto-Liebhaber bietet der Mönchbruch unglaublich interessante Motive, denn Schwarzmilane, Eisvögel, Waldohreulen, Reiher und Störche bewegen sich in dem weitläufigen Gelände, sogar Kanadagänse mit Küken sind hier zu Hause. Erlen, Wassergräben, alte Eichen und Sumpfwald prägen das Bild der Landschaft. Als ich an diesem schönen Tag im Frühling den Weg entlang wandere, erlebe ich als nur stiller Beobachter immer wieder diese einzigartige Vielfalt.

Weiterlesen

Rudi Schuricke macht das Lied der Capri-Fischer zum Ohrwurm

Rudi Schuricke, Schnulzensänger, machte den Schlager von den ehrsamen und braven Capri-Fischern Ende der Vierziger Jahre nicht nur berühmt, sondern zum Dauerbrenner bei den Radiosendern. Der Ohrwurm traf das Lebensgefühl der Deutschen nach dem Krieg. Als ich dieser Tage auf einen Youtube-Beitrag dieses Uralt-Schlagers stieß, weckte das nicht nur wieder Erinnerungen an das Lied selbst, sondern auch an die Nachkriegsjahre in Westdeutschland. Die Zeit war geprägt war von Währungsreform, Wiederaufbau und wirtschaftlichen Erfolgen. Und auch die Reiselust stieg ja zu dieser Zeit. Wohin des Weges? – so fragen sich viele. Dorthin, wo die Sonne im Meer versinkt…? Italien scheint alle Träume zu erfüllen, und wird bald neben Österreich das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen.

Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt… (Symbolfoto: Swift Publisher)

Als die Käfer die Landstraßen zu erobern beginnen, fahren bald immer mehr VW-Besitzer über die Alpenpässe nach Südtirol, bevorzugt auch an Gardasee und Adria-Strände. Die Lust auf Italien wird zu dieser Zeit vor allem durch einen Schlager befeuert, der Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre überall aus den Radios lärmt oder als Schallplatte strapaziert wird: Die Capri-Fischer…, eben jene, bei denen die Sonne im Meer versinkt.

Weiterlesen

Ein Fußballsportverein mit bewegter Vergangenheit

Der FSV Frankfurt – ein Verein mit sehr bewegter Vergangenheit – ist 2016 aus der Zweiten Fußball-Bundesliga abgestiegen und kickte eine Saison lang in der Dritten Liga; dort ging es weiter abwärts, bis die Fußballabteilung schließlich Insolvenz anmelden musste. Das bedeutet Neuanfang in der Regionalliga und ist bitter für den Traditionsverein, dem einfach zu viele Bälle ins Netz fliegen. 

Zu viele Bälle flogen in das Bornheimer FSV-Netz… (Foto: Clipdealer)

Jeder hat seinen Lieblingsverein: Vielleicht die „Löwen” aus München,  die „Clubberer” aus Nürnberg, oder halt den Fußballsportverein, der einst in der Süddeutschen Oberliga eine beachtliche Rolle spielte.  Auch das Herz des Autors schlägt für eben diesen FSV. Dabei erinnere ich mich an alte Zeiten, Jahrzehnte zurück… Als Bub tippelte ich oft von Sachsenhausen, dem südlichen Frankfurter Stadtteil, zum Bornheimer Hang, was ein ziemlich weiter Weg war, aber ich wollte das Geld für die Straßenbahn sparen.

Am Hang, wie das Stadion kurz genant wurde, hatten es mir drei Spieler angetan, die Ende der Vierziger, Anfang der Fünfziger Jahre bei den Blau-Schwarzen spielten. Das waren der ehemalige Nationaltorhüter Willibald Kreß, der Stürmer Richard Herrmann und Mittelläufer Heiner Dietsch. Sie alle interessierten mich aus ganz unterschiedlichen Gründen, sowohl was ihre sportlichen Leistungen als auch ihre persönliche Vita betraf.

Weiterlesen

Lokalbahn verkehrt zwischen Frankfurt und Offenbach

Bis Mitte der Fünfziger Jahre verkehrte zwischen Frankfurt-Sachsenhausen und Offenbach die so genannte „Lokalbahn“. Früher gezogen von Dampfloks, zuletzt mit Diesel-Kraftstoff befeuert. Ein historischer Rückblick auf die ehrwürdige Bimmelbahn. Im dichten Frankfurter S-Bahn-Netz gibt es an der Mühlbruchstraße die Station „Lokalbahnhof”. Sie erinnert an den alten Haltepunkt, der bis 1955 die Städte Frankfurt und Offenbach verband. Vom alten Bahnhof selbst ist dort nichts mehr zu sehen; heute steht hier ein Geschäftsgebäude, Gleise der Straßenbahn befinden sich an jener Stelle, an der das Abfertigungsgebäude stand.

Mit der Dampflok unterwegs. (Foto: Swift Publisher)

An der nahen Kreuzung treffen Darmstädter Landstraße, Textor- und Dreieichstraße aufeinander. Eine Gaststätte trägt ebenfalls den Namen Lokalbahnhof. Auf der anderen Straßenseite ist immer noch das altehrwürdige Harmonie-Kino in Betrieb. Verschüttete Erinnerungen an Sachsenhausen werden wach, als ich dieser Tage hier vorbeigehe… Weiterlesen

Paul Kemp von Kollegen zwischen Grock und Chaplin gesehen

Das Bildnis eines Clowns mit melancholischem Gesichtsausdruck. Dahinter verbirgt sich nicht der Schauspieler Paul Kemp, aber das Foto verdeutlicht, was einige seiner Kollegen von ihm hielten: – sie sahen ihn angesiedelt zwischen dem großen Komiker Charlie Chaplin und dem Clown Grock. 

Kritiker siedelten Kemp zwischen Chaplin und Grock an. (Symbolfoto: SP)

Der früh verstorbene Kemp war einer der Großen auf der Bühne und im deutschen Film. Der Begriff Charakterkomiker  ist die wohl zutreffendste Einordnung dieses kleinen Mannes, der meist mit leisen Tönen agierte, gleichwohl (oder gerade deswegen) ein breites Publikum für sich einnahm.  Weiterlesen